Michael Schumacher: seit fünf Monaten im Koma

Michael Schumacher: seit fünf Monaten im Koma

Seit Monaten fragt sich die Sportwelt: Wie steht es um Schumi? Der Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher befindet sich knapp fünf Monate nach seinem schweren Skiunfall noch immer in der Aufwachphase aus dem künstlichen Koma.

Ex-Formel-1-Star Michael Schumacher hatte sich bei einem schweren Skiunfall am 29. Dezember im französischen Wintersportort Meribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Nach einer Notoperation wurde Schumacher in der Uniklinik Grenoble in ein künstliches Koma versetzt. Ende Jänner wurde bereits die Aufwachphase eingeleitet. Anfang April berichtete seine Managerin Sabine Kehm erstmals von „Momenten des Bewusstseins und des Erwachens”.

Managerin will Berichterstattung einstellen
Die Genesung von Michael Schumacher soll ab einem gewissen Zeitpunkt zur völligen Privatangelegenheit werden. Dann will Managerin Sabine Kehm auch nicht mehr wie bisher über den Zustand des vor vier Monaten beim Skifahren verunglückten Formel-1-Rekordweltmeisters in schriftlichen Stellungnahmen informieren.

Mediale Begleitung einstellen
"Unser Plan und unser Wunsch wären schon, dass ab dem Moment, in dem Michael in eine Reha-Klinik gehen könnte, dass wir dann auch diese mediale Begleitung unsererseits einstellen", kündigte Kehm an.

"Recht auf Informationsfluss"
Die ehemalige Journalistin, die seit rund 15 Jahren Schumacher begleitet, attestierte der Öffentlichkeit ein "Recht auf Informationsfluss" in der Sendung, die 5,68 Millionen Menschen sahen. Aber sie schränkte ganz klar ein: "Bis an einen gewissen Punkt." Dieser ist für Kehm und die Familie Schumacher erreicht, wenn eine Rehabilitation beginnen würde.

Kleine Fortschritte
Wann das soweit sein könnte, ist offen. Michael Schumacher mache weiter kleine Fortschritte. "Die machen uns logischerweise sehr froh und geben uns großen Mut, aber es sind kleine Momente - Momente der Bewusstheit, des Erwachens und der Wachheit." Kehm betonte zugleich, dass Prognosen über den weiteren Genesungsverlauf nicht möglich seien.

„Sehr verwerflich”
In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch Ärzte, die sich ohne Kenntnis des konkreten Falls zu den Chancen des siebenfachen Champions äußern würden. Allen voran hatte sich seit dem Unfall am 29. Dezember in Meribel ein ehemaliger Formel-1-Arzt immer wieder mit Ferndiagnosen und Einschätzungen via Internet gemeldet. Kehm sagte dazu: "Ich halte das in Teilen für sehr verwerflich."

Abenteuerliche Spekulationen
Für die Öffentlichkeit ergebe sich letztlich ein Bild, "das wir eigentlich permanent korrigieren müssten, indem wir das wahre Bild erzählen", erklärte Kehm. "Und das wollen wir natürlich nicht." So hatte sie vom Tag des Unfalls an betont, dass nur entscheidende Veränderungen von Schumachers Zustand mitgeteilt würden. Auf viele, teilweise abenteuerliche Spekulationen, die weltweit in Medien auftauchten, ist Kehm praktisch nie eingegangen.

Großer Wert auf Privatsphäre
Dass man die Privatsphäre nun weiter so schütze, sei vor allem auch im Sinne Michael Schumachers. Der zweifache Familienvater hat darauf schon immer größten Wert gelegt. In diesem Sinne wolle man erst recht diese Entscheidung aufrechterhalten, erklärte Kehm. Deshalb werde man versuchen, so wenig wie möglich Privates nach außen dringen zu lassen, wenn der 45-jährige Deutsche mit einer Reha beginnen würde.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma
Auch das wird sicher nicht leicht werden. Seit dem Tag des Skiunfalls, als sich Schumacher bei seinem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen trotz Helmes ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen hat, ist das Interesse an dem berühmen Patienten riesengroß. Neben einem Journalisten, der sich als Priester verkleidet Zutritt zu Schumacher auf der Intensivstation verschaffen wollte, hatte sich eine andere Person als Schumachers Vater ausgegeben. "Es gab sehr viele abstruse Fälle von Leuten, die versucht haben, in die Intensivstation vorzudringen, um vielleicht ein Foto oder ein Video zu machen", erzählte Kehm.

