Mavie Hörbiger in einem schwarzen Abendkleid
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Die Burgschauspielerin Mavie Hörbiger ist glühender Song-Contest-Fan. Ihr Vater Thomas Hörbiger textete den Welthit „Merci Chérie“ für seinen Freund Udo Jürgens, der Österreich den ersten ESC-Sieg 1966 bescherte. Erinnerungen an den Vater und eine Reise in die Song-Contest-Historie.

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Es sind einige Archivkisten voll mit Fotos, ausgeschnittenen Zeitungsartikeln und Tagebüchern, die Mavie Hörbigers Mutter Gaby über die Jahre über ihren Mann Thommy Hörbiger gesammelt hatte. Der Sohn des österreichischen Publikumslieblings Paul Hörbiger starb 2011; Mavies Mutter, „die den Tod meines Vaters einfach nicht verkraften konnte“, sechs Jahre später. Bis jetzt hat Mavie Hörbiger es nicht geschafft, diese Kisten zu öffnen: „Ich kann es einfach noch immer nicht, der Schmerz ist zu groß. Irgendwann werde ich das vielleicht lösen können. Diese Münchner Zeit, in der die Disco-Bewegung groß wurde und all diese tollen Leute da waren, ist einfach viel zu wenig dokumentiert.“Einer dieser tollen Leute aus noch viel früheren Zeiten, nämlich den 1950er- und frühen 1960er-Jahren, war Udo Jürgens, damals ein schüchterner Barpianist, „der noch nicht wusste, wohin, der seinen Platz eben noch nicht gefunden hatte. Mein Vater hatte einige legendäre Nachtclubs in München, unter anderen hießen die ‚Namenlos‘ oder ‚Boney M.‘. Das waren so die ersten Läden, wo man hinging. Er war sehr großzügig gegenüber all jenen, die wenig Geld und viel Talent hatten. Er hat Udos unfassbare musikalische Begabung sofort erkannt und ihm damals unter die Arme gegriffen.“ Auch Wien verdankt Thommy Hörbiger seinen ersten Hier-geht-die-Post-ab-Club: 1959 gründete er in der Annagasse in der Wiener Innenstadt den „Playboy-Club“, der später zum legendären „Take Five“ (samt Außenstelle in Kitzbühel) avancierte.

Heftiges Lampenfieber

Aus der Freundschaft mit dem heftig unter Lampenfieber leidenden Jürgens entstand eine künstlerische Partnerschaft inklusive kurzer WG-Gemeinschaft, die in die ESC-Geschichte eingehen sollte: „Die beiden sind dann abends zusammengesessen, der Udo am Klavier und mein Vater daneben mit Stift und Papier. Er war unglaublich gut mit Worten. Du konntest ihm eines hinwerfen, und er konnte aus dem Stand ein Gedicht daraus machen.“

Angelika Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort