Im Vertrauen: Crossing Europe Filmfestival in Linz

Im Vertrauen: Crossing Europe Filmfestival in Linz

37 Länder, 184 Filme: Um Politik und Ästhetik dreht sich erneut das „Crossing Europe“-Festival.

Wer hätte sich 2004, als das Linzer Filmfest „Crossing Europe“ erstmals stattfand, träumen lassen, dass diese schöne, aber stets von Finanznöten geplagte Veranstaltung es unbeschadet bis zur elften Ausgabe bringen würde? Chefin Christine Dollhofer hat dies geschafft – und mehr noch: Sie hat ihr Festival, so gut es geht, konsolidiert und mit sicherer kuratorischer Hand zur vertrauenswürdigen Größe ausgebaut. Inzwischen weiß man, was man an „Crossing Europe“ hat: eine politisch hellwache und ästhetisch avanciert angelegte Jahresschau zu den verborgen blühenden Kinokostbarkeiten, die der Kontinent Europa hervorzubringen weiß. Die letzten sechs Tage des April sind in Linz also heuer fürs Kino reserviert – und Entdeckungen sind zu machen: Jonathan Glazers unterschätzte, sehr stille Alien-Studie „Under the Skin“ mit Scarlett Johansson (Foto) etwa wird zu den Eröffnungsfilmen ebenso gehören wie Valéria Bruni Tedeschis neurotische Familientragikomödie „Ein Schloss in Italien“ . Zudem erwartet man Horror-Altmeister Dario Argento als Gast, dessen 3D-Version des „Dracula“ -Stoffes von 2012 erstmals in Österreich zu sehen sein wird. Aber „Crossing Europe“ gibt sich vor allem realistisch – und zeigt, wie das Kino die Themen unserer Zeit (Migration, High-Tech-Einsamkeit, prekäre Arbeit) kommentiert.

Highlights der Austrian Screenings: „Sitzfleisch“ von Lisa Weber sowie „Und in der Mitte, da sind wir“ von Sebastian Brameshuber. www.crossingeurope.at