Literaturnobelpreis 2014: Haruki Murakami und Peter Handke unter Favoriten

Literaturnobelpreis 2014: Haruki Murakami und Peter Handke unter Favoriten

Der Nobelpreis für Literatur 2014 geht an den französischen Schriftsteller Patrick Modiano.

Der Franzose Patrick Modiano (69) erhält den Literaturnobelpreis 2014. Diese überraschende Entscheidung gab die Königlich-Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Modiano hatte 2012 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur erhalten.

Die mit acht Millionen Kronen (876.000 Euro) dotierte Auszeichnung ging im Vorjahr an die Kanadierin Alice Munro. Offiziell überreicht werden die Nobelpreise in Stockholm am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

+++ Nachlese +++

Gespannt blickt die Welt nach Stockholm, wo gegen 13 Uhr der Literaturnobelpreisträger 2014 verkündet wird. Beim britischen Wettbüro Ladbrokes standen am Mittwoch viele Anwärter auf der Liste: Der Kenianer Ngugi Wa Thiong'o (76) und der Dauerkandidat aus Japan, Haruki Murakami (65), gehörten dort zu den Favoriten - und auch der Österreicher Peter Handke (71) ist auf der Wettliste.

Möglichkeit eines Außenseiter-Sieges
Auch die Weißrussin Swetlana Alexijewitsch (66), der syrisch-libanesische Dichter Adonis (84), der albanische Schriftsteller Ismail Kadare (78), der Franzose Patrick Modiano (69), der norwegische Dramatiker Jon Fosse (55), der Amerikaner Philip Roth (81) sowie die Algerierin Assia Djebar (78) haben laut den Kunden des Wettbüros gute Chancen. Auf dieser Wettliste waren die späteren Preisträger in den vergangenen Jahren öfter weit vorne gehandelt worden. Sie verändert sich oft noch bis kurz vor der Verkündung, die im Internet live unter nobelprize.org verfolgt werden kann.

Der oder die Geehrte bekommt 8 Millionen Schwedische Kronen (rund 880.000 Euro). Die feierliche Verleihung findet am 10. Dezember in Stockholm statt. Im vergangenen Jahr erhielt die Kanadierin Alice Munro (83) den begehrtesten Literaturpreis der Welt.

Erst 13 Frauen geehrt
Die Stockholmer Jury könnte an diesem Donnerstag eine Weltpremiere verkünden. Bekäme nach Munro wieder eine Frau die Auszeichnung, wäre es das erste Mal, dass zwei weibliche Preisträger aufeinanderfolgten. Seit 1901 wurden überhaupt erst 13 Frauen geehrt. Falls nach Munro sogar wieder eine Nordamerikanerin gekürt würde, wie etwa die US-Autorin Joyce Carol Oates (76), wäre das eine echte Sensation. Auch mit der Wahl eines männlichen US-Autors wie Thomas Pynchon (77) oder eben Philip Roth (81) könnten die Juroren viele überraschen. Die Möglichkeit eines Außenseiter-Sieges besteht immer.

"Antipathie gegenüber Amerika"
Der Schwedischen Akademie, deren lebenslange Mitglieder die Auszeichnung vergeben, wird seit langem nachgesagt, Literaten aus den USA zu vernachlässigen. "In letzter Zeit gibt es aus verschiedenen Gründen eine Antipathie gegenüber Amerika", beklagte der Bestseller-Autor Paul Auster (67) in einem Interview.

In der Akademie in Stockholm mit regulär 18 Sitzen entscheiden Experten, darunter schwedische Schriftsteller, Linguisten und Historiker, über die Vergabe. Bis Mittwoch hatten Jurys schon die Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften bekannt gegeben. Das Geheimnis um den Friedensnobelpreis 2014 lüftet ein Komitee am Freitag im norwegischen Oslo.

(APA/Red.)