Eine Reihe von Sitzplätzen am Rand eines Fußballplatzes, dahinter Bäume und ein Banner, auf dem steht: "PostSV muss bleiben!"
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Kampf um die Stadt: Wie es mit dem Postsportplatz jetzt weitergeht

Der Kampf um die Zukunft des Postsportplatzes in Wien-Hernals geht ins Finale. Die Post AG will „leistbaren Wohnbau“ ermöglichen, der ansässige Postsportverein fürchtet um seine Zukunft. Beide Seiten führen ihre K.-o.-Argumente in den Ring.

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Ein Dienstag Anfang Juni, mittlerer Nachmittag in Wien-Hernals. Auf den Tennisplätzen des Postsportvereins findet das Jugendtraining statt, die Fußball-U10 drischt Bälle durch die Gasse zwischen Minigolfanlage und Fußballumkleide. Im Tennisstüberl werden Knabbereien und Softdrinks ausgegeben, auf einer Leinwand läuft ein etwas pathetisches KI-Video („Der Postplatz ist unsa Daham“), Bezirksvorsteher und Vereinsvorstand machen ihre Shakehands-Runden. Sogar ein Kamerateam des ORF Wien ist angerückt. Die Geschichte, die hier heute erzählt werden wird, hat das Zeug zum heißen Eisen. Es geht um den Postsportplatz im 17. Wiener Gemeindebezirk, 15 Hektar in bester städtischer Lage, ein Platz mit Geschichte, ein Ort lokaler Legenden. „Der Postsportplatz ist eine Hernalser Institution“, erklärt Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ), so wichtig für die Identität des Bezirks wie Mannerschnitten und Schneekugeln. Heute, Anfang Juni, geht es allerdings um die Wurst. Die Veranstaltung, die hier im Tennisstüberl stattfindet, hat den Titel „Rettet den Post SV!“ Aber wovor denn eigentlich?

Eine Petition für den Erhalt des Post SV am Postsportplatz steht aktuell bei über 24.000 Unterschriften. Das hat durchaus politisches Gewicht. Auch, weil es ums Grundsätzliche geht: Wem gehört die Stadt?

Im Juni 2025 wurde bekannt, dass die Post AG, der das Areal in Hernals gehört, den Pachtvertrag mit dem Post SV mit Anfang 2028 neu ausschreiben möchte. Dieser sieht sich in seiner Existenz bedroht, die Initiative „Rettet den Post SV!“ wurde gegründet, Stimmung wurde gemacht. Eine Petition für den Erhalt des Post SV am Postsportplatz steht aktuell bei über 24.000 Unterschriften. Das hat durchaus politisches Gewicht. Auch, weil es ums Grundsätzliche geht: Wem gehört die Stadt? Und was soll sie ihren Bürgern bieten?

Der Postsportplatz ist ein Stadtentwicklungsgebiet ersten Ranges. Eine Grünoase im verdichteten Gebiet, fast 160.000 Quadratmeter zwischen Vorortelinie und Hernalser Hauptstraße. Drei Fußballplätze, ein Landhockeyplatz, 44 Tennisplätze, drei Beachvolleyballfelder, drei Sporthallen, eine Tennishalle, eine Minigolfanlage, drei Gastronomiebetriebe und mindestens 300 Bäume stehen auf dem historischen Areal.

Potenziell handelt es sich um reinstes Immobiliengold. Die Stadt wächst und braucht Wohnraum, Begehrlichkeiten sind vorhanden, Investitionen wollen getätigt werden. Ein Stadtteilentwicklungskonzept der Stadt Wien aus dem Jahr 2019 sieht für den Postsportplatz eine „substanzielle Erhaltung und Revitalisierung des Sportareals“, eine „partizipative Entwicklung öffentlicher Sport-Teilflächen insbesondere für Breitensport“ und eine maßvolle Wohnnutzung mit Anteil an gefördertem Wohnraum“ vor. In dieses Horn stößt jetzt die Besitzerin des Areals, die Post AG. Ihre Ansage lautet: „Sport sichern, leistbaren Wohnraum schaffen.“

Sebastian Hofer

Sebastian Hofer

schreibt seit 2002 im profil über Gesellschaft und Popkultur. Ist seit 2020 Textchef und seit 2025 stellvertretender Chefredakteur dieses Magazins.