Nach seinem schweren Skiunfall am 29. Dezember in Meribel war Michael Schumacher wegen schwerer Kopfverletzungen in ein künstliches Koma versetzt worden. Die Ärzte hatten Ende Jänner die Aufwachphase eingeleitet.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma
Schumacher hatte sich bei seinem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Weltweit sorgen sich seit dem Sturz ehemalige Weggefährten und Fans um den siebenfachen Formel-1-Weltmeister.

Regeneration nach einem Schädel-Hirn-Trauma
Mehr als 20.000 Österreicher erleiden jedes Jahr Kopfverletzungen, viele davon auch gravierende Läsionen mit höchst ungewisser Prognose wie nun Michael Schumacher. Auffallend oft beweist das Gehirn jedoch eine verblüffende Fähigkeit zum Neustart .

Staatsanwaltschaft: "Kein Fremdverschulden"
Bereits Anfang Jänner hatte die französischen Ermittler nach vorläufigen Erkenntnissen mitgeteilt, dass Schumacher selbst wohl nicht zu schnell gefahren sei und "absichtlich" die markierte Piste verlassen habe. Auch die geliehenen Skier von Schumacher seien "in perfektem Zustand" gewesen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Statement weiters, dass Schumacher mit seinen Ski so unglücklich auf einen Felsen traf, dass er exakt 10,40 Meter durch die Luft und über den Tiefschnee geschleudert wurde. Denn erst nach dieser Entfernung schlug der 45-Jährige mit dem Kopf auf einem anderen Felsen auf, an dem sein Skihelm in mehrere Teile zerbrach.

Der Wintersportort Méribel in den französischen Alpen


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Der Deutsche Ex-Rennfahrer hatte sich am 29. Dezember beim Skifahren in Meribel schwere Kopfverletzungen zugezogen, wurde bisher zweimal operiert und liegt seitdem im Krankenhaus in Grenoble im künstlichen Koma.

Schumacher wird in einem Krankenhaus in Grenoble, Frankreich, behandelt


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Steckbrief:

Michael Schumacher
Geb.: 3. Jänner 1969, Deutschland
Geburtsort: Hürth-Hermühlheim; aufgewachsen in Kerpen
Wohnort: Gland (Schweiz)
Familienstand: verheiratet mit Corinna seit 1. August 1995
Kinder: Gina Maria (16), Mick (14)
Bruder: Ralf Schumacher (38/ebenfalls früherer Formel-1-Pilot)

Größte Erfolge:
* Siebenfacher Formel-1-Weltmeister (1994, 1995 und 2000 bis 2004)
* 91 Grand-Prix-Siege (zuletzt 2006)

Erster GP: 25. August 1991 GP von Belgien
Letzter GP: 25. November 2012 GP von Brasilien
Erster GP-Sieg: 30. August 1992 GP von Belgien
Letzter GP-Sieg: 1. Oktober 2006 GP von China
GP-Starts: 307
GP-Siege: 91
GP-Podestplätze: 155
Pole Positions: 68
Teams: 1991 Jordan, Benetton
1992 bis 1995 Benetton
1996 bis 2006 Ferrari
2010 bis 2012 Mercedes

Wichtigste Rekorde: Meiste WM-Titel (7), meiste GP-Siege (91),
meiste Pole Positions (68), meiste Podestplätze (155)

Die Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Siegen der Formel-1-Geschichte:

1. Michael Schumacher (GER) 91 GP-Siege
2. Alain Prost (FRA) 51
3. Ayrton Senna (BRA) 41
4. Sebastian Vettel (GER) 39 *
5. Fernando Alonso (ESP) 32 *
6. Nigel Mansell (GBR) 31
7. Jackie Stewart (GBR) 27
8. Lewis Hamilton (GBR) 26 *
9. Niki Lauda (AUT) 25
. Jim Clark (GBR) 25
10. Juan Manuel Fangio (ARG) 24

* = Fahrer noch aktiv

(Red) (Snack TV)

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