Kulturtipp der Woche: Casanova reloaded: „Ich küsse Ihre Hand, Madame“

Kulturtipp der Woche: Casanova reloaded: „Ich küsse Ihre Hand, Madame“

Showtime für den berühmtesten Verführer der Weltgeschichte mit dem Mozartiaden-Ensemble Gabi Schuchter, Luca Lombardo und Luca Monti sowie Volkstheater-Schauspieler Till Firit im Raumdesign von "Afrika, Afrika"-Bühnenbildner Georg Resetschnig.

Sein Leben bestand aus vielen Rollen. Er war u.a. Priester, Jurist, Orchestergeiger, Theaterdirektor, Alchimist, Diplomat, Konsulent in Steuerfragen, Begründer der französischen Nationallotterie, Homer-Übersetzer, Geheimagent, Freimaurer, Bibliothekar, Romancier und überhaupt: ein exzellenter Schriftsteller. Giacomo Girolamo Casanova, Sohn einer glamourösen Schauspielerin, Libertin, Meister psychischer Spiegelungen, genialer Unterhalter in einer Gesellschaft der Intrigen und spitzfindiger Philosoph. Amoralisch aber nie unmoralisch. Süchtig nach der Beschleunigung des Augenblicks und dem Kitzel des Risikos. Die Opern- und Theaterbesuche des „Chevalier de Seingalt“ in Maske und Domino enden immer im Spielsaal irgendwo nebenan. Zwar brilliert er als Chronist einer dekadenten untergehenden Epoche, dennoch ist der Cavaliere aus Venedig seiner Zeit voraus: Ein global player, der an den großen Höfen Europas, mit Katharina der Großen, Ludwig XV., Friedrich dem Großen und Joseph II. parliert, Voltaire und Rousseau kennt, Winckelmann trifft und mit Da Ponte befreundet ist, Millionen gewinnt und alles verliert. Ein James Bond auf der Flucht – vor Feinden, Gläubigern, Frauen. Seine Einstellung ist im 21. Jahrhundert noch nicht angekommen: „Das Dasein ist köstlich. Man muss nur den Mut haben sein eigenes Leben zu führen.“

Die Rote Bar wird zum Spielsaal des Theaters seiner Zeit. Gegen den Strichgebürstet, jongliert das Mozartiaden-Ensemble mit Splittern aus Casanovas Memoiren. Ausgelassen und unerwartet verbindet es die Leidenschaft hinter den Masken mit einem Streifzug durch die dekadent-verführerische Parallelwelt der Musik – von Don Giovanni über Tango Argentino, Europa der Jahrhundertwende, Operetten und Chansons der 1920er-Jahre bis zu den 1970er-Jahren der Rolling Stones.

In diesem Ambiente werden auch die Zuschauer auf eine Zeitreise in das Venedig Casanovas eingeladen und sind aufgefordert, Masken mitzubringen.
Venezianische Augenmasken können auch an der Abendkassa gegen eine Gebühr von € 10,- ausgeliehen werden.

Casanova reloaded: „Ich küsse Ihre Hand, Madame“

Gabi Schuchter (Text, Sopran, Cello)
Luca Lombardo (Bariton, Violine)
Luca Monti (Klavier, Tangotänzer)
Till Firit (Erzähler, Schlagzeug)

Bühnenbild: Georg Resetschnig
Künstlerischer Berater: Karl Baratta
Video-Arbeit: Peter Weibel (Venus im Pelz 2003)
Konzept: Sibylle Fritsch
Assistenz: Jelena Mladen

11. Juni, 21.15 Uhr, Karten € 9,--/Studenten € 5,--

Kartenbestellungen Tageskassa, T +43-1-52111-400
Abendkassa in der Roten Bar , geöffnet 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

(Red)