Fanclub-Präsident Martin Reiser in Rapid-Dress steht in seinem Vereinslokal, an der Wand etliche Poster und Fanschals
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Rapid-Freunde: Europas ältester Fanclub wird 75

Martin Reiser ist Hauslogistiker bei Rapid Wien und Obmann des offiziell ältesten Fußball-Fanclubs Europas. Dadurch hat er in den vergangenen Jahrzehnten einiges erlebt.

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Fußball ist Religion. Wer daran zweifelt, dem sei der Besuch eines unscheinbaren Kellerlokals in Wien-Meidling ans Herz gelegt. Schon beim Hinabschreiten der schmalen Stiegen, die zwei Meter unter das Straßenniveau führen, passiert man einen Schrein. Auf einem übergroßen Poster von Hans Krankl aus den 1970er-Jahren blickt der „Goleador“ süffisant in die Kamera. Zu seinen Füßen: Porzellanfiguren, Fußbälle, Medaillen, Urkunden, Fotos. Die Wände der rund 100 Quadratmeter großen Räumlichkeiten sind fast lückenlos mit Mannschaftsbildern, Schals, Kapperln, Wimpeln und Trikots tapeziert. Auf den ersten Blick wirkt das Ganze wie ein uriges Wirtshaus: schwere, grün eingedeckte Holztische an holzverkleideten Wänden. Die weiße Decke tragen grün gestrichene Bögen.

Hier ist der „Klub der Freunde des S.C. Rapid“ daheim. An einem der Tische sitzt Martin Reiser. Der 64-Jährige ist Obmann des Vereins, dessen Zweck die Unterstützung der Jugendarbeit von Rapid Wien ist. Der gebürtige Burgenländer trägt ein aktuelles Auswärtsdress der Hütteldorfer, dazu Jeans und knallgrüne Turnschuhe. Sein Onkel nahm den damals Zwölfjährigen im November 1973 zum ersten Mal mit zu einem Match. Von da an war es um ihn geschehen. Ab Mitte der 1980er-Jahre ließ Reiser kaum ein Spiel aus und begleitete Rapid bis in die Sowjetunion und die DDR. „Die Stasi verfolgte uns auf Schritt und Tritt.“ Den Fans wurden die Reisepässe abgenommen, und man bekam Ausgehscheine. „Spätestens um 22 Uhr mussten wir zurück im Hotel sein.“

Schild des Klubs der Freunde des SC Rapid hängt an einer holzvertäfelten Wand
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Moritz Gross

hat im Rahmen des 360° JournalistInnen Traineeship für das Online-Ressort geschrieben.