Michel Houellebecq: Doch nicht schon wieder entführt?

Michel Houellebecq: Doch nicht schon wieder entführt?

Michel Houellebecq macht es sich zur Gewohnheit: Frankreichs berühmtester Autor ist schon wieder verschwunden. Angeblich wahr. Seine Freundin, der Regisseur und dessen Freundin schwanken zwischen Sorge und Ärger. 


Ein Wagen der Welt-Filmvertriebsfirma hätte ihn gestern Donnerstag von seiner Pariser Wohnung abholen sollen. Er war einfach weg. Angeblich. Angeblich, ohne den drei anderen irgend etwas gesagt zu haben. Männer und leere Kilometer.

Gestern, Freitag um 19 Uhr wollte er mit seinem Regisseur (und Freund) Guillaume Nicloux in Wien im Stadtkino Künstlerhaus auftreten. Bei der Festwochen-Premiere seines Films „Die Entführung des Michel Houellebecq“, die sein plötzliches Verschwinden 2011 während einer Lesereise thematisiert. Am Nachmittag waren viele viele Halbstunden-Interviews vereinbart. Iris Radisch wollte für das Wochenmagazin „Die Zeit“ aus Hamburg anreisen. Gekommen ist der Starautor am Ende nicht, laut ersten Gerüchten soll es Houellebecq nicht gut gehen.

Man kann nur mutmaßen. Schaut man sich den Film an, stellt man sich vor: Panik, Langeweile, Ekel eines traurigen Clowns beim Gedanken an die Absurdität einander ähnelnder Interviews. Wär fast verständlich. Berühmt ist Houellebecq so oder so.