"Im Zweifel schuldig": Doku über das
US-Justizsystem

"Im Zweifel schuldig": Doku über das
US-Justizsystem

Ein spannender Dok-Film über das US-Justizsystem. Ab 4. April im Kino.

Der ehemalige Journalist Rob Warden hat im US-Staat Illinois mit seiner Kampagne gegen Justizirrtümer die Todesstrafe abgeschafft. Sein von ihm gegründetes „Center on wrongful convictions“ kümmert sich nun um unschuldig einsitzende Häftlinge, so wie Marcus Wiggins, der wegen Mordes noch 45 Jahre hinter Gittern bleiben muss. Dabei wurde er offenbar Opfer einer Revanche von Polizisten, die er einst als Teenager mit Foltervorwürfen in Schwierigkeiten gebracht hatte.

Der österreichische Dokumentarfilm des deutschen Regisseurs Axel Breuer begleitet junge Studenten der Northwestern University, wie sie als Praktikanten von Warden’s Institut die vielen Ungereimtheiten bei der Verurteilung des jungen Farbigen ans Licht bringen. Die Praktikanten besuchen das Justizopfer und machen ihm Hoffnung auf Freilassung. Sogar die beiden –von der Polizei bezahlten- Hauptbelastungszeugen nehmen ihre ursprünglichen Aussagen zurück. Doch da sie Kleinkriminelle sind, reicht dies noch nicht zur schwierigen Wiederaufnahme des abgeschlossenen Strafverfahrens gegen Wiggins.

Der vom österreichischen Produzenten „Gebhart-productions“ finanzierte Dok-Film wirft Schatten auf das US-amerikanische Justizsystem. Der bei der Premiere anwesende österreichische Justizminister Wolfgang Brandstetter erklärte, dass Justizirrtümer auch hierzulande möglich seien. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied: Die österreichische Justiz muss schon bei Infragestellung eines einzigen Beweismittels von sich aus das Verfahren neu starten. O.L.

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