Auswüchse der Krise
Auswüchse der Krise

© APA/dpa/Ingo Wagner

Gesellschaft
04/16/2020

profil-Morgenpost: Wie lange noch?

Guten Morgen!

von Stephan Wabl

Aus dem Homeoffice

Woche V der Coronakrise und seit Ostern drängt sich beim morgendlichen Blick in den Spiegel vermehrt eine Frage auf, die ich bisher erfolgreich verdrängt habe: Wie lange soll das mit den Haaren noch weitergehen? Ein Blick auf die Social-Media-Accounts meiner Bekannten bestätigt meine Bedenken: Zu Beginn der Krise waren vor allem Aerobic-Clips aus dem Homeoffice beliebt. Es folgten Fotos mit, sagen wir einmal, kreativen Gerichten aus der eigenen Küche. Mittlerweile sind Bilder von schwer zu erkennenden Freunden und Freundinnen populär - versehen mit dem Hilferuf: Wann machen endlich die Friseure wieder auf? Vieles wissen wir in der Coronakrise nicht. Aber auf diese Frage gibt es eine Antwort: Am 1.Mai. Die Tage - und Haare - bis dahin dürften aber noch lange werden.

Blick nach oben

Außerdem habe ich den Verdacht, dass die nun geltende Maskenpflicht die Sorge um die eigene Frisur vom Rand näher ins Zentrum gerückt hat. Denn wenn das halbe Gesicht verdeckt ist, verschiebt sich der Blick zwangsweise in Richtung Haarpracht. Beobachten Sie selbst! Und wenn mich mein Gegenüber schon kaum sieht und beim Reden schlecht versteht, will ich zumindest nicht ganz verstrubbelt dreinschauen. Auch in einer Krise sollte man sich nicht ganz gehen lassen.

Chancenungleichheit

Womit wir bei der Frage wären: Was tun? Die Coronakrise verteilt auch hier die Chancen ungerecht. Denn die rund 1,7 Millionen Singles in Österreich dürfen laut Verordnung niemanden an ihr Haar lassen außer sich selbst. Neben Einsamkeit droht ihnen also zusätzlich ein misslungener Haarschnitt, was sich wiederum negativ auf die Kontaktaufnahme per Skype oder Facetime auswirkt. Ein Teufelskreislauf. Aber auch alleinerziehende Mütter und Väter haben es nicht besser. Bei aller Liebe braucht es schon sehr viel Vertrauen, um dem 8-jährigen Sohn oder der 6-jährigen Tochter die Schere für die eigenen Haare in die Hand zu geben. Aber auch unter Paaren ist Vorsicht geboten. Vor allem dann, wenn im Zuge der Isolationswochen die Zwangsnähe schon zu viel geworden ist und das Aussehen des Partners keine Priorität mehr hat.

Haben Sie schon einen Ausweg aus diesem Haardilemma? Wenn ja, lassen Sie mich es wissen. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls einen Good-Hair-Day!

Stephan Wabl

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