Zwei Männer und ein Minischweinchen
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Wie ein melancholisches Minischweinchen sich wundersam auf einem Tiroler Bauernhof wandelte und zum Instagram-Star wurde.

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„Kimm her da, Hannelore, du bist schon wieder a mal die Letzte, es is’ halb sechs.“ Der brave Günther, einer von zwei Kerlen in der sechsköpfigen Minischweineherde von der Alpboden-Ranch, war da  schon längst, pünktlich um vier, von der Weide heimgekehrt. Nicht einmal um erhöhte Lawinengefahr schert sich Hannelore, sie pflügt tapfer durch schweinshohe Schneewände: „Hannelore! Kimm her da, Lawinenstufe vier, man muass es net aussefordern, da kommt a Schwung Schnee, da bist hin, so kloa, wie du bist.“ Sie ist stur, die Hannelore, und nur durch langatmiges  Diskutieren zur Umkehr zu bewegen. 

Dramaqueen Hannelore

Auch mit ihrer Klauenpediküre kann sich Hannelore so gar nicht anfreunden. „Mei, Hannelore, du bist a solche Dramaqueen, des muass jetzt einfach sein.“ Und das Fieberthermometer an heikler Stelle bringt sie zum hysterischen Quieken. Da müssen Manner-Schnitten her, die „kommen zur Motivation manchmal  zum Einsatz“, erzählt ihr Herbergsvater Luki Steiner im profil-Gespräch. Allerdings nur in Miniportionen, denn als Steiner die Hannelore vor mehr als einem Jahr in seine Obhut nahm, war sie deprimiert, schwer übergewichtig und bewegungsresistent: „Sie hat keinen Auslauf gehabt und ist die ganze Zeit in einem Stall g’standen. Nach drei, vier Schritten hat sie sich gleich wieder niederg’legt, sie war durch die falsche Haltung einfach unheimlich träge. Das war harte Motivationsarbeit. Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass sie es nimma lang macht.“

Angelika Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort