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© APA/MARIJA KANIZAJ / MARIJA KANIZAJ

Liveblog
11/28/2020

Coronavirus COVID-19 in Österreich: Zweite Welle bringt hohe Übersterblichkeit

Liveblog zum Coronavirus in Österreich: Alle relevanten Entwicklungen, Zahlen und Neuinfektionen.

28.11.2020: Weiter leichter Rückgang der Corona-Zahlen

Der leichte Rückgang bei den Corona-Zahlen hat sich auch bei den am Samstag veröffentlichten Daten des Innen- und Gesundheitsministeriums fortgesetzt: So gab es österreichweit 4.669 Neuinfektionen. 4.279 Personen befanden sich in Spitalbehandlung, davon 688 auf Intensivstationen. Am Freitag waren dies noch 4.405 bzw. 703 gewesen.

Bisher wurden 275.661 Menschen positiv getestet, 3.018 sind mit oder an Corona verstorben. 210.697 sind wieder genesen. Bei den Neuinfektionen war Oberösterreich mit 1.212 an erster Stelle, gefolgt von Wien mit 682 und Niederösterreich mit 634. Dahinter reihen sich die Steiermark mit 526, Tirol mit 509, Kärnten mit 395 und Salzburg mit 369 ein. Die wenigstens Neuinfektionen gab es mit 113 im Burgenland.

27.11.2020: Leichter Rückgang bei Corona-Neuinfektion setzt sich fort

Der leichte Rückgang bei den Corona-Neuinfektionen in Österreich setzt sich fort. Mit Stand 9.30 Uhr wurden binnen 24 Stunden 4.954 Personen positiv auf das Virus getestet. "Der harte Lockdown wirkt", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag. Nun müssten die Zahlen aber weiter "dramatisch sinken". Auch in den Spitälern hat sich die Lage stabilisiert.

27.11.2020: Corona-Verordnung: Großeltern-Treffen, Nikolobesuch erlaubt

Am Freitag tritt die Novelle der "COVID-19-Notmaßnahmenverordnung", welche die Regeln des harten Lockdowns festschreibt, in Kraft. Damit werden die Kontaktbeschränkungen präzisiert: Klargestellt wird, dass man nur mehr Kinder, Eltern und Geschwister ("einzelne engste Angehörige") ohne Vorbedingungen treffen darf. Kontakt ist - eingeschränkt - auch mit "wichtigen Bezugspersonen" zulässig, darunter fallen auch die Großeltern. Erlaubt wird der Nikolo-Besuch.

27.11.2020: "Zweite Welle" bringt hohe Übersterblichkeit

2286 Todesfälle von 9. bis 15. November - Sterblichkeit der Über-65-jährigen in fast allen Bundesländern deutlich über Durchschnitt - Deutlich mehr Covid-Tote als Deutschland und Schweden.

Die zweite Covid-Infektionswelle hat in Österreich erstmals seit Jahren eine hohe Übersterblichkeit ausgelöst. Für die Woche vom 9. bis zum 15. November weist die Statistik Austria 2286 Todesfälle aus - der dritthöchste Wert seit 2000. Das europäische Mortalitätsmonitoring attestiert Österreich damit erstmals seit Ausbruch der Pandemie eine "hohe Übersterblichkeit". Im Frühjahr lagen die Todesfälle nur leicht über dem Durchschnitt. In Deutschland sind sie deutlich niedriger.

Höher als in den jüngsten Daten war die Sterblichkeit laut den Zahlen der Statistik Austria zuletzt nur in den ersten beiden Kalenderwochen des Jahres 2017. Damals führte eine besonders starke Grippewelle zu einem deutlichen Anstieg der Todesfälle auf 2293 bzw. 2340. Von diesen Rekordwerten ist Österreich allerdings auch heuer nicht mehr weit entfernt - trotz der seit Anfang November geltenden Ausgangsbeschränkungen.

Von den 2.286 zwischen 9. und 15. November (Kalenderwoche 46) registrierten Verstorbenen waren laut den Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) 417 mit dem Coronavirus infiziert. In der Woche darauf ist die Zahl der mit einer Covid-19-Infektion Verstorbenen noch einmal auf 469 angestiegen. Ob damit auch ein neuer Rekord bei den gesamten Sterbefällen erreicht wird, ist noch offen. Die Statistik Austria veröffentlicht ihre Statistik für die 47. Kalenderwoche am kommenden Donnerstag.

Klar ist aber schon jetzt, dass der Anstieg der Todesfälle in der "zweiten Welle" deutlich außerhalb des normalen Rahmens liegt. Das zeigen Berechnungen der Wiener Landesstatistik, die auf Basis der Erfahrungswerte der vergangenen Jahre und der Bevölkerungsentwicklung für jede Kalenderwoche eine Bandbreite ermittelt, innerhalb derer sich die Zahl der Sterbefälle im Normalfall bewegen sollte. In der Altersgruppe 65 plus zeigt die Auswertung für ganz Österreich und für die meisten Bundesländer außer Vorarlberg deutliche Abweichungen nach oben. Auch das europäische Mortalitätsmonitoring Euromomo attestiert Österreich eine "hohe Übersterblichkeit" (High Excess Mortality).

Die von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) noch im Frühjahr oft gehörte Aussage, dass Österreich "besser als andere" durch die Pandemie komme, gilt im Herbst somit nicht mehr. Sowohl in Deutschland als auch in Schweden ist die Zahl der Todesfälle mit Covid-Bezug deutlich geringer. In Deutschland waren es laut einer Aufstellung der Datenplattform "Our World in Data" zuletzt drei Tote pro Tag und Million Einwohner, in Schweden noch etwas weniger. Selbst Frankreich lag mit 8,6 zuletzt hinter Österreich mit täglich neun Covid-Toten pro Million Einwohner. Deutlich mehr Corona-Tote gab es zuletzt allerdings in den Nachbarländern Ungarn und Italien (je 11) und in Slowenien (13 pro Million Einwohner und Tag - Zahlen jeweils Wochen-Durchschnitt).

26.11.2020: Massentests: Wien testet Bevölkerung von 2. bis 13. Dezember

In Wien werden die Corona-Massentests der Bevölkerung bereits Anfang Dezember starten. Konkret will die Stadt das Mega-Vorhaben zwischen 2. und 13. Dezember über die Bühne bringen, sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag im APA-Gespräch. Er rechnet mit einer Teilnahme von maximal 1,2 Millionen Menschen.

Die Abwicklung wird in Kooperation mit dem Bundesheer an drei großen Standorten erfolgen: In der Wiener Stadthalle, in der Marxhalle im Bezirk Landstraße sowie in der Messehalle beim Prater werden insgesamt 300 Testlinien nach dem Walk-in-Prinzip errichtet. "Das entspricht 50 mal den Kapazitäten der jetzigen Teststraße beim Stadion", wo es sechs Testlinien gebe, illustrierte Hacker die Dimension des Vorhabens. Pro Testlinie schafft man laut Ressortchef bis zu 500 Personen täglich. Das bedeutet, dass an allen Massentest-Standorten pro Tag bis zu 150.000 Personen mit Antigentests auf eine Virusinfektion überprüft werden können.

27.11.2020: Studie: Mitte November 228.000 Infizierte in Österreich

Mitte November waren in Österreich 228.000 Personen zusätzlich zu den Erkrankten in Spitälern mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, das sind 3,1 Prozent der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung ab 16 Jahren. Das zeigen erste Zwischenergebnissen der neuen Prävalenzstudie hervor, die Statistik Austria und Bildungsministerium am Donnerstag veröffentlicht haben. 55 Prozent der in der Studie festgestellten Infizierten waren dabei behördlich noch nicht erfasst.

In der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen, von Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien durchgeführten repräsentativen Studie wurden vom 12. bis 14. November 2.263 Personen mittels Nasen-Rachen-Abstrich getestet (die Brutto-Stichprobe umfasste insgesamt 7.823 in Privathaushalten lebende Personen ab 16 Jahren). Bei 48 Personen ergab die PCR-Analyse des Abstrichs ein positives Testergebnis.

Laut einer Nachbefragung von Personen, die zum Testzeitpunkt nicht erschienen waren, befanden sich zu diesem Zeitpunkt zumindest 24 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne aufgrund eines positiven Testergebnis. In Summe waren somit mindestens 72 Stichprobenpersonen im Testzeitraum mit SARS-CoV-2 infiziert. Hochgerechnet und unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite waren damit zwischen 166.000 und 295.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, die Prävalenz betrug 2,2 bis 4,0 Prozent. Dabei lag diese in Westösterreich (Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich) signifikant höher als in Ostösterreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland).

26.11.2020: Zwei Drittel wollen Weihnachten feiern wie immer

Zwei Drittel der Österreicher wollen sich laut einer Umfrage der Makam Research GmbH trotz Corona nicht die Freude an Weihnachten verderben lassen. "67 Prozent planen, das Weihnachtsfest trotz Corona genauso zu verbringen wie immer", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Sechs Prozent planen eine Selbstisolation in der Woche vor dem Fest, um die Familie treffen zu können.

Während sich der Großteil der Bevölkerung hinsichtlich der Personenanzahl bei der privaten Weihnachtsfeier nicht einschränken will, wollten zwölf Prozent der Befragten das Fest heuer mit weniger Familienmitgliedern und Freunden als gewohnt begehen. Vor allem Personen aus der Generation 60plus zeigten sich hinsichtlich großer Familienfeiern distanziert. So will knapp jede bzw. jeder Fünfte aus dieser Altersgruppe die Anzahl der Kontakte auch bei den Weihnachtsfeierlichkeiten reduzieren.

Damit einher geht, dass rund vier Prozent der Bevölkerung beim heurigen Weihnachtsfest auf den Umgang mit Eltern oder Großeltern verzichten werden. Tragisch ist dabei die drohende Gefahr einer sozialen Vereinsamung darin - zwei Prozent werden das Weihnachtsfest aufgrund von Corona heuer erstmalig allein verbringen, und weitere zwei Prozent verzichten gänzlich auf Feierlichkeiten.

Die Ergebnisse resultieren aus einer Online-Befragung von 644 Österreichern ab 20 Jahren, repräsentativ auf Geschlecht und Alter.

25.11.2020: Nächste Woche Öffnungsplan, Schulen und Handel zuerst

Der Ministerrat hat am Mittwoch grünes Licht für die ersten Corona-Massentests gegeben. Neu ist, dass die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg früher mit ihren Massentests für die Bevölkerung beginnen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte zudem an, dass der Ministerrat nächste Woche einen Öffnungsplan beschließen werde. Fix ist aber jetzt schon, dass die Schulen und der Handel - unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen - als erstes öffnen werden.

"Die Corona-Infektionszahlen sinken, sind aber noch immer auf so hohem Niveau, dass ich dringend die Bevölkerung ersuche, weiter die Corona-Maßnahmen einzuhalten", appellierte Kurz und kündigte nur "sehr behutsame, langsame Öffnungsschritte" nach dem Lockdown an.

25.11.2020: Matura mit Erleichterungen

Auch für den Maturajahrgang 2021 wird es wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf den Schulbetrieb Erleichterungen bei der Reifeprüfung geben, bestätigt das Bildungsministerium Medienberichte gegenüber der APA. So sollen die Maturanten ihre Vorwissenschaftliche Arbeit nicht verpflichtend präsentieren müssen. Außerdem gibt es Überlegungen, den Stoff zu reduzieren. Um den Schülern genügend Vorbereitungszeit zu geben, soll die Matura zum spätestmöglichen Termin stattfinden.

Die Details zur Gestaltung der Matura 2021 sollen bis Ende der Woche bekanntgegeben werden. Zuletzt hatten sich Schüler und Elternvertreter für Sonderregeln für die kommende Reifeprüfung starkgemacht. Immerhin befinden sich die Oberstufenschüler bereits seit 3. November im Distance Learning, in Teilen von Salzburg und Tirol wurde die Schulampel schon Mitte Oktober auf Orange gestellt und damit der Präsenzunterricht für über 15-Jährige großteils ausgesetzt.

Bereits im Vorjahr hatte es aufgrund der langen Schulschließungen Erleichterungen bei der Reifeprüfung gegeben. So war etwa die mündliche Matura nur freiwillig, die schriftliche fand in höchstens drei Fächern statt. Außerdem wurde neben der Klausurnote auch die Jahresnote in die Maturanote einbezogen. Letztere Regelung bleibt auch heuer erhalten, außerdem gibt es Erleichterungen bei der Mathe-Matura an den AHS: Die textlastigen Aufgaben werden weniger stark gewichtet, außerdem kommt bei manchen Aufgaben eine "Best-of-"-Wertung. Das bedeutet, dass für die Benotung nur jene herangezogen werden, in denen die meisten Punkte erzielt wurden.

24.11.2020: Erste Impfungen in Österreich bereits im Jänner - Gesundheitsminister präsentierte Impf-Strategie

Die Marktzulassung der ersten Coronavirus-Impfungen rückt immer näher und könnte noch heuer erfolgen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Dienstag die Impfstrategie für Österreich präsentiert. In drei Phasen soll im kommenden Jahr die Bevölkerung geimpft werden. Die ersten Impfungen soll es bereits im Jänner geben, kündigte Anschober an. Die Impfung wird jedenfalls freiwillig sein, wurde betont. Ziel ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 50 Prozent.

"Je höher die Durchimpfungsrate in Österreich wird, desto geringer sollte schrittweise das Risiko werden", sagte Anschober. Die Impfstrategie soll am Mittwoch beim Ministerrat beschlossen werden. 200 Millionen Euro stehen für den Ankauf von 16,5 Millionen Dosen von fünf Herstellern zur Verfügung. Über weitere zwei Millionen Dosen laufen Verhandlungen auf EU-Ebene. Pro Person sind zwei Impfdosen im Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. Die ersten Impfstoffe werden von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca erwartet. Grundsätzlich steht laut Anschober die Sicherheit an allererster Stelle und nicht der Zeitfaktor.

Als erste sollen im Jänner in Alters- und Pflegeheimen Bewohner über 65 Jahren sowie die Mitarbeiter geimpft werden. In der ersten Phase liegt der Focus ebenso auf Pflege- und Gesundheitspersonal in Krankenanstalten, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten sowie auf Hochrisikogruppen mit definierten Vorerkrankungen. "Im Idealfall kann im Jänner, Februar eine Million Dosen für den österreichischen Markt zur Verfügung stehen", sagte Clemens Martin Auer, Covid-Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium. Bei zwei notwendigen Teilimpfungen pro Person wären damit 500.000 Menschen zu immunisieren. Er betonte jedoch, dass "nicht alles von heute auf morgen anders werden" könne, "im Jänner wird nicht alles möglich sein".

In der zweiten Phase in März und April stehen zwei Millionen Impfstoffe für eine Million Menschen zur Verfügung. Damit sollen grundsätzlich Personen über 65 Jahre sowie solche mit Systemrisiko in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen, kritische Infrastruktur und zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens geimpft werden.

Außerdem soll ab dem zweiten Quartal - also ab April - die allgemeine Bevölkerung geimpft werden. Da soll es Impfaktionen in großen Betrieben sowie Impfzentren und Impfstraßen in den Gemeinden geben. Hier könnte auch bereits ein Impfstoff zur Verfügung stehen, der nicht bei minus 80 Grad gelagert werden muss und somit auch bei den Hausärzten verabreicht werden kann. Die Leiterin der Impfabteilung, die auch Mitglied des Nationalen Impfgremiums ist, Maria Paulke-Korinek, sagte, dass noch unklar ist, ob geimpfte Personen andere nicht anstecken werden. Idealerweise soll diese durch eine Impfung natürlich verhindert werden.

Die Impfstoffe werden alle zentral von der EU beschafft. Mit fünf der sieben Impfstoffanbieter wurden bereits fixe Vorverkaufsverträge auf EU-Ebene abgeschlossen. Bei den Verhandlungen konnten die EU-Staaten gemeinsam eine Marktmacht entfalten, erläuterte Auer. Je mehr in Europa produziert werden könne, desto besser sei es für die Welt, sagte Auer - 70 Prozent aller Impfstoffe würden aus Europa kommen. Im Detail wird Astra Zeneca sechs Millionen Dosen nach Österreich liefern, Biontech/Pfizer 3,5 Millionen, Curevac drei Millionen, Johnson&Johnson 2,5 Millionen und Sanofi 1,5 Millionen.

Auer geht davon aus, dass in der EU alle sieben Hersteller, mit denen Vorverträge verhandelt wurden, auch eine Zulassung bekommen werden. Welche Impfstoffe dann wo verwendet werden, sei eine Frage der Praktikabilität, aber nicht der Qualität. "Qualitätsunterschiede wird es am Ende der Reise nicht geben", betonte Auer. Teilweise müssen Impfstoffe bei minus 80 Grad gekühlt werden, diese werden dann in großen Settings wie größeren Impfzentren eingesetzt werden. Impfstoffe können österreichweit an 23 Standorten des Pharmagroßhandels gelagert werden, Tiefkühllagerungen bei minus 80 Grad sind an acht Standorten möglich.

24.11.2020: Knapp 449.000 Menschen ohne Job - 219.000 in Kurzarbeit

448.792 Menschen in Österreich sind derzeit auf Jobsuche, davon 382.135 arbeitslos und 66.657 in Schulung. Das teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) mit. Damit sind rund 88.000 Personen mehr als im Vorjahr - und 5237 mehr als in der Vorwoche - ohne Beschäftigung. In Corona-Kurzarbeit befinden sich 218.871 Personen, wobei in der mit Oktober gestarteten dritten Phase der Kurzarbeit bisher 26.000 Anträge eingereicht wurden.

23.11.2020: Anschober: Nach 7. Dezember "nicht alles wie vorher"

Mit dem 7. Dezember, dem angepeilten Ende des harten Lockdowns, wird "nicht alles wie vorher sein". Das sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Montag. Es werde Schutzmaßnahmen brauchen, betonte der Ressortchef. Damit soll vermieden werden, "nach den Feiertagen in eine dritte Welle zu stolpern". Anschober sprach von einem "gezielten, gesicherten Öffnen".

Zahlen weiter hoch, aber erste positive Signale

3145 Corona-Neuinfektionen wurden in den vergangenen 24 Stunden bis Montag, 9.30 Uhr, gemeldet. Allerdings werden an Sonntagen immer "deutlich weniger Test eingemeldet", relativierte Gesundheitsminister Anschober (diesmal: 20.422 PCR-Tests). Die Zahlen seien generell "nach wie vor dramatisch hoch". Aber man sehe erste Ansätze, dass die Maßnahmen "langsam" und "schrittweise" leicht zu wirken beginnen, so Anschober.

Bis zum geplanten Ende des Lockdowns müssten "die Zahlen noch einen weiten Weg nach unten gehen", betonte Anschober. Die aktuell geringere Zahl an Neuinfektionen solle motivieren, die Maßnahmen weiter mitzutragen.

In den vergangenen 24 Stunden starben weitere 71 Patienten mit oder an Covid-19. Insgesamt forderte die Pandemie in Österreich damit laut Aussendung des Innenministeriums 2.459 Menschenleben. In Alters- und Pflegeheimen gab es seit gestern ein Plus von vier Erkrankten (insgesamt 2.748 aktive Fälle), das ist "ein leichter Rückgang im Wachstum", wie Anschober sagte. Vorfreude sei aber noch nicht geboten. Elf Bewohner derartiger Einrichtungen starben, somit erhöhte sich die Gesamtzahl an Covid-Toten in Alters- und Pflegeheimen auf 944.

Mit heutigem Stand sind laut Innenministerium 175.527 mit Covid-19 infizierte Personen seit Beginn der Zählung wieder genesen. Am Montag befanden sich 4.548 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung (laut Anschober ein Plus von 90) und davon 685 auf Intensivstationen.

Die Neuinfektionen seit der letzten Meldung teilen sich auf die Bundesländer wie folgt auf: Burgenland 149, Kärnten 215, Niederösterreich 592, Oberösterreich 558, Salzburg 242, Steiermark 330, Tirol 323, Vorarlberg 157, Wien 579.

23.11.2020: Coronavirus richtig daheim auskurieren

Über 100.000 Menschen kämpfen in Österreich momentan zu Hause gegen Covid-19. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres im profil-Gespräch über das Auskurieren daheim und ab wann man ins Krankenhaus sollte.

22.11.2020: 5226 Neuinfektionen und 60 weitere Tote in Österreich

Innerhalb von 24 Stunden sind in Österreich 5.226 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das waren wie üblich an einem Sonntag deutlich weniger als an den Vortagen. Jedoch lag auch die Zahl der Toten mit 60 weiteren Gestorbenen klar unter den dreistelligen Opferzahlen von Freitag und Samstag. Die Belegung auf den Normal- und Intensivstationen der Spitäler ging ebenfalls leicht zurück, geht aus den 9.30-Uhr-Daten von Innen- und Gesundheitsministerium hervor.

Demnach waren am Sonntagvormittag 4.458 Covid-19-Kranke in Spitalsbehandlung, 139 weniger als am Vortag. Davon wurden 683 Betroffene intensivmedizinisch betreut, ein Rückgang um 14 Patienten. Dennoch befanden sich in den Normalbereichen noch 280 und auf den Intensivstationen 84 Infizierte mehr als am Sonntag vor einer Woche.

Zudem gab es in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt rund 80 Corona-Tote pro Tag in Österreich. Inklusive der weiteren 60 Opfer seit dem Vortag sind bisher 2.388 Infizierte gestorben. Die Zahl der aktiven Fälle sank immerhin im Tagesvergleich um 1.343 sowie im Wochenvergleich um 130 Betroffene auf einen Wert von 75.540.

Fast eine viertel Million Menschen haben sich hierzulande bereits mit SARS-CoV-2 infiziert. 247.188 positive Tests wurden bis Sonntagvormittag eingemeldet. Auch von Samstag auf Sonntag gab es 29.831 Testungen, was für ein Wochenende nur leicht unter dem Schnitt der vergangen sieben Tage (30.508) lag. 169.260 Personen gelten bisher als wieder genesen.

Die 5.226 Neuinfektionen verteilen sich auf die Bundesländer mit 169 im Burgenland, 586 in Kärnten, 914 in Niederösterreich und 928 in Oberösterreich. Aus Salzburg wurden 496 positive Tests gemeldet, aus der Steiermark 632, aus Tirol 575 sowie 441 aus Vorarlberg und 485 aus Wien.

21.11.2020: 6.611 Neuinfektionen und 104 weitere Tote in Österreich

Mit 6.611 Neuinfektionen und 104 weiteren Todesfällen von Infizierten sind die täglichen Coronavirus-Fallzahlen in Österreich am Samstag auf hohem Niveau stabil geblieben. Die Belegung in den Krankenhäusern ging leicht um 32 Covid-19-Erkrankte auf 4.597 Patienten zurück, darunter gab es jedoch ein Plus von zehn Intensivpatienten auf insgesamt 697 Betroffene. Eine Zwischenbilanz zog die Polizei: 796 Verstöße gegen den Lockdown wurden seit Dienstag geahndet.

21.11.2020: Anschober will bei positiven Corona-Antigen-Tests nachtesten

Bei den ab 5. Dezember geplanten Massentests auf das Coronavirus in Österreich sieht Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Unsicherheit von Antigen-Tests als "eines der zentralen Probleme". "Daher werden wir bei positiven Ergebnissen nachtesten", versicherte der Minister in der "Presse". Wie bei den Tests von bis zu 200.000 Lehrern am 5./6. Dezember soll sich in weiterer Folge auch die Gesamtbevölkerung an einem Wochenende testen lassen können.

20.11.2020: BioNtech und Pfizer beantragten US-Zulassung

Die Mainzer Firma BioNtech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das teilten BioNtech und Pfizer am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Schon zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.

BioNtech war im Jahr 2008 von Sahin, seiner Frau Özlem Türeci und dem österreichischen Krebsforscher Christoph Huber gegründet worden. Vor zwei Jahren schloss das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Pfizer, die im März dieses Jahres angesichts der Corona-Pandemie auf die Suche nach einem Impfstoff ausgeweitet wurde.

20.11.2020: Neuer Höchststand an Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI hervorgeht. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um gut 1000.

20.11.2020: Distance Learning laut Eltern nun "deutlich organisierter"

Das Distance Learning an den Schulen verläuft im Vergleich zum ersten Lockdown nun "deutlich organisierter" - das gilt vor allem für den Bereich der Mittelschulen und AHS-Unterstufe, so die Rückmeldungen bei den großen Elternverbänden am Ende der ersten Woche. Gleichzeitig dürfte es aber vor allem an den AHS-Unterstufen deutliche Unterschiede beim Umfang der Aufgaben und des durchgeführten Unterrichts geben.

20.11.2020: EU-Zulassung von zwei Corona-Impfstoffen noch heuer möglich

Zwei Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus könnten noch in diesem Jahr in Europa zugelassen werden. "Wenn alles ohne Probleme verläuft", könnten die Impfstoff-Kandidaten von Pfizer-Biontech und Moderna "in der zweiten Dezemberhälfte 2020" eine bedingte Marktzulassung erhalten, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von möglichen Zulassungen "im Dezember oder sehr schnell nach der Jahreswende".

19.11.2020: Massiver Anstieg der Covid-Toten in Heimen seit Oktober

Die zweite Coronawelle schlägt in den österreichischen Pflege- und Altenheimen mit deutlich mehr Wucht als die erste zu. Mehr als die Hälfte aller Covid-Opfer in Heimen (323 von 607) wurde alleine in den letzten 40 Tagen verzeichnet. Im Burgenland wurden überhaupt 100 Prozent der Corona-Toten in Heimen im Zeitraum vom 1. Oktober bis 12. November verzeichnet, in Niederösterreich waren es 91 Prozent und in Oberösterreich 82 Prozent.

19.11.2020: Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Seit Ende September starben allein 50. 000 Menschen.

18.11.2020: Mehr als 100 Corona-Tote in Österreich binnen 24 Stunden

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat es in Österreich mehr als 100 Tote binnen 24 Stunden gegeben, insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 2000. Seit Dienstagvormittag starben 109 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Somit gibt es in Österreich bereits 2054 Tote. Am Mittwoch wurden 7091 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Patienten in Spitälern steigt weiter, geht aus den Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium hervor.

18.11.2020: Anschober sieht Stabilisierung auf "dramatisch hohem Niveau"

5984 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in Österreich bis Dienstagvormittag innerhalb der vergangenen 24 Stunden eingemeldet worden. "Wir scheinen damit aktuell den Plafond und eine Stabilisierung - allerdings auf dramatisch hohem Niveau - erreicht zu haben. Jetzt müssen die Zahlen schrittweise massiv sinken", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). In der Vorwoche gab es am Dienstag mehr als 6100 Neuinfektionen.

17.11.2020: 109.974 aktive Fälle, 612 aktive Fälle auf den Intensivstationen

17.11.2020: Österreich wieder im Lockdown

Österreich befindet sich seit Mitternacht zum zweiten Mal in einem Corona-Voll-Lockdown. Die Schulen beenden den Unterricht an Ort und Stelle, der Handel muss bis auf Ausnahmen ebenso schließen wie Friseure und andere Dienstleistungen mit Körpernähe. Die Bevölkerung darf nur mehr für spezifische Tätigkeiten das Haus verlassen. Die Maßnahmen gelten vorerst bis einschließlich 6. Dezember. Ziel des Lockdowns ist es, die Spitäler vor Triage zu bewahren.

17.11.2020: Schulen stellen wieder auf Distance Learning um

Nach den Oberstufenschulen stellen ab Dienstag auch Volksschulen, AHS-Unterstufen, Mittelschulen und Polytechnische Schulen bis 6. Dezember auf Distance Learning um. Nur an den Sonderschulen wird weiter regulär vor Ort unterrichtet. An allen Einrichtungen wird jedoch Betreuung bzw. pädagogische Unterstützung angeboten - wie viele Kinder das in Anspruch nehmen, ist jedoch noch unklar.

16.11.2020: Um Mitternacht wird der Lockdown "hart"

Punkt Mitternacht wird der "weiche" Lockdown Österreichs wegen weiter steigender Corona-Infektionen nun "hart": Bis einschließlich 6. Dezember ist der heutige Montag damit die letzte Gelegenheit auf einen Friseurbesuch oder andere "körpernahe Dienstleistungen". Drastischer und umstrittener ist jedoch, dass ab 17. November nun alle Schulen den Unterricht auf Distance Learning umstellen - zuvor waren nur Oberstufen betroffen. Drei Wochen soll die Pause dauern.

14.11.2020: Ab Dienstag: Lockdown wie im März

Die Regierung hat am Samstagnachmittag einen neuen umfassenden "Lockdown" bis inklusive 6. Dezember verkündet. Demzufolge muss ab Dienstag der Handel mit den schon aus dem Frühling bekannten Ausnahmen wie Lebensmittelgeschäften und Apotheken schließen. Die Schulen werden auf Fernunterricht umgestellt. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen nun rund um die Uhr.

14.11.2020: 7.063 Neuinfektionen in Österreich, über 4.000 im Spital

Mit 7.063 vermeldeten SARS-CoV-2-Neuinfektionen in ganz Österreich am Samstag ist deren Zahl nach Werten knapp bei 10.000 in den zwei vergangenen Tagen merklich gesunken. Weiter gestiegen ist indes die Zahl der Spitalspatienten auf 4.026, 584 davon wurden auf Intensivstationen behandelt. 85 Menschen starben mit Covid-19, die Gesamtzahl der Verstorbenen beträgt somit 1.746, wie aus den aktuellen Zahlen hervorgeht.

14.11.2020: Österreichs Gesundheitssystem "vollkommen ausgelastet"

Das Gesundheitssystem in Österreich ist wegen der Coronapandemie "jetzt vollkommen ausgelastet". Das sagte Susanne Rabady, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, am Samstag in Wien. Gelingt keine Trendumkehr, gäbe es bald "die Situation einer Triage", warnte Klaus Markstaller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin. Derzeit sind 567 von 2000 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt.

13.11.2020: Neuer Rekordwert von 9586 Neuinfektionen

Bei den Coronavirus-Neuinfektionen hat es am Freitag erneut einen Rekordwert von 9586 positiven Tests binnen 24 Stunden gegeben. Allerdings befanden sich nach technischen Problemen mit dem Epidemiologischen Meldesystem des Bundes (EMS) wieder Nachmeldungen darunter. Die Zahl der Toten stieg seit Donnerstag um 53 auf nunmehr 1661. Mehr als 3900 Covid-19-Erkrankten mussten im Spital behandelt werden, darunter 567 auf Intensivstationen.

76.839 Menschen waren aktiv infiziert - das sind mehr als der Bezirk Mistelbach Einwohner hat (75.625 Menschen). Insgesamt 0,86 Prozent der Bevölkerung gelten somit als bestätigte aktive Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner stieg am Freitag bereits auf 587. Im Schnitt kamen in der vergangenen Woche jeden Tag 7464 Neuinfektionen hinzu.

In mehreren Medien wird unterdessen angekündigt, dass ab nächster Woche verschärfte Maßnahmen gelten sollen und es einen Lockdown wie im März geben könnte. Die Regierung wird am Samstagnachmittag in einer Pressekonferenz weiter informieren.

13.11.2020: Corona-Ampelkommission für offene Schulen

Die Corona-Ampelkommission hat sich Donnerstagabend für offene Schulen für die Unter-14-Jährigen ausgesprochen. Der Beschluss fiel einstimmig, nur das Bundeskanzleramt enthielt sich. Die Kommission empfiehlt den Einsatz von Antigen-Schnelltests, die Maskenpflicht für Schüler und Lehrer auch im Unterricht sowie eine Staffelung der Schul-Öffnungszeiten. Angesichts der hohen Infektionszahlen bleibt ganz Österreich auf Rot geschaltet.

12.11.2020: Rekordwert: 9262 Fälle binnen 24 Stunden in Österreich

546 der Erkrankten auf Intensivstationen: Die Zahl der Personen, die sich binnen 24 Stunden neu mit dem Coronavirus infiziert haben, ist am Donnerstag auf einen neuen Rekordwert geklettert. Laut Innenministerium wurden mit Stand 9.30 Uhr 9262 Menschen neu positiv auf Covid-19 getestet. Aufgrund technischer Probleme im Meldesystem sind hier aber noch Nachmeldungen der letzten Tage dabei.

Bisher gab es in Österreich 181.642 positive Testergebnisse. 1608 Personen sind an den Folgen des Coronavirus verstorben und 107.876 wieder genesen. Am Donnerstag befanden sich 3811 Infizierte in krankenhäuslicher Behandlung. 546 der Erkrankten waren auf Intensivstationen.

Die Zahlen nach Bundesländern: Burgenland: 194, Kärnten: 399, Niederösterreich: 634, Oberösterreich: 2554, Salzburg: 798, Steiermark: 1116, Tirol: 879, Vorarlberg: 537 und Wien 2151.

12.11.2020: Wirtschaftskammer für Verlängerung der Abgaben- und Steuerstundungen

Die Wirtschaftskammer fordert eine längere Frist, um gestundete Steuern und Abgaben zurückzuzahlen. Nach aktueller Lage müssen die Unternehmen solche Coronahilfen bis zum 15. Jänner zurückzahlen. WKÖ-Präsident Harald Mahrer und Generalsekretär Karl-Heinz Kopf wollen erreichen, dass diese Frist um 6 bis 9 Monate verlängert wird. Außerdem wünschen sich die Kammer-Vertreter Ratenzahlungen für ihre Mitglieder. Verhandlungen haben begonnen, heißt es aus der Wirtschaftskammer.

Als eine der Sofortmaßnahmen nach dem Ausbruch der Coronapandemie wurden Unternehmen Steuern und Abgaben, etwa für die Sozialversicherung, gestundet. Bisher sind 6,5 Mrd. Euro an Steuerstundungen aufgelaufen. "Wir sind in einer Pandemie-Situation. Niemand wird ernsthaft glauben, dass die Unternehmen diese Summen von einem auf den anderen Tag zurückzahlen können", meint Mahrer. Würden alle gestundeten Beträge Mitte Jänner zurückgefordert, wäre die Liquidität der Unternehmen gefährdet.

"Der Zeitraum für die Rückzahlung muss deutlich verlängert werden, indem die gestundeten Zahlungsverpflichtungen umgeschuldet werden", fordert auch Kopf. Es brauche dazu eine gemeinschaftliche Lösung der Sozialversicherungen und der öffentlichen Hand.

11.11.2020: 7514 neue Corona-Fälle in Österreich, 1427 davon in Wien

In den vergangen 24 Stunden sind in Österreich 7514 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet worden - das ist der bisher zweithöchste Wert. Allerdings finden sich darin auch Nachmeldungen im Epidemiologischen Melderegister (EMS), mit dem es in den vergangenen Tagen Probleme gegeben hat. Der Wochenschnitt zeigt mit durchschnittlich 6754 Neuinfektionen täglich weiterhin nach oben.

In den vergangenen sieben Tagen ist die Zahl der Infektionen um 531 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Deutlich zugenommen hat am Mittwoch die Zahl der Toten und der Covid-19-Patienten, die im Spital behandelt werden müssen. Bis Mittwoch 9.30 Uhr sind österreichweit 1564 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben - im Vergleich zum Dienstag waren es 65 Tote mehr. Im Schnitt kamen in der vergangenen Woche jeden Tag 48 Tote hinzu.

In Wien hat es im 24-Stunden-Vergleich österreichweit die meisten neuen Corona-Infektionen gegeben: 1427 positive Testresultate wurden registriert, so der medizinische Krisenstab der Stadt am Mittwoch. Aber auch in Wien gibt es Probleme mit dem EMS, in das die Bundesländer die Corona-Daten einmelden. Dadurch sei es zu einigen Nachmeldungen gekommen - auch für die kommenden Tage könne man dies nicht ausschließen, hieß es.

"Aufgrund dieser Probleme kam es heute zu Nachmeldungen von zwei Laboren in Wien. Diese technischen Probleme betreffen alle Bundesländer. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Zahlen der kommenden Tage auch erhöht sind, weil nicht klar ist, ob weitere Nachmeldungen folgen. Die Nachmeldungen dürften den Zeitraum seit Samstag umfassen", teilte der Krisenstab diesbezüglich in einer Aussendung mit.

11.11.2020: Hauptausschuss verlängert Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen

Der Hauptausschuss des Nationalrates verlängert am Mittwoch die seit 3. November geltenden Ausgangsbeschränkungen. Dies ist notwendig, weil diese laut den gesetzlichen Vorgaben jeweils nur für zehn Tage beschlossen werden können. Alle anderen Maßnahmen des Teil-Lockdowns wurden bereits für vier Wochen bis Ende November beschlossen. Neben den Regierungsparteien ÖVP und Grüne wird auch die SPÖ für die Verlängerung stimmen.

11.11.2020: Gesundheitsministerium klar gegen Schulschließungen

Der Sonderbeauftragte im Gesundheitsministerium und Co-Vorsitzende der Corona-Ampelkommission, Clemens Martin Auer, hat sich im Ö1-"Morgenjournal" am Mittwoch klar gegen Schließungen von Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Das sei wirklich die "Ultima Ratio", sagte er Mittwochfrüh. Die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor "sehr hoch", die Lage "sehr, sehr ernst".

11.11.2020: Erneuter Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA hat ein neues Rekordhoch erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 201.961 neue Ansteckungsfälle gezählt, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Damit wurden die bisherigen Rekordwerte deutlich übertroffen. Der Höchststand bei den Neuinfektionen in den USA hatte bis dato bei rund 127.000 Fällen gelegen und war am vergangenen Samstag erfasst worden.

10.11.2020: EU sicherte sich Biontech-Coronaimpfstoff

Den Menschen in Europa soll der vielversprechende Corona-Impfstoff der Pharmafirmen Biontech und Pfizer schnell nach einer Zulassung zur Verfügung stehen. "Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen", bestätigten Kommissionskreise am Dienstag in Brüssel. "Der Vertrag ist in trockenen Tüchern."

Nach Vertragsabschluss in der EU haben alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen. Sie sollen nach Bevölkerungsstärke verteilt werden, was für Österreich etwa zwei Prozent der verfügbaren Dosen ausmachen würde.

Die Unternehmen hatten am Montag bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Eine Zulassung zunächst in den USA soll frühestens kommende Woche beantragt werden.

NGOs wie Amnesty International (ai) und World Vision mahnten unterdessen die Verfügbarkeit des Impfstoffes auch für Länder mit geringeren finanziellen Möglichkeiten ein. Tamaryn Nelson, Researcherin bei ai, sagte: "Es sind gute Neuigkeiten, dass sich der Impfstoff von Pfizer-BioNTech als wirksam gegen COVID-19 erweist. Es ist jedoch beunruhigend, dass Pfizer-BioNTech bereits mit reichen Ländern Verträge über mehr als eine Milliarde Dosen des Impfstoffs abgeschlossen hat, so dass weniger als ein Viertel seines prognostizierten Angebots für den Rest der Welt übrig bleibt." Die Gewinne der Pharmaunternehmen dürften nicht über die Gesundheit von Milliarden von Menschen gestellt werden.

"Pfizer-BioNTech muss dringend klären, wie der Zugang zu Impfstoffen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen maximiert werden kann, um Leben zu retten", forderte Nelson. "Das Unternehmen sollte die Impfstofftechnologie auch über den Technologiezugangspool Covid-19 der WHO mit anderen Herstellern teilen, damit die Milliarden von Impfstoffen, die benötigt werden, so schnell und kostengünstig wie möglich hergestellt werden können."

Auch World Vision forderte die gerechte Verteilung der Impfstoffe. Besonders gefährdete Menschen wie Bewohner von überfüllten Flüchtlingslagern und städtischen Elendsvierteln sollten zuerst geimpft werden, hieß es in einer Aussendung der Hilfsorganisation.

10.11.2020: Ausgangsbeschränkungen werden Mittwoch verlängert

Die seit 3. November geltenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden morgen, Mittwoch, für weitere zehn Tage verlängert. Ein entsprechender Beschluss wird am Abend im Hauptausschuss des Nationalrates fallen. Dies ist notwendig, weil laut den gesetzlichen Vorgaben die Ausgangsbeschränkungen jeweils nur für zehn Tage beschlossen werden können. Alle anderen Maßnahmen des Teil-Lockdowns wurden bereits für vier Wochen bis Ende November beschlossen.

Eine Evaluierung dieser Maßnahmen soll "in den nächsten Tagen" erfolgen, hieß es am Dienstag auf Anfrage der APA im Gesundheitsministerium. Bis dahin will man feststellen, ob die gewünschte Senkung der Infektionszahlen eingetreten ist, oder ob eventuell eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nötig ist.

Ab morgen ist im Handel um 19 Uhr Ladenschluss

Ab morgen ist im Handel bereits um 19 Uhr Ladenschluss. Nach einer Woche Hin und Her haben die Sozialpartner ihren Wunsch durchgesetzt, dass die Geschäfte um 19 Uhr schließen. Die Verordnung tritt mit Mittwoch, 11. November, 00:00 Uhr in Kraft, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Ausgenommen sind Tankstellen, Automaten, Verkaufsstellen in Bahnhöfen und Flughäfen (von nicht mehr als jeweils 80 Quadratmetern Verkaufsfläche).

10.11.2020: Rekordniveau an Covid-19-Patienten in den USA

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters befinden sich in den USA mehr Patienten als jemals zuvor wegen einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte ist in den vergangenen 30 Tagen um 73 Prozent auf mindestens 58.982 gestiegen - ein Rekordniveau, das den bisherigen Höchststand von 58.370 Patienten am 22. Juli übertrifft. Die Vereinigten Staaten verzeichneten am Montag zum sechsten Mal in Folge mehr als 100.000 Neuinfektionen.

9.11.2020: Impfstoffe - Anschober: "Gute Chance" für Corona-Vakzine Anfang 2021

Nach den vielversprechenden Ergebnissen in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus ortet Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) "gute Fortschritte". "Ich bin weiterhin optimistisch, dass wir tatsächlich eine gute Chance haben, dass im ersten Quartal 2021 die ersten Lieferungen von Impfdosen nach Österreich gelangen und damit schrittweise das Risiko von Covid-19 verringert wird."

"Für mich sind jetzt strenge Sicherheitsüberprüfungen bei den Zulassungsverfahren entscheidend", sagte Anschober. Die Strategie, als EU gemeinsam die Verhandlungen für Covid-19 - Impfstoffe für die Bürgerinnen und Bürger Europas zu führen, mache gute Fortschritte. Mit bereits drei Produzenten konnten Vertragsabschlüsse erreicht werden - und nach den aktuellen Informationen seien die Chancen auf einen Abschluss mit Biontech und Pfizer sehr groß. Es laufen darüber hinaus auch noch Verhandlungen mit drei weiteren Produzenten, sagte der Gesundheitsminister.

9.11.2020: Neue Corona-Quarantäneverordnung für Einreise nach Bayern in Kraft

Ab Montag gelten bei der Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten nach Bayern verschärfte Quarantänevorschriften. Quarantänepflicht gilt dann im Grundsatz für alle bayerischen Rückkehrer, die sich länger als 24 Stunden in Tirol oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten haben, ebenso für alle Ausländer, die länger als 24 Stunden in Deutschland bleiben. Bisher war die Schonfrist doppelt so lang.

7.11.2020: Erstmals über 8000 Neuinfektionen, nächste Woche laut Anschober "weichenstellend"

Am Samstag ist die Zahl der Neuinfektionen in Österreich erstmals über 8000 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden wurden 8241 neue Corona-Fälle gemeldet. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte in einer Aussendung, dass die nächste Woche weichenstellend werden wird. Auch erneuerte er seinen Appell, Kontakte drastisch zu verringern. Als besonders auffallend bezeichnete Anschober die "dramatisch hohe Zahl von 2279 positiven Testungen" in Oberösterreich.

"Es war zu befürchten, dass in dieser Woche vor einer beginnenden Wirksamkeit des Teil-Lockdowns die Neuinfektionen weiter ansteigen werden. Im Lauf der kommenden Woche muss jedoch mit beginnender Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen die Stabilisierung gelingen", betonte Anschober. Steigen die Infektionszahlen auch kommende Woche weiter an, wird das Gesundheitssystem schrittweise an seine Grenzen stoßen, warnte Anschober. Deshalb brauche es nun eine Stabilisierung und die Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Es müssen die Kontakte zumindest halbiert werden, Abstand eingehalten und Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Außerdem riet Anschober dazu, die Stopp-Corona-App zu installieren. "Gelingt eine Stabilisierung - als erster Schritt zu Trendwende und wieder sinkenden Zahlen - nicht, wird eine notwendige weitere Verschärfung der Maßnahmen immer wahrscheinlicher", sagte der Gesundheitsminister.

6.11.2020: Intensivbetten-Auslastung stieg von elf auf 19 Prozent

Das am Freitag veröffentlichte Arbeitsdokument der Corona-Kommission zeigt österreichweit eine Zunahme der Auslastung von ICUs (Intensivstationen) von elf auf 19 Prozent (Stichtag Mittwoch der Kalenderwoche 44 bzw. 45). Vorarlberg hebt sich mit 49 Prozent Intensivbetten-Auslastung weit vom Durchschnitt ab. Österreichweit werden für 18. November 750 Personen auf Intensivstationen prognostiziert, in einer Woche stieg deren Zahl von 224 auf 383 und damit um 70 Prozent.

Die Zahlen für die Risikoeinstufung der Kommission zeigen die zum Teil extremen regionalen Unterschiede bei der Entwicklung der Intensivpatienten auf: So lag die Auslastung in Vorarlberg in der Vorwoche bereits bei rund 22 Prozent - also über dem aktuellen Durchschnitt in ganz Österreich -, in Zahlen bedeuten die Plus 49 Prozent in Vorarlberg eine Verdopplung von elf auf 25. Am Donnerstag stieg der Belag noch einmal um zwei Personen, und dieser Trend war noch nicht zu stoppen, denn Vorarlberg verzeichnete auch eine Rekordzunahme an Neuinfektionen und einen Höchststand an aktiv Infizierten über der Marke von 3000.

Tirol und Oberösterreich sind die zwei weiteren Bundesländer, bei denen die Zahl der belegten Intensivbetten über dem bundesweiten Schnitt von 19 Prozent liegt: 20,2 bzw. 25,1 war hier die Auslastung am Stichtag dieser Woche nach 9,3 bzw. 13,6 in der Woche davor. Nachdem sich die positiven Auswirkungen des Lockdown seit Dienstag erst nach zehn bis 14 Tagen in der Statistik niederschlagen werden und auch die Krankenhausaufenthalte ebenfalls zeitverzögert zur Infektion mit SARS-CoV-2 erfolgen, wird sich dieser Trend auch in der kommenden Woche fortsetzen.

Die Entwicklung bei der prozentuellen Anzahl an positiven PCR-Tests zeigt ebenfalls einen negativen, ansteigenden Trend: Waren es vor vier bzw. drei Wochen österreichweit - bei leicht angestiegener Zahl an Tests - noch sechs und acht Prozent, gibt es jetzt eine Positivitätsrate von 18,5 Prozent bis Mittwoch, nach 13,5 in der Woche davor. Damit rangiert Österreich weit über der WHO-Positivitätsrate von fünf Prozent, die in Deutschland zuletzt bei 7,5 Prozent gelegen ist. Ihre Höhe ist ein Indiz für die Anzahl der übersehenen Fälle und liegt in der aktuellen Kalenderwoche in Oberösterreich bereits bei alarmierenden 25 Prozent und bei 30 in Vorarlberg, also den beiden Bundesländern, die jetzt schon den höchsten Grad der Auslastung im Intensivbereich haben.

5.11.2020: Alle Bezirke Österreichs bei Corona-Ampel auf Rot gestellt

Die letzten gelben und orangen Flecken auf der österreichischen Ampel-Landkarte werden ab Freitag verschwunden sein. Die Corona-Kommission hat in ihrer Sitzung am Donnerstagnachmittag alle Bezirke und Regionen auf Rot gestellt, damit ist überall im Land das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus sehr hoch. Zuletzt war in Österreich mit über 7400 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Rekordwert verzeichnet worden.

5.11.2020: Neuinfektionen in Österreich nun bei über 7400

Nach dem Sprung auf über 6000 Fälle gestern Mittwoch, ist am Donnerstag mit 7416 SARS-CoV-2-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Österreich der zu erwartende nächste Höchstwert vermeldet worden. Mit Stand 9.30 Uhr meldete das Innenministerium 2737 Personen, die aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung waren, davon 407 auf Intensivstationen. Erstmals gibt es auch über 50.000 aktiv Infizierte.

Dies ergibt sich aus insgesamt 132.515 positiven Testergebnissen seit Ausbruch der Pandemie in Österreich und den 1268 Personen, die an den Folgen des Corona-Virus verstorben sowie den 80.604 Personen, die wieder genesen sind. Neuinfektionen im vierstelligen Bereich vermeldeten Nieder- und Oberösterreich mit 1053 bzw. 1540 sowie Wien mit 1231 positiven Test. Die restlichen Bundesländer teilen sich wie folgt auf: Burgenland: 233, Kärnten: 338, Salzburg: 497, Steiermark: 987, Tirol: 828 und Vorarlberg: 709.

5.10.2020: Höchstwert an Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.990 Fällen binnen eines Tages einen bisherigen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor. Den bisher höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16.774.

4.11.2020: Erstmals über 6000 Corona-Neuinfektionen in Österreich

In Österreich ist am Mittwoch die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals auf über 6000 Fälle gestiegen. Mit Stand 9.30 Uhr meldete das Innenministerium 6211 Personen, die neu positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Derzeit befinden sich 2584 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 383 auf Intensivstationen. Die meisten Neuinfektionen gab es in Oberösterreich (1510), gefolgt von Tirol (1.143), Niederösterreich (880) und Wien (845).

2.11.2020: Um 78 Prozent mehr Intensivpatienten in einer Woche

In den heimischen Spitälern wird es angesichts sich weiters rasant ausbreitender Infektionen mit dem Coronavirus eng. Seit vergangenem Montag ist ein Anstieg um 62 Prozent bei den Covid-19-Patienten in den Spitälern zu verzeichnen. Auf den Intensivstationen machte das Plus sogar 78 Prozent aus, teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit. Neu gemeldet wurden am Montag 4135 Infektionen. 336 Patienten bedürfen derzeit intensivmedizinischer Betreuung.

2.11.2020: 423.750 Menschen vor zweitem Lockdown ohne Job

423.750 Menschen in Österreich sind heuer im Oktober ohne Job gewesen. Das ist ein Anstieg von 19,7 Prozent oder 69.724 gegenüber dem Oktober 2019, teilte das Arbeitsministerium mit. Durch den zweiten Lockdown im November ist mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu rechnen. Ökonomen schließen nicht mehr aus, dass die Zahl über den Winter auf über 500.000 steigt.

1.11.2020: Ungewöhnlicher Beschluss zu Allerheiligen im Parlament

Der Beschluss der Verordnung zum zweiten Corona-Lockdown hat zu einer ungewöhnlichen Zusammenkunft des Hauptausschuss des Nationalrats am Allerheiligen-Abend geführt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals am 1. November eine solche Sitzung stattgefunden hätte", sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) nach der zweistündigen Sitzung. Die Diskussion sei sachlich, aber auch pointiert gewesen.

Vieles sei aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet worden, so Sobotka. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) habe dargelegt, warum die Beschlüsse gefällt werden müssen und "die Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und Richtigkeit der Verordnung" erläutert. Die Eindämmung der Pandemie könne aber nur gelingen, wenn sich alle Österreicher einbringen. Der Beschluss alleine reiche nicht, die Maßnahmen müssten auch im Geiste verinnerlicht werden, appellierte Sobotka an die Bevölkerung, die Maßnahmen mitzutragen.

Anschober selbst zeigte sich optimistisch, dass es damit gelingen werde, die Infektionszahlen in Österreich zunächst zu stabilisieren und dann schrittweise wieder abzusenken. Er verwies darauf, dass mit dem heutigen Beschluss im Hauptausschuss die Verordnung "in Rekordtempo" umgesetzt werde. Und das sei auch "absolut notwendig, denn es ist ein Wettlauf mit der Zeit, dass die Maßnahmen rechtzeitig wirken, bevor Österreichs Intensivstationen überlastet sind".

ÖVP-Klubobmann August Wöginger (ÖVP) bedankte sich bei der SPÖ, dass sie die Verordnung mitbeschlossen habe und zeigte sich überzeugt, dass diese vor dem Verfassungsgerichtshof halten würde. "Die Maßnahmen sind verhältnismäßig und gut begründet. Selten wurde eine Verordnung mit so viel Expertise begleitet", verwies Wöginger auf die Tausend Seiten an sachlicher Begründung, die der Verordnung beiliegen. "Wir müssen dringend handeln. Die Verordnung ist notwendig, die Eingriffe sind notwendig. Wir wissen, dass es in der Gastronomie und Tourismus viele Infektionsketten gibt." Zudem würden bei ihm daheim im Innviertel Partys in Garagen, Gärten, Babypartys und sogar Hochzeiten in Stadln gefeiert, so Wöginger.

Auch die Klubchefin der Grünen, Sigrid Maurer, sah die Verordnung "extrem gut begründet". Sie habe daher keine Sorgen, dass sie vom VfGH aufgehoben werden könnte. Sie machte aber auch deutlich, dass die Grünen mit den Eingriffen und Einschränkungen alles andere als glücklich sind: "Die ganze Verordnung tut uns weh. Wir wollten nie, dass es zu einem zweiten Lockdown kommt. Aber wir haben keine andere Wahl. Es ist alternativlos. Es ist verhältnismäßig und es leider notwendig."

SPÖ und NEOS bekräftigten nach der Sitzung neuerlich ihre Positionen. SPÖ-Klubchefin Pamela Rendi-Wagner warnte davor, "dass in ein bis zwei Wochen der Kollaps der Intensivstationen und des Gesundheitssystems droht" und deswegen gehandelt werden müsse. "Wir sehen einiges skeptisch, aber wir haben eine Verantwortung und diese nehmen wir wahr."

Die NEOS haben die Zustimmung nur deswegen verweigert, weil die nächtliche Ausgangsbeschränkungen ablehnen, bei vielen anderen Maßnahmen wären sie aber mitgegangen.

Die FPÖ lehnt das gesamte Vorgehen der Regierung ab, wie Klubobmann-Stellvertreterin Dagmar Belakowitsch Sonntagabend neuerlich bekräftigte. Der Gesundheitsminister sei ahnungslos und produziere einen vollkommenden Blindflug. "ÖVP und Grüne sperren die Österreicher ein und das halbe Land zu. Valide Zahlen, Fakten und Daten auf Basis derer die Regierung derartige Zwangsmaßnahmen begründet, ist Gesundheitsminister Anschober auch heute schuldig geblieben. Und wer die Maßnahmen der Regierung auch nur ansatzweise kritisiert, wird als Corona-Leugner diffamiert. Das ist eine Sauerei", so Belakowitsch wörtlich.

1.10.2020: Hauptausschuss gab grünes Licht

Der Umsetzung der neuen Corona-Maßnahmen steht nichts mehr im Weg. Der Hauptausschuss gab am Sonntagabend jenen Regelungen, die eine parlamentarische Zustimmung brauchen, seinen Segen. Davon betroffen sind etwa die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. Neben der Koalition erteilte auch die SPÖ ihre Zustimmung, teilte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) in einer Pressekonferenz im Anschluss mit.

31.10.2020: Die Maßnahmen und Beschränkungen im zweiten Lockdown

Aufgrund der zuletzt rasant steigenden Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung heute die neuen Schutzbestimmungen verkündet, die ab Dienstag gelten.

„Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz: Aber auch dieses könne an seine Grenzen stoßen. „Und wenn wir jetzt nicht handeln, wird es zu einer Überlastung der intensivmedizinischen Kapazitäten kommen.“ Das würde auch bedeuten, dass Ärztinnen und Ärzte entscheiden müssten, wen sie intensivmedizinisch behandeln können und wen nicht. „Und das werden wir nicht zulassen“, stellte Kurz klar. Daher werde es „zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen“.

So wird eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr früh gelten. Ausnahmen davon sind nur zulässig, wenn eine unmittelbare Gefahr droht, wenn es um Betreuung hilfsbedürftiger Personen oder um familiäre Pflichten geht, um die Deckung der Grundbedürfnisse des täglichen Lebens, um berufliche und Ausbildungszwecke oder um den Aufenthalt im Freien „zur körperlichen und psychischen Erholung“. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 12. November.

Grundsätzlich dürfen sich nur noch Personen treffen, die maximal zwei Haushalten angehören.

Im Freien muss man generell ein Meter Abstand zu anderen Personen, mit denen man nicht im selben Haushalt lebt, einhalten. In Innenräumen wie Geschäften ist zudem eine Schutzmaske zu tragen, die Mund und Nase bedeckt. In Geschäften müssen pro Kunde zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Andernfalls darf nur jeweils ein Kunde eingelassen werden. Im beruflichen Umfeld wie etwa in Büros ist ebenso ein Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Wo dies nicht möglich ist, ist ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

Gaststätten und Lokale müssen ebenso geschlossen bleiben wie Hotels und Beherbergungsbetriebe. Gäste, die sich bereits in Hotels befinden, können die gebuchte Zeit noch dort verbringen. Auch Beherbergung im Zuge beruflicher Reisen bleiben erlaubt. Das Abholen von Speisen und Getränken ist erlaubt. Auch Freizeiteinrichtungen müssen geschossen bleiben. Dazu zählen unter anderem Hallenbäder, Tanzschulen, Wettbüros, Casinos, Theater, Kinos, Museen, Tierparks und Bordelle.

Als Hilfen werden den Betrieben 80 Prozent des Umsatzes des Vorjahreszeitraums ersetzt. Dafür dürfen keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden. Auch die Kurzarbeit wird ausgeweitet.

Offen bleiben Geschäfte im Bereich des Handels und der Dienstleistung. Einkaufen bleibt also problemlos möglich.

Ebenso untersagt ist die Ausübung von Sportarten mit Körperkontakt. Ausgenommen davon ist der Bereich des Spitzensports. Sportstätten in Innenräumen müssen hingegen geschlossen bleiben. Möglich bleibt damit die Ausübung von Einzelsportarten im Freien.

In Alten-, Pflegen- und Behindertenheimen gelten ebenso strenge Maßnahmen. Besucher dürfen nur eingelassen werden, wenn diese einen negativen Antigen-Test – nicht älter als 24 Stunden – oder einen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Andernfalls sind spezielle CPA-Atemschutzmasken zu tragen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner eines Heimes darf nur einen Besucher alle zwei Tage empfangen. Insgesamt dürfen von 3. November bis inklusive 17. November für jede Bewohnerin und jeden Bewohner höchstens zwei unterschiedliche Personen eingelassen werden. Für Palliativ- und Hospizeinrichtungen gelten diese Maßnahmen nicht.

Generell untersagt sind Veranstaltungen, auch unter anderem Hochzeits- und Geburtstags- sowie Jubiläumsfeiern, sofern diese nicht in privaten Wohnbereichen stattfinden. Ausdrücklich nicht als private Wohnbereiche gelten Garagen, Gärten, Schuppen oder Scheunen. Erlaubt bleiben unter anderem Begräbnisse mit höchstens 50 Trauergästen. Auch dabei gelten der Ein-Meter-Mindestabstand sowie das Erfordernis eines Mund-Nasen-Schutzes.

Schulen und Universitäten bleiben geöffnet. In den Oberstufen und Unis soll jedoch Distance-Learning – also Heimunterricht über das Internet – stattfinden. Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Sämtliche Maßnahmen gelten bis Ende November – bis auf die Ausgangsbeschränkung, die wie oben berichtet bis 12. November gilt.

Die Maßnahmen wurden von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) präsentiert.

31.10.2020: Umfrage: Zwei Drittel empfinden Corona-Situation als belastend

Die Menschen in Österreich kämpfen mit den psychischen Folgen der Pandemie. So geben insgesamt 69% der Befragten an, dass sie durch die Corona-Situation persönlich belastet sind. Davon empfinden 25% die Lage sogar als „sehr belastend“, weitere 44% als „eher belastend“.

Wie die vom Meinungsforschungsinstitut Unique Research für die aktuelle profil-Ausgabe durchgeführte Umfrage zeigt, lässt die Corona-Krise nur eine Minderheit unbekümmert: 25% der Befragten empfinden ihr Leben während der Pandemie „wenig“ belastend und 5% „gar nicht“.

Zwei Gruppen macht die Situation besonders zu schaffen. 78% der unter 30-jährigen fühlen sich belastet – und 75% der Menschen mit Kindern.

30.10.2020: Neue Maßnahmen dürften umfassend sein

Noch vor kurzem hat ihn sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nicht vorstellen können, doch nächste Woche kommt der zweite Lockdown. Wie er genau aussieht, wird gerade noch ausverhandelt. Doch es verdichten sich die Hinweise, dass es zu einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung kommt und die Gastronomie den November mehr oder weniger abschreiben wird müssen.

Dass eine Ausgangssperre in Diskussion ist, war schon gestern bekannt. Der "Kurier" berichtet nun online, dass diese ausgiebig ausfallen wird, nämlich zwischen 20 und 6 Uhr früh. Freilich bedeutet dies real keine Heimhaft, denn zur Versorgung anderer Personen, zum Gang mit dem Hund, für die Fahrt zur Arbeit oder auch für eine spätabendliche Laufrunde kann es schon vom Gesetz her kein Verbot geben. Privateinladungen werden jedoch fast unmöglich gemacht.

Ursprünglich diskutiert worden war, dass man mit dem abendlichen Lockdown allenfalls die Gastronomie untertags aktiv bleiben lässt. Angesichts der immer rasanter steigenden Zahlen könnte man trotz entsprechenden Drucks aus der Wirtschaft nun aber die Lokale komplett für Gäste sperren. Einzig Take-away und Lieferung soll möglich sein. Gerungen wird noch um die Entschädigungen, denn neben den Weihnachtsfeiern, die durch die Gästelimitierungen ohnehin jetzt schon praktisch unmöglich gemacht worden sind, fällt jetzt beispielsweise auch noch der größte Teil des Martinigans-Geschäfts weg.

Kolportiert wird ferner, dass praktisch alle Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Einzig der Profisport wird auch im November weiterlaufen, das freilich ganz ohne Publikum, also nur als TV-Ereignis.

Mannschaftssport im Amateurbereich soll für den November auch untersagt sein. Der Kulturbereich mit Opernaufführungen, Theater und Museen dürfte wieder für einen Monat stillgelegt werden. Die touristische Unterbringung in der Hotellerie dürfte auch verboten werden. Schlecht schaut es aus auch für kosmetische Dienstleistungen wie Nagelstudios aus, während die Friseure offen halten dürfen. Ebenfalls schließen werden müssen offenbar Yoga- und Fitnessstudios sowie Schwimmbäder.

Ab wann all das gilt, ist noch unklar. Die Rede war zuletzt von Montag oder Mittwoch. Einzelne Punkte könnten noch einer Zustimmung des Hauptausschusses bedürfen, die allerdings auch im Nachhinein abgeholt werden könnte. Dank türkis-grüner Mehrheit ist diese parlamentarische Beschlussfassung real nur ein Formalakt.

Was sich die Regierung offenbar erspart, ist, dass wieder tagelang auf eine Verordnung des Sozialministeriums gewartet werden muss. Diese soll diesmal jedenfalls noch am Tag der Verkündung der Maßnahmen, also am morgigen Samstag vorliegen. Bekannt gegeben wird der neue Lockdown wie üblich von Regierungsspitze, Sozial- und Innenminister. Davor wird per Video mit den Landeshauptleuten und den Klubobleuten der Opposition getagt.

30.10.2020: EU-Videogipfel zu Corona - EU-Ratspräsident: "Sitzen im selben Boot"

In Kampf gegen die dramatische zweite Corona-Welle proben die EU-Staaten den Schulterschluss. "Wir sitzen alle im selben Boot", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel nach einem Videogipfel der 27 EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, dass die Kommission angesichts knapper werdender Krankenhauskapazitäten die Verlegung von Patienten in andere Mitgliedsländer mit 220 Millionen Euro finanziert.

Konkret verabredeten die Staats- und Regierungschefs in der rund dreistündigen Sitzung, gemeinsame Test- und Impfstrategien voranzutreiben und die unterschiedlichen Corona-Warn-Apps für Handys zu harmonisieren. Die 22 verschiedenen Apps sollen noch im November miteinander kompatibel werden, wie von der Leyen sagte.

Fast alle EU-Staaten verzeichnen inzwischen stark steigende Infektionszahlen. Allein vergangene Woche gab es in Europa nach Angaben der EU-Kommission 1,1 Millionen bestätigte Corona-Fälle, täglich werden etwa 1000 Covid-19-Todesfälle registriert. Die Intensivstationen füllen sich. Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Tschechien und Deutschland haben bzw. werden das öffentliche Leben zurückfahren.

29.10.2020: Ganz Österreich wird Rot

Die Ampel-Kommission hat am Donnerstag beschlossen, ganz Österreich wegen der stark steigenden Corona-Zahlen auf Rot zu schalten. In ihrer Bewertung unterscheidet die Kommission aber auch die einzelnen Bundesländer. Diese sind bis auf Kärnten, das ab Freitag orange ist, ebenfalls alle rot. Auch auf regionaler Ebene dominiert Rot. Rotlicht gilt demnach uneingeschränkt für Wien, wo nicht nach einzelnen Bezirken differenziert wird, und für sämtliche Bezirke in Salzburg und Oberösterreich.

29.10.2020: 4.553 Neuinfektionen, Gesundheitsminister Anschober sieht "akuten Handlungsbedarf" 

Die Regierung hat mit einer Expertengruppe über die Auslastung und die verbleibenden Kapazitäten in den österreichischen Spitälern beraten. Im anschließenden Pressestatement gaben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober die stark steigenden Zahlen zu bedenken, bis Ende der Woche erwarte man bis zu 5800 Neuinfektionen. In den letzten 24 Stunden wurden 4.553 neue Infektionen mit Covid-19 registriert. 

"Unsere Kapazitäten sind so wie in jedem anderen Land auf der Welt beschränkt," so der Bundeskanzler. An dem Schwellenwert von 6000 Neuinfektionen pro Tag werde weiterhin festgehalten. Auch Gesundheitsminister Anschober sprach von einem "akuten Handlungsbedarf". 

Am Freitag und Samstag werde sich die Bundesregierung weiter beraten und die Bevölkerung zeitnah über etwaige Maßnahmen informieren.

 

29.10.2020: Intensivkrankenbetten: Regierung trifft Expertenrunde

Die Regierung bespricht am Donnerstag in einer Expertenrunde die Lage bezüglich der Intensivkapazitäten an Österreichs Krankenhäusern. Die stark gestiegene Zahl an Coronavirus-Patienten hat inzwischen in einigen Bundesländern zu Befürchtungen geführt, dass die Auslastungsgrenzen regional bald erreicht werden könnten. Innerhalb von vier Wochen stieg die Zahl von 88 auf 224 Patienten in Intensivbehandlung am Mittwoch. Danach tagt die Ampel-Kommission.

An dem Experten-Treffen zu Mittag im Bundeskanzleramt nehmen auf Regierungsseite Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) teil. Auf Expertenseite geladen sind die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl von der MedUni Wien, Klaus Markstaller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), Oswald Wagner, Vizerektor der MedUni Wien, Herwig Ostermann, Geschäftsführer von Gesundheit Österreich sowie Thomas Hausner, Facharzt für Unfallchirurgie am Wiener Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler.

Die Expertenrunde startet um 13.00 Uhr, für 14.00 Uhr sind Statements im Bundeskanzleramt geplant. Danach tagt wie gewohnt die Ampel-Kommission. Laut der Tageszeitung "Standard" (Onlineausgabe) wird darüber diskutiert, dass ganz Österreich bis auf sieben Bezirke in Kärnten rot eingefärbt wird. Erstmals würden also ganze Bundesländer auf die höchste Corona-Warnstufe gestellt. Aber auch eine generelle Rotschaltung von ganz Österreich steht demnach im Raum.

Angesichts dieser Entwicklung wird laut "Standard" und "Salzburger Nachrichten" in den nächsten Tagen ein Bündel von schärferen, bundesweiten Maßnahmen vorbereitet. Die neuen Regeln sollen mit anderen Ländern vergleichbar sein. Hauptziel ist, die Intensivbetten zu sichern. Über die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen wird derzeit noch verhandelt.

28.10.2020: Maßnahmen in Deutschland werden stark verschärft

Mit harten Einschnitten für die Bürger und viele Unternehmen will die deutsche Bundesregierung die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen unter Kontrolle bringen. Die Menschen sollten ihre privaten Kontakte auf ein "absolut nötiges Minimum" reduzieren. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Hotels, Bars und Restaurants schließen - Schulen, Kitas und Einzelhandel sollen unter strengen Hygienemaßnahmen offen bleiben. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit soll nur noch "mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet" sein. Die Bürger sollen demnach auch aufgefordert werden, generell auf private Reisen und Besuche zu verzichten. Touristische Übernachtungen im Inland sollen unterbunden werden.

28.10.2020: 3.394 Neuinfektionen in Österreich

Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich steigt weiter auf einem hohen Niveau. So kamen in den vergangenen 24 Stunden 3.394 neue SARS-CoV-2-Fälle hinzu. Deutlich mehr Patienten mussten am Mittwoch im Krankenhaus behandelt werden - insgesamt waren 1.569 im Spital. Benötigten davon am Dienstag noch 203 Erkrankte intensivmedizinische Versorgung, waren es am Mittwoch bereits zehn Prozent mehr und insgesamt 224 Patienten. Österreichweit waren 26.785 Menschen aktiv infiziert.

28.10.2020: Garagenpartys in OÖ: Ab sechs Personen fixe Sitzplätze

Die Reglementierung privater Partys, die ab Freitag in Oberösterreich gelten und auch kontrolliert werden soll, betrifft Räumlichkeiten, die nicht für den Wohnzweck bestimmt sind - etwa Garagen, Stadeln oder Hütten. Dort sollen die gleichen Regelungen gelten wie sie die Covid-19-Maßnahmenverordnung für Veranstaltungen in Innenräumen vorsieht: Bei mehr als sechs Personen muss es etwa fix zugewiesene Sitzplätze geben und die Veranstaltung ist bei der Behörde anzuzeigen.

Gerade weil sich gezeigt hat, dass der Großteil der Ansteckungen im privaten Bereich und dort vor allem bei größeren Zusammenkünften erfolge, sei es notwendig, diese einzuschränken, so LH Thomas Stelzer und LHStv. Christine Haberlander (ÖVP). Sie betonten, es gehe rein um Zusammenkünfte in Garagen, Stadeln oder Hütten. In Wohnhäusern oder Wohnungen werde es "natürlich keine Kontrollen" geben.

Auch in den Alten- und Pflegeheime wird das Schutzniveau in Oberösterreich erneut erhöht. Details dazu sollen demnächst bekanntgegeben werden.

28.10.2020: Oberösterreich offenbar vor weiteren Verschärfungen

In Oberösterreich dürften weitere Verschärfungen in Sachen Corona kommen. Im Landhaus herrscht im Vorfeld des Halloween-Wochenendes Alarmstimmung. Hintergrund sind rasant steigende Infektionszahlen und immer vollere Spitäler. Wie aus dem Umfeld von LH Thomas Stelzer (ÖVP) zu hören war, zielt man auf private Partys in Garagen oder Stadeln ab. Neue rechtliche Maßnahmen mit dem Ziel, unkontrollierte Feiern zu unterbinden, könnten bereits heute, Mittwoch, präsentiert werden.

Es gebe für Veranstaltungen und in der Gastronomie klare gesetzliche Regeln. Man habe die Sperrstunde nicht vorverlegt, weil auch laut Experten das Infektionsrisiko in der Gastronomie unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gering sei. Die meisten Ansteckungen passieren im privaten Bereich. Daher sei jetzt einfach nicht die Zeit für Stadel- oder Garagenpartys, war aus dem Landhaus zu hören.

Hintergrund sind die zuletzt stark gestiegenen Corona-Zahlen. Auch die Lage in den Spitälern spitzt sich zu. Am Dienstag wurde bekannt, dass man damit beginnt, nicht sofort nötige Eingriffe zu verschieben. Angesichts der sehr personalintensiven Behandlung von Covid-19-Patienten befürchtet man in den Krankenhäusern, an Kapazitätsgrenzen zu stoßen, wenn sich die Infektionskurve so weiterentwickelt wie zuletzt. Dann wären in Oberösterreich die für Corona-Patienten vorgehaltenen Plätze Anfang November aufgebraucht, was einen Totalstopp elektiver Leistungen bedeuten würde. Hinzu kommt, dass es täglich Hunderte Neuinfektionen im Bundesland gibt und sich diese Zahlen erst zeitverzögert in der Auslastung von Spitals- und Intensivbetten niederschlagen.

27.10.2020: Bereits mehr als 1000 Tote in Österreich

Acht Monate nach den ersten bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen in Österreich ist die Zahl der Toten auf über 1000 gestiegen. Bis Dienstagfrüh sind 1005 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben. In den vergangenen 24 Stunden wurden 2835 Neuinfektionen gemeldet. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Patienten im Spital. 1400 Erkrankte lagen am Dienstag im Krankenhaus, davon 203 auf Intensivstationen - am Montag waren es noch 188. 24.789 Menschen waren aktiv infiziert.

27.10.2020: Steierischer Landeshauptmann Schützenhöfer für Eingriffe im Privaten

Hermann Schützenhöfer (ÖVP) will einen verfassungsrechtlich gangbaren Weg suchen, um bei Verstößen gegen Corona-Regeln auch im Privatbereich eingreifen zu können. "Für bestimmte Fälle, für bestimmte Zeiten", meinte er im "Kurier". Außerdem spricht sich Schützenhöfer gegen die Forderung seiner Parteikollegen aus, die Quarantäne von K1-Kontaktpersonen zu verkürzen.

Anschober gegen Kontrollen im Privatbereich

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erteilt der Forderung des steirischen Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer (ÖVP) nach Corona-Kontrollen im Privatbereich ein Absage. Das Covid-Maßnahmengesetz schließe Kontrollen im privaten Wohnbereich aus, und das sei auch "grundsätzlich richtig", meinte Anschober am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". Er glaube, dass "die allermeisten Menschen imstande sind, klaren Empfehlungen Folge zu leisten".

25.10.2020: Ab heute neue Maßnahmen, wieder Rekordzahlen in Österreich

Ab heute beeinträchtigt die Corona-Krise das Leben der Österreicher wieder ein Stück mehr. Bei Veranstaltungen im Freien sind nur mehr 1500 Personen erlaubt, indoor bloß noch 1000 und das nur mit Maske und zugewiesenen Sitzplätzen. Sollten diese Regeln nicht eingehalten werden können, dürfen maximal sechs Erwachsene gleichzeitig in einem Raum sein, outdoor darf man sich zu zwölft aufhalten. Dazu kommen noch jeweils höchstens sechs Kinder. Einzig bei Begräbnissen sind noch 100 Personen zugelassen. Neu ist auch, dass nach der Sperrstunde im Umkreis von 50 Metern um einen Gastronomiebetrieb keine alkoholischen Getränke mehr konsumiert werden dürfen.

Zudem vergeht kein Tag ohne Rekord bei den Neuinfektionen in Österreich: Mit 2782 weiteren mit SARS-CoV-2-Infizierten österreichweit wurde ein neuer Rekord für einen Sonntag registriert. Zum Vergleich: Im März waren es während der "ersten Welle" nur rund 1000 Neuinfektionen pro Tag. Derzeit gibt es 21.974 aktiv Infizierte. 1225 Menschen befinden sich aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 174 auf Intensivstationen.

24.10.2020: Erstmals über 20.000 Corona-Fälle in Österreich

Am Samstag ist ein neuer Rekord an SARS-CoV-2-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Österreich verzeichnet worden. 3614 Menschen wurden innerhalb der letzten 24 Stunden positiv getestet, das ist eine immense Steigerung von über 1.000 im Vergleich zu den am Vortag vermeldeten Neuinfektionen. Auch die Zahl der aktiven Fälle erreichte einen Höchststand von 20.273.

24.10.2020: Corona-Rekorde in den USA und Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag. In Deutschland wurden innerhalb eines Tages 14.714 Neu-Ansteckungen registriert, auch das ist Tagesrekord. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass in beiden Ländern mehr getestet wird als im Frühjahr.

23.10.2020: Neue Maßnahmen ab Sonntag

Ab Sonntag gelten in ganz Österreich weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So wird die maximale Personen-Zahl bei Treffen und kleinen Events abseits der eigenen vier Wände auf sechs (indoor) bzw. zwölf (outdoor) reduziert, ebenso gelten für größere Veranstaltungen geringere Personen-Obergrenzen als bisher. Wiederbelebt wird der 1 Meter-Abstand (der "Babyelefant") im öffentlichen Raum. In der Gastronomie dürfen sich nur mehr sechs Erwachsene einen Tisch teilen.

Anders als angekündigt gelten die neuen Maßnahmen nicht schon ab Freitag, sondern erst mit Sonntag, 00.00 Uhr. Einzelne Neuerungen haben eine Übergangsfrist.

23.10.2020: Rohrer zur Causa Ischgl: "Viele Gerichte werden sich damit beschäftigen"

Ronald Rohrer, Vorsitzender der Experten-Kommission zur Causa Ischgl, lehnte nach der Präsentation seines Berichts jede Interviewanfrage ab. Bis jetzt. Mit profil spricht er über Behördenfehler, blinde Flecken der Prüfung und betrunkene Holländer.

23.10.2020: Corona-Ampel in 21 Bezirken neu auf Rot gestellt

Das Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus vergrößert sich in immer weiteren Teilen Österreichs. Die Kommission, die jeden Donnerstag über die Schaltung der Corona-Ampel entscheidet, hat für 21 weitere Bezirke bzw. Regionen rot gegeben. Damit haben alle Bundesländer außer Wien und Kärnten rote Regionen. Dazu kamen zahlreiche weitere Bezirke, die nun orange sind. Lediglich Hermagor in Kärnten und Linz Land haben nun mit Gelb statt Orange eine bessere Bewertung.

22.10.2020: Rekord von 2435 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Binnen 24 Stunden sind in Österreich 2435 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet werden - ein Rekordwert. Noch nie zuvor hat es an einem Tag mehr als 2000 neue Fälle gegeben. Höchstwerte wurden aus Wien, Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol gemeldet, so die Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium (Stand 9.30 Uhr). Die Zahl der Patienten im Krankenhaus stieg auf über 1000.

22.10.2020: Streit um Corona

Über kein anderes Thema wird so erbittert diskutiert wie über unseren Umgang mit dem Virus. Der Konflikt verläuft quer durch die Gesellschaft, zerstört wohlige Gewissheiten und bedroht die Demokratie. Aber worüber streiten wir da eigentlich? Ein klärendes Gespräch.

22.10.2020: Deutsche Reisewarnung für ganz Österreich außer Kärnten

Deutschland erklärt alle Bundesländer Österreichs zum Risikogebiet, mit Ausnahme von Kärnten. Das berichteten mehrere Medien Donnerstagfrüh. Die damit verbundene Reisewarnung des Auswärtigen Amts soll ab Samstag 0.00 Uhr gelten. Zuletzt galten bereits Wien, Vorarlberg und Tirol als Risikogebiete, mit Ausnahme der Exklaven Mittelberg/Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol). Auch die Niederlande haben ihre Reisewarnung für Österreich ausgeweitet.

21.10.2020: 30 Millionen Euro für Schutzausrüstung

Ein internationales Rechercheprojekt mit Beteiligung von profil hat Corona-Beschaffungsmaßnahmen der öffentlichen Hand durchleuchtet. Europaweit geht es um Aufträge von mehr als 20 Milliarden Euro. Transparenz? Verbesserungswürdig. Zumindest in Österreich.

21.10.2020: Aktuelle Kennzahlen aus Wien

Die Landessanitätsdirektion Wien und der medizinische Krisenstab der Stadt Wien informieren regelmäßig über die aktuellen Fallzahlen und weitere Kennzahlen zum Covid-19-Virus:

Stand Mittwoch, 21. Oktober 2020, 8 Uhr, sind in Wien 24.250 positive Testungen bestätigt. 

Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt 295. Bei den aktuellen Todesfällen handelt es sich um einen Mann im Alter von 65 Jahren und eine Frau im Alter von 91 Jahren. 

18.184 Personen sind genesen.

Gestern wurden in Wien 5437 Corona-Tests vorgenommen, das macht insgesamt 562.746 Testungen.

Die Gesundheitshotline 1450 hat 5700 Anrufe entgegengenommen. Informationen für die Bevölkerung erteilt auch die Service-Nummer der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621. 

20.10.2020: Ab heute Gastroregistrierungspflicht in Oberösterreich, neue Höchstwerte in Deutschland

In Oberösterreich ist ab heute in der Gastronomie die Gästeregistrierung wie in Wien verpflichtend. Laut der entsprechenden Verordnung müssen Wirte Namen, Adresse und Telefonnummer ihrer Gäste sowie Datum, Uhrzeit und - wenn vorhanden - Tischnummer erfassen, vier Wochen lang aufbewahren und bei Bedarf den Behörden aushändigen. Nach sechs Wochen sind die Daten zu löschen.

Im Nachbarland Deutschland wurden Dienstagmorgen  nach Angaben des Robert Koch-Instituts 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4.122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht.

19.10.2020: Blümel-Mitarbeiter positiv, Minister nicht isoliert

Ein enger Mitarbeiter von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) ist am Wochenende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Kollegen, die als K1-Personen eingestuft wurden, befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden in weiterer Folge ebenfalls getestet. Der Finanzminister selbst hatte im kritischen Zeitraum keinen Kontakt mit dem betroffenen Mitarbeiter und wurde heute negativ getestet, berichtete ein Sprecher.

Damit geht Blümel auch nicht in Isolation sondern weiter seiner Arbeit nach. Gefordert ist er diese Woche unter anderem als Wiener ÖVP-Obmann, wenn es in die erste Runde der Parteiengespräche mit der SPÖ nach der Wahl in der Bundeshauptstadt geht.

19.10.2020: Professionelle Veranstaltungen weiter beschränkt

Die Regierung hat auf die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise mit Verschärfungen bei Veranstaltungen reagiert: Professionelle Veranstaltungen werden ab Freitag weiter beschränkt, das betrifft unter anderem die Fußball-Bundesliga oder die Staatsoper, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag. Demnach werden outdoor nur mehr 1500 Besucher zugelassen, indoor 1000, das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske ist verpflichtend, Speisen und Getränke gibt es nicht.

Nicht reglementiert sind Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze indoor bis maximal sechs Personen, outdoor bis zwölf Erwachsene. Bei höheren Personenzahlen muss die Veranstaltung angezeigt werden. "Das gilt überall. Das betrifft das Restaurant genauso wie den Yoga-Kurs", sagte Kurz. Ausgenommen sind nur Veranstaltungen in beruflicher Ausübung und Begräbnisse.

Kurz nannte die Situation europaweit extrem herausfordernd. Zur Lage in Österreich sagte der Kanzler: "Wenn der Trend so weitergeht, haben wir 6000 Neuinfektionen pro Tag im Dezember." Die nächste Monate würden ein "rot-weiß-roter Kraftakt": "Je besser wir zusammenhalten, je besser jeder einzelne mitmacht, desto besser werden wir durch die Situation kommen", betonte Kurz.

19.10.2020: Bund-Länder-Konferenz zu bundesweiten Verschärfungen

Am Montag findet eine Videokonferenz zwischen Bund und Ländern zu geplanten bundesweiten Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus statt. Sie soll dazu dienen, "dass wir gemeinsam die nächsten Schritte besprechen und die richtigen Maßnahmen im Bund und in den Ländern setzen", hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag gegenüber der APA angekündigt. Nach der Videokonferenz ist eine Pressekonferenz der Regierung angesetzt.

Welche Verschärfungen kommen könnten, war noch offen. Kurz betonte jedenfalls, dass man nur durch die Reduktion von sozialen Kontakten, "was natürlich von uns allen Verzicht bedeutet", den Anstieg der Infektionszahlen stoppen könne. In der Vorwoche hatten mehrere Bundesländer verstärkte regionale Maßnahmen gesetzt.

18.10.2020: Schallenberg nach positivem Coronatest ohne Symptome

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) geht es nach seinem positiven Coronatest weiter gut. "Er hat weiterhin keine Symptome", sagte seine Sprecherin am Sonntag auf APA-Anfrage. Coronatests von Schallenbergs Kontaktpersonen blieben indes ebenso negativ wie jene aller anderer Mitglieder der Bundesregierung. Wegen der Infektionen Schallenbergs und seiner belgischen Kollegin Sophie Wilmes begab sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in Quarantäne.

17.10.2020: Coronavirus - Außenminister Schallenberg positiv getestet

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.Er weise bisher keine Symptome auf und sei in Heimquarantäne. Mitarbeiter und Kontaktpersonen, die laut Einschätzung der Gesundheitsbehörden als Kontaktperson 1 gewertet werden, seien unverzüglich nach Bekanntwerden des Ergebnisses des am Freitagnachmittag durchgeführten Routinetests abgesondert worden und würden getestet.

Als Vorsichtsmaßnahme werden alle Regierungsmitglieder im Laufe des Samstags getestet. Es besteht der Verdacht, dass sich Schallenberg beim Rat der Außenminister in Luxemburg am Montag angesteckt haben könnte.

16.10.2020: Corona-Ampel erstmals rot: Vier Bezirke betroffen

Die Corona-Ampel in Österreich zeigt erstmals die Farbe Rot: In vier Bezirken in Oberösterreich, Salzburg und Tirol - Wels Stadt, Hallein sowie Innsbruck Stadt und Land - wurde in der Sitzung der Ampel-Kommission vom Donnerstag die höchste Gefährdungsstufe für eine Infektion mit SARS-CoV-2 erkannt, die Regionen daher auf Rot gestellt. In einer Empfehlung von Experten an die Kommission waren neun Bezirke für die Schaltung auf Rot zur Debatte gestanden. Wien blieb orange.

16.10.2020: Anschober erwartet demnächst bundesweite Verschärfungen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstagabend nun auch baldige bundesweite Verschärfungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Aussicht gestellt. Man erarbeite diese zur Zeit, erklärte er in der "ZiB 2" am Donnerstagabend. Gefragt nach dem Zeitpunkt, sagte er: "Ich würde nicht ausschließen, dass das schon in den kommenden Tagen sein könnte." Einen "Lockdown" wie im Frühjahr gelte es zu verhindern.

15.10.2020: Land Salzburg stellt Kuchl unter Quarantäne

Das Land Salzburg setzt angesichts der stark steigenden Covid-19-Neuinfektionen im Bundesland weitere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Im Tennengau (Bezirk Hallein) wird die Gemeinde Kuchl unter Quarantäne gestellt, das erst am Dienstag in Kraft getretene Verbot privater Feiern und Zusammenkünfte im Bezirk wird auf das ganze Bundesland ausgedehnt.

Im Tennengau, Flachgau, Pongau und in der Stadt Salzburg werden alle Schüler ab der 9. Schulstufe auf Home Schooling umgestellt, im ganzen Bundesland wird eine Registrierungspflicht für die Gastronomie eingeführt. Zudem gilt in ganz Salzburg ein Veranstaltungsverbot, wenn es keine zugewiesenen Sitzplätze gibt - egal ob Indoor oder Outdoor. Zudem wird die Verabreichung von Speisen und Getränken verboten. Die Maßnahmen werden ab Samstag, 17. Oktober, 0.00 Uhr bis vorerst 1. November, 24.00 Uhr, gelten.

15.10.2020: Erneuter Höchstwert: 1552 Neuinfektionen in Österreich

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus haben am Donnerstag in Österreich einen neuen Höchstwert erreicht. Mit Stand 9.30 Uhr wurden binnen 24 Stunden 1552 Personen positiv auf Covid-19 getestet. 480 der Fälle wurden in Wien registriert, berichtete das Innenministerium in einer Aussendung. Am Donnerstag der vergangenen Woche waren es noch 1209 bestätigte Neuinfektionen.

Die Neuinfektionen teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf: Burgenland: 35, Kärnten: 22, Niederösterreich: 242, Oberösterreich: 224, Salzburg: 66, Steiermark: 119, Tirol: 295, Vorarlberg: 69 und Wien: 480.

Bisher gab es in Österreich 60.224 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand sind österreichweit 877 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 46.798 sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 664 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 119 der Erkrankten auf Intensivstationen.

 

15.10.2020: Kurz-Appell an Bundesländer wegen steigender Corona-Zahlen

Angesichts österreichweit steigender Corona-Infektionszahlen hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit einem schriftlichen Appell an die Bundesländer gewandt. In mehreren davon hätten die Zahlen ein "sehr besorgniserregendes Ausmaß" erreicht. Verschärfte Maßnahmen seien dort dringend notwendig.

15.10.2020: Deutschland meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch. Bisher waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden.

Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4.059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschritten worden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. "Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden", schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer "Freitestung" habe die Situation weiter verschärft.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 284 600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

14.10.2020: 402 Corona-Neuerkrankungen und vier Todesfälle in Wien

In Wien sind in den vergangenen 24 Stunden 402 Corona-Neuinfektionen hinzugekommen. Damit gab es mit Stand Mittwoch, 8.00 Uhr, bisher 21.397 positive Testergebnisse, teilte der medizinische Krisenstab der Stadt mit. Außerdem sind vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen, an den Folgen der Covid-19-Erkrankung verstorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle auf 278.

Die Zahl der aktiven Fälle lag Mittwochfrüh bei 5467 und somit höher als am gestrigen Dienstag (5396). 15.652 Personen sind inzwischen wieder genesen. Am Dienstag wurden 5523 Tests vorgenommen, die Gesamtzahl liegt derzeit bei 532.801.

13.10.2020: EU will Empfehlung für Corona-Ampel verabschieden

Die EU-Europaminister wollen am Dienstag eine Empfehlung zur besseren Koordinierung nationaler Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verabschieden. Bei der Corona-Ampel handelt es sich um eine von der Europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellte Landkarte, die sich auf Daten der Mitgliedstaaten stützt. Entscheidend sind die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der letzten 14 Tage, die Rate der positiven Tests sowie die Testrate.

11.10.2020: Rekordverdächtiges Corona-Wochenende - Kein Lockdown geplant

Keine Entspannung ist bei der Corona-Pandemie in Sicht. Nachdem am Samstag mit 1235 Neuinfektionen ein neuer Österreich-Rekord zu vermelden war, waren es am Sonntag 896 Neuansteckungen. Das liegt vor allem daran, dass am Wochenende weniger Testergebnisse eingemeldet werden. Vergleicht man nur die Sonntage, so war es die höchste Zahl an diesem Wochentag seit Pandemie-Beginn. Einem erneuten Lockdown erteilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) indes eine Absage.

10.10.2020: Zweite Welle in Osteuropa

Die zweite Corona-Welle breitet sich rasch in Osteuropa aus. Polen, Tschechien, Russland und die Ukraine melden fast täglich Rekordwerte bei Ansteckungszahlen und Todesfällen. So verzeichnete das polnische Gesundheitsministerium am Samstag 5.300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch des Coronavirus. Noch drastischer sind die Zahlen in Tschechien. Dort zeigten die Daten des Gesundheitsministeriums 8.618 Neuinfektionen.

In Polen, wo rund 38 Millionen Menschen leben, stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle laut Regierung auf 121.638. Insgesamt starben bisher 2.972 Menschen mit oder an dem Virus. Die Regierung in Warschau hat die Auflagen verschärft. So müssen jetzt in den Straßen stets Mund- und Nase-Bedeckungen getragen werden. Es wurde erwartet, dass Ministerpräsident Mateusz Morawiecki weitere Beschränkungen für Schulen verkündet. Er hat auch nicht ausgeschlossen, den Notstand auszurufen, sollten die Zahlen weiter so rasant ansteigen.

In Tschechien wurden bisher 109.374 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet - von insgesamt 10,7 Millionen Einwohnern. Auch die Regierung in Prag hat im Kampf gegen das Virus die Maßnahmen drastisch verschärft. Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen von Montag an für zwei Wochen dichtmachen. Restaurants müssen ab 20.00 Uhr schließen, dort dürfen nur vier Personen an einem Tisch sitzen. Einige Krankenhäuser wurden angewiesen, nicht zwingend notwendige Eingriffe zu verschieben, um Platz für Covid-19-Patienten zu machen. Große Sorge bereitet zudem die wachsende Zahl der infizierten Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegekräfte.

In Russland meldeten die Behörden 12.846 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie nie zuvor. Damit haben sich insgesamt 1.285.084 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Russland verzeichnet nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Ansteckungsfälle weltweit. Allerdings sind im Vergleich zu diesen Ländern nach offiziellen Daten deutlich weniger Menschen dem Virus erlegen. Ihre Zahl stieg um 197 auf 22.454.

Erstmals seit Beginn der Corona-Epidemie sind in der Ukraine mehr als hundert Menschen binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Nach Angaben des nationalen Sicherheitsrates stieg die Zahl der Todesfälle um 108 auf 4887. Insgesamt seien 256.266 Infektionsfälle nachgewiesen worden. 112.570 Menschen seien wieder genesen.

9.10.2020: 1131 Corona-Neuinfektionen in Österreich

In Österreich sind bis Freitagvormittag innerhalb von 24 Stunden 1131 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das waren 78 weniger als der Rekordwert vom Vortag, wo 1209 positive Tests erfasst wurden. Die Zahl der aktiven Fälle stieg mit 10.307 Betroffenen in den fünfstelligen Bereich, nach 9930 am Donnerstag. Vier weitere Todesfälle bedeuten bisher 842 verstorbene Infizierte. Die Hospitalisiertenzahlen blieben mit 508 Patienten, davon 103 intensiv, stabil.

9.10.2020: Corona-Ampel bleibt maximal orange

Entgegen ersten medialen Befürchtungen ist die Corona-Ampel auch nach der Sitzung der Kommission am Donnerstag in allen Bezirken maximal orange geblieben. Wieso das so ist, will Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Experten heute erläutern. Zunächst war befürchtet worden, dass in vier Bezirken die Ampel auf Rot gestellt wird.

Rekord von 1209 Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich

Am Donnerstag hat es mit 1209 bestätigte Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden einen Rekordwert in Österreich gegeben. Es ist auch bereits das dritte Mal in diesem Monat, dass der Anstieg im vierstelligen Bereich liegt, 1058 wurden am Samstag, 1028 am gestrigen Mittwoch vermeldet. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es somit täglich 910 Neuinfektionen.

Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 stieg um acht auf 838 Personen. Am Donnerstag gab es zudem 9930 aktiv Erkrankte. 399 Menschen befanden sich auf Normalstationen im Krankenhaus, 19 weniger als am Mittwoch. Gestiegen ist aber die Zahl der Intensivpatienten - von 100 auf 107 am Donnerstag. 21.762 Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet.

8.10.2020: Neuinfektionen in Deutschland sprunghaft angestiegen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war.

Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9578. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Rate der positiven Tests stieg stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28. September - 2. Oktober) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent gewesen.

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen hatten die Bundesländer am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

7.10.2020: 600 Mio. Euro-Konjunkturpaket für Wien

Die "Konjunkturdelle" infolge der Coronakrise will Wien mit zusätzlichen Mitteln ausgleichen: Bürgermeister Michael Ludwig und Finanzstadtrat Peter Hanke (beide SPÖ) haben am Mittwoch ein 600 Mio. Euro schweres Investitionspaket für insgesamt 300 Projekte vorgestellt. Das Geld soll etwa in Bildungseinrichtungen, Verkehrsinfrastruktur, Sportstätten und Pensionistenwohnhäuser fließen.

Ludwig sprach von einem "Konjunktur-Turbo", mit dem Tausende Arbeitsplätze gesichert werden sollen. Die Finanzmittel kommen allerdings nicht nur aus dem Budget des Rathauses. Darin eingepreist seien auch Mittel des Bundes, hieß es. Dieser stellt den österreichischen Gemeinden bis Ende 2021 insgesamt 1 Mrd. Euro für Vorhaben, deren Finanzierung entweder wegen der Pandemie wackelt oder die zwischen Juni 2020 und Dezember 2021 neu begonnen werden, zur Verfügung.

Für die Bundeshauptstadt sind rund 240 Mio. Euro reserviert, diese Summe wolle man voll ausschöpfen, sagte Ludwig. Die restlichen 360 Mio. Euro kommen aus dem Rathaus, wobei es sich hier um Investitionen handle, die erst 2023 und 2024 geplant gewesen wären und nun vorgezogen würden, erklärte Hanke. Für die Finanzierung greife man zum Teil auf Rücklagen zurück, nehme aber auch Fremdmittel auf, sagte der Stadtrat.

7.10.2020: Insgesamt fast fünf Millionen Infektionen in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 41.906 Neuinfektionen. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 4,969 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 819 auf 147.494 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA stieg binnen 24 Stunden um mindestens 43.653 auf 7,53 Millionen.

6.10.2020: AGES übernimmt Coronavirus-Dashboard: Mehr Todesfälle und mehr aktive Fälle

Ab Dienstag übernimmt die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) das Covid-19-Dashboard des Gesundheitsministeriums. Das geht mit zahlreichen Neuerungen einher. So werden die Zahlen nicht mehr stündlich, sondern einmal täglich um 14 Uhr aktualisiert. Außerdem weist die Übersicht der AGES deutlich mehr aktive Fälle auf. Dies aber nicht, weil mehr Erkrankungen aufgetreten sind, sondern wegen einer Meldeverzögerung bei den Genesungen.

Das "alte" Dashboard des Sozialministeriums wies zuletzt 9207 aktive Covid-Infektionen aus, im "neuen" Dashboard der AGES sind es 11.274. Grund für die Abweichung: die AGES bezieht ihre Zahlen ausschließlich aus dem "Epidemiologischen Meldesystem" (EMS). Dort scheinen zwar alle Infektionen und alle Todesfälle auf. Die zur Berechnung der aktiven Fälle entscheidenden Genesungen werden im EMS aber nur mit deutlicher Verspätung eingemeldet. Das "alte" Dashboard bezog die Zahl der Genesungen dagegen aus den morgendlichen Telefonkonferenzen des Krisenstabs im Innenministerium und verfügte somit über aktuellere Daten.

Eine weitere - wenn auch deutlich geringere - Abweichung gibt es bei den Todesfällen. Hier folgt die AGES nämlich den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und zählt fast alle mit einer Covid-19-Infektion Verstorbenen als "Corona-Tote", außer es gibt eine eindeutige andere Todesursache, die nicht mit der COVID-Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden kann. Aus diesem Grund werden nun elf zusätzliche Todesfälle ausgewiesen.

Das Dashboard ist jetzt hier abrufbar.

6.10.2020: Rekord von 9207 aktiven Fällen in Österreich

Heute hat es in Österreich so viele bestätigte aktive SARS-CoV-2-Infizierte wie noch nie seit Beginn der Pandemie gegeben. Innen- und Gesundheitsministerium vermeldeten 9207 Fälle, womit der bisherige Rekordwert von 9123 Infizierten Anfang April übertroffen wurde. Seit gestern wurden 923 Neuinfektionen eingemeldet. 498 Covid-19-Patienten mussten am Dienstag im Krankenhaus behandelt werden, 101 davon auf Intensivstationen.

Mittlerweile wurden seit dem ersten Corona-Fall in Österreich im Februar mehr als 50.000 positive Tests gemeldet.

 

6.10.2020: Infrastrukturministerin Gewessler in Isolation

Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat sich heute in Selbstisolation begeben. Wie ihr Büro mitteilte, hatte sie Kontakt mit einer potenziell Corona-infizierten Person. In Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden befindet sich Gewessler aktuell in freiwilliger Selbstisolation und wird getestet. Die Ministerin arbeitet aus dem Home-Office und nimmt vorerst keine Termine wahr.

Der morgige Ministerrat wird ebenfalls virtuell stattfinden. Es handle sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme", betonten die Sprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). In welcher Form die Öffentlichkeit nach der Regierungssitzung informiert wird, also ob es wie üblich ein Pressefoyer mit Journalisten geben wird, war zunächst noch unklar.

6.10.2020: Getestete Regierungsmitglieder negativ

Die wegen des Corona-Falls im Bundeskanzleramt durchgeführten Corona-Tests der Regierungsmitglieder sind negativ ausgefallen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und die anderen Regierungsmitglieder - zwei Ministerinnen mussten nicht testen - bekamen in der Nacht auf Dienstag ihre negativen Ergebnisse. Aber ein Mitarbeiter aus dem Büro von Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) ist ebenfalls infiziert.

5.10.2020: Enger Kanzler-Mitarbeiter positiv

Ein Mitarbeiter aus dem engsten Kreis von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist positiv auf SARS-CoV2 getestet worden, erfuhr die APA aus dem Kanzleramt. Der Kanzler wird nun wie Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und alle anderen Mitarbeiter aus dem Umfeld des Kurz-Vertrauten getestet. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses haben Kurz und Kogler alle Termine abgesagt.

Umgehend nach Bekanntwerden des positiven Testergebnisses sei die Informationskette gestartet worden, wurde im Kanzleramt versichert. Als Vorsichtsmaßnahme würden alle Kollegen aus dem Umfeld des Mitarbeiters noch am Montag getestet. Kurz und Kogler seien am Mittwoch das letzte Mal mit dem Mitarbeiter in Kontakt gewesen und werden ebenfalls noch am Montag getestet. Der Betroffene habe am vergangenen Dienstagabend noch ein negatives Testergebnis gehabt.

5.10.2020: Paris bekommt wegen Corona höchsten Gesundheits-Alarmzustand

Wegen der sehr angespannten Corona-Lage soll in Paris und der direkten Umgebung am Montag die "maximale Alarmstufe" ausgerufen werden. Neue Sicherheitsmaßnahmen könnten unter anderem die Schließung von Cafés auslösen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Sonntagabend unter Berufung auf das Amt des französischen Regierungschefs Jean Castex. Restaurants könnten mit verstärkten Corona-Vorsichtsmaßnahmen hingegen offen bleiben, hieß es.

2.10.2020: 688 Neuinfektionen und Bewegung bei der Ampel

688 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind am Freitag innerhalb der vergangenen 24 Stunden in Österreich hinzugekommen. Mit gleichzeitig 710 neu Genesenen blieb die Zahl der aktiven Fälle in etwa konstant bei fast 8400. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sah eine "Stabilisierung mit deutlich zu hohen Zahlen" und strebt in den kommenden ein bis zwei Monaten eine Halbierung der Fälle an. Zuvor hatte die Ampel-Kommission sechs Bezirke neu auf Orange gestellt.

Die meisten Neuinfektionen gab es mit 266 in Wien, 103 waren es in Niederösterreich und in den übrigen Bundesländern Werte im zweistelligen Bereich. Aktuell befanden sich 472 Personen in Spitalsbehandlung, davon 100 auf Intensivstationen. Vor einer Woche waren es noch 78 Covid-19-Erkrankte in intensivmedizinischer Behandlung gewesen. "Wir sind derzeit in einer Situation, wo wir deutlich von den Kapazitätsgrenzen entfernt sind", betonte Anschober bei einer Pressekonferenz in Wien.

Es sei "eine gute Zwischennachricht, dass es nicht weiter raufgegangen ist", betonte der Gesundheitsminister zu den Neuinfektionen der vergangenen Tage. Allerdings: "Wir müssen runter mit diesen Zahlen", so Anschober. "Es geht aber nicht nur um den Gesundheitsschutz, das alles hat ganz vehemente Auswirkung auf unsere Wirtschaftsentwicklung", warnte der Gesundheitsminister. "Je höher die Infektionszahlen, desto höher drohen auch die Arbeitslosenzahlen zu werden", sagte er.

Unter den Bezirken mit hohem Risiko befindet sich nach der neuen Ampel-Schaltung erstmals die Kärntner Region Hermagor, wegen eines im Zuge eines Almabtriebs entstandenen Clusters. Auch Neusiedl am See im Burgenland, Sankt Pölten Stadt, Mistelbach und Scheibbs in Niederösterreich sowie Hallein in Salzburg wurden von Gelb auf Orange hochgestuft. Positive Nachrichten gab es für drei Bezirke: Kufstein in Tirol wurde von Orange auf Gelb herabgestuft. Eferding in Oberösterreich und Deutschlandsberg sind nun wieder grün statt bisher gelb.

Momentan können 2,7 Prozent der Infektionen in Österreich, die mit einer Fallhäufung (Cluster) in Zusammenhang stehen, dem Bildungsbereich zugeordnet werden. Das geht aus der aktuellen Analyse der Epidemiologin der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hervor. Die Hälfte der Cluster zuordenbaren Infizierten haben sich demnach seit 1. September im Haushalt angesteckt. "Die Haushaltscluster dominieren noch immer", sagte die leitende AGES-Epidemiologin Daniela Schmid. Rund die Hälfte der Gesamtfälle lassen sich Clustern zuordnen.

Wien stellt indes die Strategie bei der Testung von Verdachtsfällen um, nämlich auf Fahrradboten. Diese werden Personen mit Symptomen daheim aufsuchen und die Untersuchung in die Wege leiten. Voraussetzung dafür, dass kein medizinisches Personal mehr nötig ist, ist auch eine Änderung der Testmethode. Es werden in diesen Fällen nur mehr Gurgeltests verwendet. Bei Symptomen soll weiterhin zunächst das Gesundheitstelefon 1450 kontaktiert werden.

In Niederösterreich waren am Freitag die Schnelltests für Arbeitnehmer und Unternehmen voll angelaufen. Im "Start-Bezirk" Mödling seien bereits zum Auftakt am Donnerstag 400 Anmeldungen beim Arbeits- und Sozialmedizinischen Zentrum (AMZ) eingegangen, teilten die Arbeiter- und Wirtschaftskammer des Landes mit. Die Schnelltest-Straße in Wiener Neudorf sei in Vollbetrieb. In einem Unternehmen im Bezirk Mödling wurden inzwischen 53 Fälle verzeichnet, am Tag zuvor waren es noch 18 gewesen.

Der Vizepräsident des Verbandes der Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO), Bernd Grabner, forderte am Freitag die Koordination von Impfstoff-Verteilungen "in eine Hand" zu legen. Diese Lehre müsse man aus dem diesjährigen Umgang mit dem Grippe-Impfstoff ziehen und das sei gerade in Hinblick auf einen künftigen Corona-Impfstoff zu berücksichtigen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kündigte eine parlamentarische Anfrage zur Beschaffung des Grippe-Impfstoffs an und forderte diesen kostenlos für alle Österreicher, nicht nur im Kinder-Impfprogramm.

2.10.2020: US-Präsident Trump und First Lady positiv auf Coronavirus getestet

Rund einen Monat vor der US-Wahl haben sich Präsident Donald Trump und First Lady Melania mit dem Coronavirus angesteckt. "Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen", schrieb Trump kurz nach Mitternacht am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte, beiden gehe es gut.

1.10.2020: Drohen ausgerechnet heuer Engpässe bei Grippeimpfstoffen?

Unter niedergelassenen Ärzten herrscht derzeit Verunsicherung.

1.10.2020: Rekord an Neuinfektionen in Israel

Knapp zwei Wochen nach Beginn des aktuellen Lockdowns hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel einen Rekord erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 8919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch für eine Überlastung des Gesundheitssystems bezeichneten Marke. Von allen am Mittwoch gemachten Tests fielen 13,6 Prozent positiv aus.

Israel ist damit längst nicht mehr ein Vorzeigemodell in Sachen SARS-CoV-2. Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein Lockdown mit Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen; am vergangenen Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. In der Nacht zum Donnerstag beschloss das Coronavirus-Kabinett, den Lockdown um drei Tage bis zum 14. Oktober zu verlängern.

Am stärksten betroffen von der Zunahme der Fallzahlen waren zuletzt arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Corona-Krise nicht vom Staat Israel vertreten.

In den aktuellen Lockdown-Zeitraum fielen wichtige jüdische Feiertage wie das Neujahrsfest Rosch Haschana und das Versöhnungsfest Jom Kippur, an denen traditionell Familien zusammenkommen. Medienberichten zufolge hielten sich viele Strengreligiöse nicht an Corona-Vorschriften wie Versammlungsbeschränkungen in Synagogen. Das Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass die Infektionsquote bei getesteten Ultraorthodoxen zuletzt mehr als 25 Prozent betrug.

Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 248.133 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1571 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben. Das sind rund doppelt so viele Opfer wie in Österreich. Israel hat rund neun Millionen Einwohner.

30.9.2020: Tschechien und Slowakei verhängen Notstand

Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen haben die slowakische und die tschechische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen. Mit dem Inkrafttreten des Notstandes ab Donnerstag erhalten die slowakischen Behörden außerordentliche Befugnisse. In Tschechien gilt der Ausnahmezustand ab 5. Oktober für 30 Tage.

30.9.2020: Merkel warnt vor "schwieriger Phase"

Deutschland ist laut der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bisher vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen. Sie warnte am Mittwoch im Bundestag aber davor, die Erfolge im Herbst und Winter zu verspielen: "Wir stehen vor einer schwierigen Phase." Die Neuinfektionen seien bereits deutlich angestiegen. Die Bevölkerung, vor allem junge Menschen, hätten nach Monaten der Einschränkungen den Wunsch nach Nähe, Feiern und Unbeschwertheit. "Das spüre ich selbst", so Merkel.

Wegen der steigenden Infektionszahlen müssten aber alle wachsam sein. "Wir riskieren momentan alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben." Die Pandemie sei noch nicht vorbei. "Dies ist eine Langstrecke." Die CDU-Politikerin appellierte an alle Bürger, die Corona-Regeln zu befolgen, also Abstand wahren und Hygienevorgaben einhalten.

Die Corona-Warnapp wertete sie als Erfolg und verwies auf aktuell 18 Millionen Downloads in Deutschland. Das sei einzigartig in Europa, obwohl es natürlich "Kinderkrankheiten" gebe. Merkel verteidigte in ihrer rund 45-minütigen Rede auch den Haushaltsentwurf für 2021, der eine Neuverschuldung von gut 96 Milliarden Euro vorsieht. Deutschland habe kraftvoll auf die Corona-Krise reagiert und trotzdem noch die niedrigste Schuldenquote der sieben führenden Industrieländer. Nach der Krise müsse Deutschland aber schnell zu normalen Haushalten zurückkommen.

29.9.2020: Zahl der Infizierten in Wien um 96 gesunken

In Wien ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen seit gestern, Montag, um 96 auf 4442 gesunken. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug laut Krisenstab zwar 308, allerdings sind seit gestern mehr Menschen wieder gesundet. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt aktuell 250. Bei den neuen Todesfällen handelt es sich um einen Mann im Alter von 96 und drei Frauen im Alter von 77, 90 und 93 Jahren.

Hoch ist die Zahl der hospitalisierten Personen. 234 Corona-Patienten befinden sich derzeit stationär in Krankenhäusern, berichtete ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA. Das ist mehr als in der ersten Phase im März. Allerdings gibt es weniger Intensivfälle. Aktuell beträgt diese Zahl 34, im Frühjahr waren Intensiv-Belegungen von mehr als 50 Personen verzeichnet worden.

Aktuell gibt es laut dem Sprecher noch genug Kapazitäten. 238 Intensivbetten und mehr als 2200 normale Betten sind aktuell für Covid-Patienten frei.

29.9.2020: Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle beklagt die USA, wo mehr als 205.000 Menschen starben.

 

28.9.2020: Österreichs Wirtschaft brach nach Lockdown um 14,3 Prozent ein

Die Wirtschaftsleistung in Österreich ist nach dem Corona-Lockdown im März in den Folgemonaten April, Mai und Juni um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Minus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) real, also saison- und arbeitstagbereinigt, 12,1 Prozent. "Das ist der kräftigste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg", teilte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Montag mit.

Die Statistik Austria gab am Montag entsprechende vorläufige Berechnungen bekannt. Demnach fiel der Einbruch stärker aus als zuletzt von Wirtschaftsforschern erwartet. Das Wifo ging Ende August von einem Minus von 12,5 Prozent aus. Mit dem starken BIP-Rückgang im zweiten Quartal ist Österreich aber nicht allein. Weltweit brach im zweiten Quartal die Wirtschaftsleistung massiv ein. In den meisten europäischen Ländern was das Minus zweistellig.

Schon vor dem Lockdown-Quartal war die heimische Wirtschaft im Rückwärtsgang. Im ersten Quartal 2020 betrug das Minus 3,4 Prozent. Die Ausgangsbeschränkungen, um den Ausbruch von SARS-CoV-2 in Österreich einzudämmen, waren Mitte März verhängt worden, schon im Jänner und Februar litten exportorientierte Firmen unter dem Ausbruch in China.

Dazu kam, dass die Wirtschaft sich von vor der Pandemie abkühlte. Im Jahr 2019 war die österreichische Wirtschaft real um 1,4 Prozent gewachsen, wie das nun veröffentliche vorläufige Ergebnis zeigt. 2018 betrug das BIP-Plus noch 2,6 Prozent. Für das heurige Krisenjahr 2020 erwarte Wifo und IHS einen Einbruch von rund 7 Prozent und nächstes Jahr ein Wachstum zwischen 4 und 6 Prozent.

Wie aus den Berechnungen der Statistik Austria hervorgeht, haben die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 in Österreich in den drei Monaten nach dem Lockdown vor allem in weiten Teilen des Dienstleistungssektors deutliche Spuren hinterlassen. Der stärkste reale Rückgang mit 61,1 Prozent zum Vorjahresquartal und 65,2 Prozent zum Vorquartal entfiel auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie, gefolgt vom Unterhaltungs- und Kulturbereich, der gegenüber dem Vorjahresquartal um 35,3 Prozent und zum Vorquartal um 27,0 Prozent abstürzte.

Andere Bereiche wie das Wohnungswesen, das Gesundheitswesen oder die öffentliche Verwaltung sowie auch die Informations- und Kommunikationsbranche waren kaum betroffen. Bei Mieten, Strom, Heizung sowie bei Lebensmittel und Getränken wies der private Konsum Zuwächse auf. Insgesamt lag er aber um 16,1 Prozent unter dem zweiten Quartal 2019. Auch die Investitionen gingen deutlich zurück.

Die Industrie wurde von den Auswirkungen der Pandemie in einem schon zuvor schwachen Umfeld getroffen. Ähnlich wie im Außenhandel setzte der Rückgang bereits Ende 2019 ein und erreicht im zweiten Quartal 2020 mit einem Minus von 15,6 Prozent zum Vorquartal und 18,4 Prozent zum Vorjahresquartal einen vorläufigen Tiefststand.

Der wirtschaftliche Einbruch spiegelte sich auch in den Beschäftigungskennzahlen wider. Die Kurzarbeitsregelung trug zum Rückgang der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden bei (-12,9% gegenüber dem Vorquartal, -16,6% zum Vorjahresquartal), hielt jedoch zugleich den Rückgang der Beschäftigung in Grenzen (-4,5% gegenüber Vorquartal, -4,9% zum Vorjahresquartal).

Die Krise machte sich auch in der Geldbörse und am Konto der Österreicher bemerkbar. Das Arbeitnehmerentgelt fiel im zweiten Quartal 2020 um 7,2 Prozent (nominell, bereinigt) gegenüber dem ersten Quartal 2020 und um 6,2 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2019, wie aus den Zahlen der Statistik Austria hervorgeht.

28.9.2020: Weitere Reisewarnungen in Kraft

Österreich hat seit Montag 0.00 Uhr Reisewarnungen für die tschechische Hauptstadt Prag sowie die französischen Regionen Île de France und Provence-Alpes-Côte d'Azur verhängt. Weiters wurden neue Reisewarnungen für Andorra sowie für die nichteuropäischen Länder Israel, Argentinien, Bahrain, Kuwait, Costa Rica und die Malediven ausgesprochen. Die seit vielen Monaten geltende Reisewarnung für Schweden wurde unterdessen aufgehoben.

28.9.2020: Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit

Paris - Die Zahl der weltweit verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie hat die symbolische Schwelle von insgesamt einer Million Fällen überschritten. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP aus der Nacht auf Montag hervor, die auf Angaben der Behörden beruht. Demnach gab es um 00.30 Uhr MESZ genau 1.000.009 Todesfälle. Die Zahl der erfassten Infektionsfälle lag zu diesem Zeitpunkt bei 33.018.877.

26.9.2020: Umfrage: 56% haben Sorge vor erneutem Lockdown

56% der Österreicher haben Sorge, dass es in Österreich zu einem zweiten Lockdown kommt. 35% der Befragten sind laut der vom Meinungsforschungsinstitut Unique research für die aktuelle Ausgabe des profil durchgeführten Umfrage halten diese Sorge für unbegründet, 9% sind unschlüssig. Am meisten befürchten Wähler der FPÖ (65%) einen erneuten Lockdown, gefolgt von Wählern der SPÖ (64%) und den Grünen (56%). Bei Wählern der ÖVP sorgen sich 50%, bei den Neos-Wählern ist die Sorge vor einem Lockdown mit 38% am geringsten.

EU-Milliarden für einen Corona-Impfstoff

Um die Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs zu beschleunigen, zahlt die EU-Kommission Milliarden von Steuergeldern an Pharmakonzerne. Die Bedingungen sind jedoch höchst schleierhaft. Ines Holzmüller (profil online) spricht mit Joseph Gepp aus dem Wirtschaftsressort über seine Recherchen.

25.9.2020: 684 Corona-Neuinfektionen in Österreich

Am Freitag sind in Österreich binnen 24 Stunden 684 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet worden. Somit stieg die Zahl der aktiven Fälle auf 8.413. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von einer "Stabilisierung auf einem zu hohen Niveau". Das seien "zu hohe Werte für diesen Zeitpunkt, aber nicht mehr diese Zuwächse, die wir bis 17., 18. September hatten", so Anschober. Zudem appellierte er an die Nutzung der Corona-App des Roten Kreuzes.

25.9.2020: Corona-Ampel - zehn weitere Bezirke orange

Die Corona-Kommission hat in ihrer Sitzung die Ampel für zehn weitere Bezirke auf Orange gestellt, weil sie dort ein hohes Infektionsrisiko sieht. Bemerkenswert ist, dass die niederösterreichischen Bezirke Gmünd, Melk und Waidhofen an der Thaya direkt von Grün auf Orange gestellt wurden. Zudem sind nun Krems Stadt, Wr. Neustadt Stadt, Gänserndorf, Korneuburg, Krems Land, Landeck und Schwaz orange. Wien blieb orange. Rot ist nach wie vor kein Bezirk in ganz Österreich.

Corona erklärt #8: Erleben wir gerade eine zweite Infektionswelle?

Das Coronavirus lässt nicht locker. Nach dem Sommer scheint sich die Lage wieder zuzuspitzen. Profil-Wissenschaftsjournalist Alwin Schönberger erklärt im Podcast mit Philip Dulle die wichtigsten aktuellen Fragen zum Stand der Dinge.

24.9.2020: Deutsche Reisewarnung für Vorarlberg, Belgien warnt auch vor Tirol

Angesichts der steigenden Neuinfektionen gibt es weitere Reisewarnungen für Vorarlberg und Tirol. Das für den Tourismus wichtige Land Deutschland stufte Vorarlberg gestern Abend als Corona-Risikogebiet ein und verhängte eine Reisewarnung. Österreich hat bisher keine Reisewarnung für das Nachbarland erlassen. Nach Wien setzte Belgien auch die Bundesländer Vorarlberg und Tirol auf die Rote Liste.

24.9.2020: 435 Neuinfektionen in Wien

In Wien ist der Tagesanstieg der Corona-Neuinfektionen am Donnerstag wieder nahe am bisherigen Höchstwert von 444 gelegen. In den vergangenen 24 Stunden kamen 435 bestätigte Fälle hinzu. Damit gibt es bis dato 14.257 bestätigte positive Testergebnisse, wie der Krisenstab der Stadt per Aussendung mitteilte. Allein am gestrigen Mittwoch wurden 7016 Tests durchgeführt.

Außerdem ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus stehenden Todesfälle um drei auf 243 gestiegen. Dabei handelt es sich um drei Männer im Alter von 56, 63 und 67 Jahren. 9579 Personen sind inzwischen wieder genesen.

23.9.2020: Nationalrat: Corona-Gesetze - Drei-Parteien-Beschluss

Die neuen Coronagesetze haben am Mittwochnachmittag mit den Stimmen von Koalition und SPÖ den Nationalrat passiert. Das neue Regelwerk stellt etwa klar, wann ein Lockdown möglich ist, welche Arten von Ausgangsbeschränkungen gangbar sind und wie die Corona-Ampel funktioniert.

Bei letzterer sind als Kriterien bei der Bewertung der epidemiologischen Situation neu auftretende Fälle, die Clusteranalyse (also die Frage, in wie vielen Fällen die Infektionsquelle geklärt wurde), die Auslastung der Krankenhäuser, der Anteil der positiven an allen Tests sowie regionale Besonderheiten wie Tourismus- und Pendlerströme definiert.

Was einen möglichen Lockdown angeht, bräuchte es dafür die Zustimmung des Hauptausschusses des Nationalrats. Die Dauer kann zunächst maximal zehn Tage betragen, eine Verlängerung ist möglich.

Ferner wird geregelt, was für Ausgangssperren möglich sind. In Abstimmung mit dem Hauptausschuss des Nationalrats könnte der Gesundheitsminister verfügen, "dass das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur zu bestimmten Zwecken zulässig ist". Dazu sind Ausnahmen aufgezählt: Abwendung einer unmittelbaren Gefahr, Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen, Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens, berufliche Zwecke und Aufenthalt im Freien zur "körperlichen und psychischen Erholung". Auch Treffen etwa mit nicht mehr im gleichen Haushalt lebenden Geschwistern oder besten Freunden sollen möglich sein.

Definiert werden Betretungsverbote, die de facto überall außer in privaten Wohnräumen verhängt werden können. Sehr wohl sollen aber Einschränkungen in privaten Räumlichkeiten möglich sein, die nicht für Wohnzwecke angemietet wurden.

Das rechtswidrige Betreten von Betriebsstätten, Arbeitsorten, Verkehrsmitteln oder eines sonstigen Ortes kann mit bis zu 1450 Euro geahndet werden. Inhabern von Betriebsstätten und Arbeitsorten sowie Betreibern von Verkehrsmitteln drohen Strafen bis zu 30.000 Euro.

Mehr Macht wird den Länderbehörden eingeräumt. Es wird nun auch gesetzlich determiniert, dass sie schärfere Regelungen als vom Bund vorgesehen einführen können.

Weiters vorgesehen ist, dass künftig auch praktische und Fachärzte Coronatests vornehmen werden können. Bezahlt wird das von den Kassen, die das Geld wiederum vom Bund aus dem Krisenbewältigungsfonds refundiert bekommen.

Abgelehnt von allen anderen Fraktionen wurde der Misstrauensantrag der FPÖ gegen die gesamte Regierung. Auch das freiheitliche Begehr, eine Volksabstimmung über das Gesetzeswerk abhalten zu lassen, fand keine Mehrheit.

23.9.2020: Nationalrat beschließt neue Corona-Regeln

Der Nationalrat beschließt in seiner ersten regulären Sitzung nach der Sommerpause das nächste Corona-Paket. Es stellt unter anderem klar, wann es zu einem Lockdown kommen kann und wie weit Ausgangssperren gehen können. Zudem wird die gesetzliche Basis für die Corona-Ampel geschaffen und die Möglichkeit, Corona-Tests bei niedergelassenen Ärzten durchzuführen, etabliert. Verlängert und ausgedehnt wird die Sonderbetreuungszeit.

23.9.2020: Wiener Opernball 2021 wird abgesagt

Der Wiener Opernball wird wegen der Corona-Pandemie 2021 nicht stattfinden. Aufgrund der Infektionslage wird die Regierung die Absage in der Ministerratssitzung heute, Mittwoch, beschließen, erfuhr die APA aus dem Kanzleramt. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", meinte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), aber es wäre "verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten".

22.9.2020: Epidemie-Gesetz: "Das kenne ich nur aus Diktaturen"

Am Mittwoch soll das neue Epidemie-Gesetz zur Bekämpfung von Corona im Nationalrat beschlossen werden. Niki Scherak, stellvertretender Klubobmann der NEOS, warnt vor den "massivsten Freiheitseinschränkungen in der Zweiten Republik".

APA-Video überträgt morgen die Nationalratssitzung mit u.a. Corona-Gesetzen (ab 08:55 Uhr)

22.9.2020: Sperrstunde um 22 Uhr in Vorarlberg, Tirol und Salzburg

Ab Freitag gilt - zumindest für die nächsten drei Wochen - eine Sperrstunde um 22 Uhr in den westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Im Rest von Österreich gilt weiterhin die Sperrstunde um 1 Uhr.

Die Niederländische Regierung spricht eine Reisewarnung für Wien und Innsbruck aus. Mit der ab sofort geltenden Reisewarnung müssen die Niederländer ab sofort nach Aufenthalten in Wien oder Innsbruck für 10 Tage in häusliche Quarantäne. Diese Regelung betrifft aber nicht die Flughäfen Wien-Schwechat und Innsbruck, wodurch die Anreise in Skigebiete noch ermöglich werden soll.

In Großbritannien wird ab Donnerstag für Pubs und Restaurants eine Sperrstunde um 22 Uhr gelten. Aufgrund der steigenden Fallzahlen denkt die Regierung auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen.

21.9.2020: Verfassungsjurist: Verlängerungs-Verordnung zulässig

Der Verfassungsjurist Heinz Mayer hält die von der Regierung geplante Möglichkeit für zulässig, das Covid-Maßnahmengesetz durch eine Verordnung um bis zu sechs Monate zu verlängern. Die Verordnung sei durch das geplante Gesetz determiniert und die Verlängerung sei kurz befristet, sagte der frühere Dekan der juridischen Fakultät der Universität Wien auf APA-Anfrage.

FPÖ-Chef Norbert Hofer hatte zuvor vor einer Aushebelung des Parlaments gewarnt, wenn der Gesundheitsminister das Maßnahmengesetz per Verordnung verlängern kann.

Mayer hält die Bestimmung aber nicht für verfassungswidrig. "Man kann durch eine Verordnungen Ausnahmen verfügen, man kann verfügen, dass bestimmte Bestimmungen nicht anwendbar sind", betont Mayer. Außerdem verweist er darauf, dass nur eine Verlängerung des Gesetzes um maximal ein halbes Jahr möglich sein soll. "Unbefristet verlängern geht sicher nicht. Wenn, dann muss das eng an die Gefahr geknüpft sein, die das Gesetz verhindern soll."

Ursprünglich wollte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) das Gesetz, das zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weitreichende Eingriffe in die Freiheitsrechte der Bevölkerung bis hin zur Ausgangssperre erlaubt, bis Ende 2021 verlängern. Mit den am Montag vorgelegten Änderungen soll das Covid-Maßnahmengesetz nun schon Ende Juni 2021 auslaufen - mit der Möglichkeit einer Verlängerung bis maximal 31. Dezember 2021 durch Verordnung der Bundesregierung, "sofern dies aufgrund der epidemiologischen Situation unbedingt erforderlich ist".

21.9.2020: Zahlen und Anstiege bleiben auf hohem Niveau

Das Ende des Tunnels scheint derzeit nicht in Sicht: Die Zahlen und Anstiege der Infektionen mit dem Coronavirus sind auch am Montag unverändert auf hohem Niveau geblieben. So wurden im Schnitt der vergangenen sieben Tage 731 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Für Montag waren es 563 Neuinfektionen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) blieb dennoch optimistisch, dass keine echte zweite Welle kommt.

21.9.2020: Erleben wir gerade eine zweite Infektionswelle?

Das Coronavirus lässt nicht locker. Derzeit scheint sich die Lage wieder rasant zuzuspitzen. Sechs Fragen zum Stand der Dinge.

21.9.2020: Tschechischer Gesundheitsminister tritt zurück

Angesichts der hohen Zahlen an Coronavirus-Infektionen in seinem Land tritt der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtěch zurück. Vojtěch sagte am Montag gegenüber Journalisten, dass er Premier Andrej Babiš seine Resignation bereits übermittelt habe, wie die Nachrichtenagentur CTK meldete. Er begründete seine Entscheidung damit, dass er Raum zur Lösung der Pandemie schaffen wolle. In Tschechien liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 193.

19.9.2020: Rosemarie Schwaiger: So kann man nicht leben

Sebastian Kurz gefällt sich in seiner Rolle als Corona-Zuchtmeister. Aber auch er wird die Bevölkerung nicht endlos drangsalieren können.

19.9.2020: Österreich schickt mehr Geld für Corona-Impfstoffankäufe nach Brüssel

Wie profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, schickt Österreich mehr Geld für den Ankauf möglicher Covid-19-Impfstoffe nach Brüssel. Konkret fließen vorerst knapp 22 Millionen Euro. Das Gesundheitsministerium bestätigte gegenüber profil die Aufstockung.

EU-weit stehen bisher 2,25 Milliarden Euro zur Verfügung. Sie stammen aus einem Sondertopf des EU-Budgets. Das Geld ist für internationale Pharmakonzerne gedacht, die Corona-Impfstoffe entwickeln. Anfang September forderte die EU-Kommission von den Mitgliedstaaten eine Aufstockung, weil die bisher aufgebrachte Summe nicht ausreicht. Insgesamt sollen die Länder zusätzlich 750 Millionen Euro an Brüssel überweisen.

Wie profil berichtet, kommt Österreichs Regierung dieser Aufforderung nun nach. Vergangenen Mittwoch wurde die Aufstockung im Ministerrat beschlossen. Österreichs Anteil von 22 Millionen bemisst sich nach der heimischen Wirtschaftsleistung im Vergleich zu jener der gesamten EU.

Bisher hat die EU-Kommission Verträge mit dem schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca und dem US-französischen Konsortium Sanofi/GSK abgeschlossen. Die Unternehmen verpflichten sich darin zur Lieferung von Hunderten Millionen Dosen Corona-Impfstoff, falls diese eine Zulassung erhalten. Weitere Gespräche mit Pharmakonzernen laufen. Die EU hofft, dank dieser Verhandlungen bald wirksame Impfstoffe in großen Mengen zur Verfügung stellen zu können. Wie profil berichtet, stehen die Gespräche jedoch wegen Intransparenz und übertriebener Geheimhaltung in der Kritik.

18.9.2020: Aktive Fälle steigen in Österreich deutlich

808 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 sind in Österreich in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden. Deutlich im Steigen begriffen ist die Anzahl der aktiven Fälle - mit 7447 hat sich dieser Wert innerhalb von drei Tagen um 1253 erhöht. Auch die Hospitalisierungen nehmen zu.

18.9.2020: Coronagesetze - Reges Interesse an neuerlicher Begutachtung

Am heutigen Freitag endet die Begutachtung für die neue Version der Coronagesetze von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Die bisher bekannten Stellungnahmen verschiedener Interessensvertreter fallen nach umfangreichen Änderungen im Entwurf deutlich milder aus. Das Bedürfnis, die Novelle zu bewerten, ist auch diesmal enorm groß, es gibt über 2.000 Stellungnahmen.

Anschober hatte den Entwurf zu den Änderungen im Epidemiegesetz, Tuberkulosegesetz und Covid-19-Maßnahmengesetz überarbeitet, nachdem es in der ersten Begutachtung vielfältige Kritik gehagelt hatte. Die Novelle soll die Grundlage für die Ampelregelung sowie (falls nötig) für eine weitgehende Ausgangssperre bringen.

Auch die neue Version stößt auf ungewöhnlich reges Interesse: Im Hohen Haus sind laut Parlamentsdirektion mit Stand Freitagvormittag über 2.000 Stellungnahmen eingelangt, sehr viele davon stammen von Privatpersonen. Zum ursprünglichen Entwurf waren sogar über 10.000 Stellungnahmen eingetrudelt.

Inhaltlich fällt die Kritik nun milder aus, in den relevanten Stellungnahmen werden die durchgeführten Änderungen begrüßt. Die Rechtsanwälte fordern aber aus Sorge um das Berufsgeheimnis Ausnahmen in der Gesetzespassage, wonach Bezirksverwaltungsbehörden im Rahmen ihrer Corona-Kontrollen etwa in Büros in alle Unterlagen Einsicht nehmen dürfen. Eine Präzisierung dazu im Gesetz selbst will auch die Sozialwirtschaft Österreich: "Gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich, in dem es sich bei einem großen Anteil der Daten um äußerst sensible Daten handelt, muss einer generellen Norm zur Einsichtnahme in Unterlagen aus Gründen des Datenschutzes, aber auch gesetzlich vorgegebener Verschwiegenheitspflichten entschieden widersprochen werden."

Der Rechtsanwaltskammertag fragt sich angesichts des Entwurfs zudem, inwieweit es den Behörden auch ermöglicht wird, die Einhaltung von Präventionskonzepten auch bei privaten Vereinen zu überprüfen und den jederzeitigen Zutritt zu solchen Vereinsversammlungen zu erhalten. So etwas würden die Rechtsanwälte ablehnen, weil dies ein massiver Eingriff in das Vereins- und Versammlungsrecht wäre.

Um einen bundesweiten Lockdown zu verhindern, sollen laut dem Entwurf auch regional differenzierte Maßnahmen möglich sein. Die Kärntner Landesregierung sieht aber in der Bestimmung, dass Verordnungen des Landeshauptmannes oder einer Bezirksverwaltungsbehörde schon vor deren Inkrafttreten dem Gesundheitsminister mitgeteilt werden sollen, gerade in Fällen mit Gefahr im Verzug eine "unnötige Erschwernis und Verzögerung".

In der ersten Begutachtung ziemlich kritisch waren die Volksanwälte. Nunmehr sieht Volksanwalt Bernhard Achitz den Großteil der Schwächen beseitigt, wie er zur APA sagte. Kritisch merkte er aber an, dass die Begutachtungszeit für die neue Version nur ein paar Tage und damit sehr kurz war, wiewohl er Verständnis dafür habe, dass man bei steigenden Fallzahlen versuche, schnell zu einer Lösung zu kommen.

Gesundheitsausschuss des Nationalrates zu Coronagesetzen mit öffentlichem Expertenhearing, Montag, 21.9., 13:00 Uhr

18.9.2020: Zweiter Lockdown in Israel - Neue Restriktionen treten in Kraft

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag (14.00 Uhr Ortszeit/13.00 Uhr MESZ) an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten.

17.9.2020: Neue verschärfte Maßnahmen

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat die Bundesregierung am Donnerstag weitere Verschärfungen verkündet. Die Sozialkontakte sollen österreichweit weiter eingeschränkt werden, bei privaten Feiern und Veranstaltungen indoor sind künftig nur noch zehn Personen erlaubt. In der Gastronomie kommt die MNS-Pflicht auch für Gäste. Konsumationen sind nur noch im Sitzen möglich.

17.9.2020: Anschober: Zahl der Hospitalisierung "deutliche Sorge"

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigte sich aufgrund des Anstiegs der Hospitalisierung von Corona-Patienten in Österreich in "deutlicher Sorge". 264 Erkrankte befinden sich derzeit auf Normalstationen im Spital, 55 zusätzlich liegen auf Intensivstationen. Im Vergleich zum Frühling gab es bereits eine hohe Zahl an Erkrankten, im Zuge des Lockdowns erfuhren diese Zahlen eine "Talfahrt".

Man könne diese Zahlen nicht gleichsetzen, sagte Anschober, da im Moment mehr getestet werde. "Wir testen mehr denn je, innerhalb von 24 Stunden werden 15.000 Tests durchgeführt." Aber diese Kurve "muss uns Sorge bereiten". Es gab bisher eine "starke Entkoppelung von Infektionszahlen und Hospitalisierung". Der Grund: Das Durchschnittsalter von positiv Getesteten sei deutlich geringer. "Wir waren im Frühling bei 58, 59 Jahren Durchschnittsalter und sind jetzt bei 34, 35 Jahren. Über 20 Jahren Unterschied."

"Wir haben bei den Prognosen eine sehr große Spreizung", sagte Anschober. Bleiben sie linear in den nächsten zwei Wochen wird es 650 bis 660 Infektionen pro Tag. Die andere Variante geht von einer deutlichen Steigerung aus - von bis zu 1500 Infektionsfällen pro Tag. "Unser Handlungsspielraum ist noch ein sehr großer", sagte Anschober. "Das ist eine Phase der Weichenstellung", ist der Gesundheitsminister überzeugt. Tag für Tag werde deshalb eine Analyse auf "höchst professionelle Weise" gemacht.

Rund 30 Millionen Menschen haben sich weltweit mit SARS-CoV-2 angesteckt. 940.000 Todesfälle sind zu beklagen. "Das sind schon dramatische Entwicklungen", sagte Anschober. In Österreich waren bisher 35.853 infiziert, 758 starben.

17.9.2020: FPÖ sieht "für die Gastronomie den Todesstoß"

Die FPÖ sieht in den von der Regierung verkündeten neuen Einschränkungen "für die Gastronomie den Todesstoß". "Mit den heute präsentierten weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen stürzt die schwarz-grüne Bundesregierung Österreich ins Unglück", kritisierte Hofer in einer Aussendung. Das von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angekündigte Licht am Ende des Tunnels habe sich als entgegenkommender Zug entpuppt.

Besondere Kritik übte Hofer daran, dass die angekündigten neuen Maßnahmen noch nicht fertiggestellt seien. "Diese werden dann wieder einmal in allerletzter Minute veröffentlicht - ohne den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich auf die neue Situation vorzubereiten. Das ist ein nicht tragbarer Zustand." Der FP-Chef fordert die Regierung auf, "die Panikmache zu beenden". Die Zahl der Hospitalisierungen sei zwar leicht gestiegen, aber von einer Überlastung des Gesundheitssystems sei Österreich meilenweit entfernt.

17.9.2020: 780 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2, über 7000 aktive Fälle

780 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 sind in den vergangenen 24 Stunden in Österreich verzeichnet worden. Die Zahl der aktiv Erkrankten lag am Donnerstag mit 7051 deutlich über dem Wert am Mittwoch (6600). Insgesamt sind bisher 35.853 Personen als positiv getestet registriert worden, 28.044 gelten als genesen. 758 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie an den Folgen des Corona-Virus verstorben.

Stabil ist die Lage im Spitalsbereich. 319 Personen waren am Donnerstag aufgrund des Coronavirus im Krankenhaus, zwei weniger als am Vortag. 55 mussten auf Intensivstationen betreut werden, um eine Person mehr als am Mittwoch.

Mit 366 Neuinfektionen lag Wien - bei 1,9 Millionen Einwohnern wenig überraschend - im Bundesländer-Ranking ein Mal mehr vorne. Auf den Plätzen folgten den Zahlen des Gesundheitsministeriums zufolge Oberösterreich (124), Niederösterreich (100), Tirol (65) und Vorarlberg (51). 27 Neuinfizierte verzeichnete Salzburg, 21 die Steiermark, 14 das Burgenland und zwölf Kärnten.

15.272 PCR-Tests sind österreichweit in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet worden, womit man mittlerweile seit Ausbruch der Pandemie bei knapp 1,4 Millionen abgewickelten Testverfahren hält. Am Fleißigsten innerhalb der 24 Stunden wurde nach wie vor in Wien getestet (6424), deutlich abgeschlagen folgen Niederösterreich (2.159), die Steiermark (1675) Oberösterreich (1670) und Tirol (1105). Schlusslicht beim Testen ist aktuell Kärnten, wo 415 Tests gemeldet wurden. Auf 492 brachte es Salzburg, 563 wurden im Burgenland und 760 in Vorarlberg registriert.

Das Dashboard des Gesundheitsministeriums unter der URL info.gesundheitsministerium.gv.at ist ein dynamisches System und bezieht seine Daten aus dem Epidemiologischen Melderegister (EMS). EMS ist das offizielle Register, in welches von den Bezirksbehörden sowie von Labors eingetragen wird. Insbesondere morgens kann es hier zu Verzögerungen bei den Eintragungen kommen. Das Bundesministerium für Inneres erhebt die Zahlen im Rahmen der Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements im Einsatz- und Koordinationscenter (EKC) über eine Videokonferenz, diese Zahlen können Fälle enthalten, die im EMS noch nicht erfasst sind.

17.9.2020: 366 Neuinfektionen in Wien

In Wien sind mit Stand Donnerstag, 8 Uhr, 12.052 Coronavirus-Fälle bekannt gewesen. Das bedeutet einen Zuwachs von 366 Infektionen in den vergangenen 24 Stunden, wie der medizinische Krisenstab der Stadt Wien mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 230.

8054 Personen sind inzwischen wieder genesen. Am gestrigen Mittwoch wurden laut Krisenstab allein in der Bundeshaupt 6424 Corona-Tests vorgenommen.

17.9.2020: Deutsche Reisewarnung für Wien - Botschafter: Lage laufend geprüft

Nach der Reisewarnung Deutschlands für Wien aufgrund der Coronazahlen hat der deutsche Botschafter in Österreich, Ralf Beste, erklärt, dass die Lage in einem "sehr flexiblen Verfahren" regelmäßig geprüft werde. "Wenn das Infektionsgeschehen in Wien stabil unter dem Schwellenwert von 50 ist, dann werden wir das gerne anpassen", sagte er am Donnerstag auf "Ö1" zur möglichen Dauer der Reisewarnung.

16.9.2020: 768 Neuinfektionen, Hospitalisierungszahl steigt langsam wieder

Bei der Pressekonferenz nach dem heutigen Austausch zwischen Bundesregierung und auf Orange geschaltete Regionen wurden keine großen Neuigkeiten bekanntgegeben. Anschober relativiert die Zahl der Neuinfektionen mit einem Hinweis auf das "sehr, sehr hohe Testniveau". Um einen 2. Lockdown zu verhindern, müsse man aber "wieder dieses Österreich sein, das wir im Frühling waren" - Anschober spricht von einer "Weggabelung". Außerdem seien private Veranstaltungen derzeit viel problematischer als die großen Veranstaltungen wie Theater und Sportveranstaltungen.

16.9.2020: Deutschland erklärt Wien zum Risikogebiet

Angesichts der hohen Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Wien will Deutschland die Bundeshauptstadt heute Nachmittag zum Risikogebiet erklären. Das wurde dem „Standard“ aus deutschen Regierungskreisen bestätigt.

„Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen“, hieß es.

15.9.2020: Vorarlberg empfahl Maßnahmen für "Gelb" und "Orange"

Die Vorarlberger Landesregierung hat nach der Umfärbung der Corona-Ampel für weite Teile des Landes damit zusammenhängende Maßnahmen empfohlen. Entsprechende rechtliche Grundlagen gebe es noch keine, wurde eingeräumt. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) appellierte jedoch an die Bevölkerung, die Maßnahmen mitzutragen. "Wir brauchen die Mitarbeit der Bevölkerung", unterstrich er.

Stand die Corona-Ampel in Vorarlberg bis Montag noch für alle vier Bezirke auf "Grün", präsentierte sich die Situation am Dienstag auf dem Dashboard des Landes stark verändert. Der Bezirk Dornbirn war zur Gänze orange eingefärbt, ebenso Teile des Bezirks Bludenz. Feldkirch war komplett gelb gefärbt, dazu auch Teile des Bezirks Bregenz. Weiterhin "grün" blieben lediglich der Bregenzerwald, das Kleinwalsertal und Lech am Arlberg, das zum Bezirk Bludenz gehört.

Public Health-Experte Armin Fidler, der Vorarlberg in der Corona-Kommission des Bundes vertritt, stellte fest, dass "wir im Sommer vielleicht zu sorglos gelebt" haben, verwies er auf strengere Corona-Maßnahmen in den Nachbarländern Deutschland, Schweiz und Italien. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) erläuterte das Zustandekommen der Ampelfarben und erklärte, dass die Letztentscheidung bei der Politik liege - die Corona-Kommissionen von Bund und Land würden lediglich Empfehlungen aussprechen. Das war auch die Erklärung dafür, dass nicht die gesamten Bezirke Bregenz und Bludenz "gelb" bzw. "orange" geschaltet wurden. "Wir haben regionales Datenmaterial zur Verfügung, das eine regionale Einschätzung erlaubt", sagte Rüscher.

Als empfohlene Maßnahmen für "gelbe" und "orange" Regionen nannte sie etwa das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Umgang mit Risikogruppen oder eine Kontaktdatenerhebung bei Veranstaltungen, deren Besucherkapazitäten eingeschränkt werden sollen. Für die Krankenhäuser des Landes gilt ein Besuchsverbot, die Ambulanzen stehen nur Notfällen und Überweisungs-Patienten offen. In den Sozialeinrichtungen sollen Besuche koordiniert und reduziert werden. Sportarten mit Körperkontakt - wie Fußball - sollen im "orangen" Bezirk Dornbirn nicht ausgeübt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolge ab Mittwoch, so die Landesrätin.

15.9.2020: 764 Neuinfektionen in Österreich - 6194 aktive Fälle

Erstmals seit Ende März hat es am Dienstag in Österreich wieder mehr als 6000 aktive Coronavirus-Fälle gegeben. Im 24-Stunden-Vergleich kamen 764 Neuinfektionen hinzu. Somit gab es mit Stand 9.30 Uhr 6194 aktiv Infizierte, geht aus den Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium hervor. Immer mehr Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Waren am Montag noch 255 Covid-Patienten im Spital, waren es am Dienstag bereits 293 Menschen, 49 davon befanden sich auf Intensivstationen. Österreichweit sind bisher 757 Menschen an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Bisher gab es 34.305 positive Testergebnisse. 27.354 Menschen sind wieder genesen.

Bisher wurden in Österreich 1.364.508 PCR-Tests durchgeführt, 13.100 Ergebnisse wurden in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet. Die meisten Neuinfektionen verzeichnete am Dienstag erneut Wien, hier kamen 400 hinzu, insgesamt 4735 Testungen wurden in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt. 110 Neuinfektionen gab es in Tirol, dort wurden in den vergangenen 24 Stunden 1374 Tests gemacht. Niederösterreich meldete am Dienstag 95 Neuinfektionen. Die Zahl der Tests stieg von Montag auf Dienstag um 1628.

Oberösterreich meldete am Dienstag 57 neue Covid-19-Fälle bei 1042 Tests seit Montag. Die Steiermark verzeichnete eine Plus von 44 Neuinfizierten, 1980 Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt. In Vorarlberg gab es 25 Neuinfektionen, hier stieg die Zahl der Tests um 667. In Salzburg wurden am Dienstag 20 Neuinfektionen gemeldet - und das bei lediglich 199 Tests in den vergangenen 24 Stunden.

In Kärnten kamen am Dienstag sieben Neuinfektionen hinzu - bei 654 PCR-Testungen seit Montag. Den geringsten Zuwachs an Neuinfektionen verzeichnete das Burgenland mit sechs Personen. Hier wurden in den vergangenen 24 Stunden 821 Tests durchgeführt.

14.9.2020: Corona-Ampel: Wien und Innsbruck werden orange

Die Ampel-Kommission hat am Montagabend nach stundenlanger Debatte die Empfehlung beschlossen, erstmals Bezirke auf orange zu schalten. Davon betroffen sind Wien, Innsbruck-Stadt, Kufstein, Dornbirn, Bludenz, Mödling und Neunkirchen, hieß es seitens eines Kommissionsmitglieds zur APA.

Orange könnte größeren Einfluss auf Veranstaltungen haben. Bei Events mit zugewiesenen Sitzplätzen in geschlossenen Räumen wären zumindest laut den Plänen bei der Präsentation der Ampel maximal 250 Personen erlaubt (im Freien: 500), ohne zugewiesene Sitzplätze 25 (50). Besucher müssten Mund-Nasen-Schutz tragen - auch am Fixplatz und bei Open Airs.

Größere Auswirkungen könnte die Orange-Färbung auch an Schulen haben, wo nicht nur der Musik-Unterricht fallen dürfte sondern in Oberstufen-Klassen von den Schulen auch Homeschooling verordnet werden könnte.

Für die Gastronomie unangenehm ist, dass die Sperrstunde um eine Stunde auf Mitternacht vorverlegt werden dürfte.

 

14.9.2020: Anschober legte überarbeitetes Coronagesetz vor

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat nach der sehr kritischen Begutachtungsphase der geplanten neuen Corona-Gesetzesregelungen am Montag einen neuen Entwurf zum Epidemiegesetz, zum Tuberkulosegesetz und zum Covid-19-Maßnahmengesetz vorgelegt.

Der neue Entwurf, der der APA vorliegt, bietet die Grundlage für die Ampelregelung sowie für eine weitgehende Ausgangssperre. Letztere muss nun im Gegensatz zur Ursprungsfassung vom Hauptausschuss des Nationalrats genehmigen werden. Auch weniger weitreichende Betretungsverbote in Unternehmen und an öffentlichen Orten müssen durch den Hauptausschuss. Zudem bekommen Landesbehörden die Möglichkeit, regional unterschiedliche Maßnahmen zu ergreifen.

Mit dem neuen Entwurf reagiert Anschober auf die massive Kritik, die sein erster Vorschlag in der Begutachtung ausgelöst hatte. Unter anderem hatte die Rechtsanwaltskammer kritisiert, dass bei Betretungsverboten nur zwischen "bestimmten Orten" und "öffentlichen Orten" unterschieden wird. Dies wird im neuen Entwurf nun deutlich genauer geregelt. Damit hofft das Gesundheitsministerium, künftige Ausgangsbeschränkungen rechtlich wasserdicht verfügen zu können. Die im ersten "Lockdown" verhängten Verordnungen waren vom Verfassungsgerichtshof nämlich im Juli aufgehoben worden, weil sie nicht dem Gesetz entsprachen.

Das neue Covid-Maßnahmengesetz soll nun eigene Regeln für Betretungsverbote in Betriebsstätten, Arbeitsorten und Verkehrsmitteln sowie an sonstigen öffentlichen Orten enthalten. Explizit ausgenommen ist nur der private Wohnbereich. Für Wohnungen und Hauser (inklusive Gärten, Keller, Garagen, etc.) kann die Regierung also auch künftig keine Einschränkungen erlassen. Sehr wohl sollen aber Eingriffe in privaten Räumlichkeiten möglich sein, die nicht für Wohnzwecke angemietet wurden. Dazu zählen auch Vereinslokale und Sportstätten, wie es in den Erläuterungen heißt.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, um Covid-19 einzudämmen und etwa ein Zusammenbruch der medizinischen Versorgung drohen, dann soll es die Möglichkeit einer weitgehenden Ausgangssperre geben. In Abstimmung mit dem Hauptausschuss des Nationalrats könnte Anschober dann verfügen, "dass das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur zu bestimmten Zwecken zulässig ist". Eine ähnliche Regelung hatte die Regierung schon im ersten "Lockdown" erlassen, sie war aber rechtswidrig. Nun werden die fünf Ausnahmen gesetzlich geregelt.

Geht es nach den Plänen der Regierungsfraktionen, soll heute im Anschluss an der Sondersitzung des Nationalrats, die um 12 Uhr beginnt, der Gesundheitsausschuss zusammentreten. Dort will man eine viertägige Ausschussbegutachtung beschließen. Ein zweiter Gesundheitsausschuss am 21. September soll die Novelle absegnen, und zwei Tage später wäre der Beschluss in der ersten regulären Plenarsitzung nach dem Sommer fällig. Ob die Opposition hier mitspielt, bleibt abzuwarten.

12.9.2020: Die wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Wochen

Die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten steigen weiter an. Umso wichtiger ist die Erforschung des Erregers. profil hat die wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Wochen zusammengetragen.

12.9.2020: 580 Corona-Neuinfektionen österreichweit

580 bestätigte Corona-Neuinfektionen sind in den vergangenen 24 Stunden österreichweit gemeldet worden (Stand 9.30 Uhr). Seit Beginn der Epidemie gab es damit 31.827 positive Testergebnisse, berichteten Gesundheits- und Innenministerium. 265 der neuen Fälle gehen auf Wien zurück, das bei der Corona-Ampelschaltung am Freitag seinen "Gelb"-Status beibehielt.

93 zusätzliche Infektionen registrierte Tirol. Dort steht die Ampel nunmehr neben der Landeshauptstadt Innsbruck und dem Bezirk Kufstein wie auch im Bezirk Schwarz auf "gelb". In Niederösterreich - 62 neue positive Tests seit Donnerstag - wurden Wiener Neustadt und der Bezirk Korneuburg auf "mittleres Risiko" gestellt.

In Oberösterreich wurden 55 neue Fälle registriert, mit Freitag gilt das ganze Bundesland aber wieder als "grün", nachdem bei der ersten Ampelschaltung vor einer Woche Linz noch "gelb" eingefärbt worden war. In der Steiermark - 44 Fälle binnen 24 Stunden - behielt Graz indes seinen "gelben" Status bei.

750 Menschen in Österreich sind bisher an den Folgen des Coronavirus gestorben und 26.257 wieder genesen. 204 Covid-19-Kranke befanden sich in Spitalsbehandlung, davon 41 auf Intensivstationen, so die zuständigen Ministerien.

Die Neuinfektionen, aufgeteilt auf die Bundesländer:

Burgenland: 2

Kärnten: 7

Niederösterreich: 62

Oberösterreich: 55

Salzburg: 15

Steiermark: 44

Tirol: 93

Vorarlberg: 37

Wien: 265

11.9.2020: Sieben Mal Gelb, Verschärfung bei Masken und Events

Bei der Präsentation der zweiten Ampelschaltung hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag verschärfte Maßnahmen mit "Gültigkeit Montag, 0.00 Uhr" angekündigt: Es wird Einschränkungen bei Veranstaltungen geben: Indoor 50 Personen im Freien 100 Personen - Großveranstaltungen mit professionellen Konzept und mit zugewiesenen Sitzplätzen sind es 1500 Plätze bzw. 3000 Plätze.

Zudem soll die Maskenpflicht auch außerhalb des Lebensmittelhandels und von Apotheken und Banken österreichweit in geschlossenen Räumen ausgeweitet werden und gilt in Handel und Gastronomie. Mit der zweiten Schaltung der Corona-Ampel wurden am Freitag bereits sieben Regionen in Österreich auf gelb geschaltet. Betroffen von "gelb" - das bedeutet mittleres Risiko - sind Wien, Graz, Innsbruck, Korneuburg, Wiener Neustadt, Bezirk-Kufstein und Schwaz in Tirol.

11.9.2020: Neue Corona-Ampel bringt kein "Orange" - Innsbruck wird gelb

Die Corona-Ampel-Kommission hat trotz steigender Fallzahlen auf eine Empfehlung zur Orange-Färbung verzichtet. Wien bleibt ebenso gelb wie Graz und der Bezirk-Kufstein. Neu dazu kommen Innsbruck-Stadt und Schwaz in Tirol sowie die niederösterreichischen Bezirke Korneuburg und Wiener Neustadt. Linz werde dagegen wieder grün geschaltet, so die Empfehlung.

11.9.2020: Stadt Wien fordert fünf verschärfte Maßnahmen

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker forderten heute bei einer Pressekonferenz fünf verschärfte maßnahmen für die Hauptstadt:

1. Die Tests vor Aufnahme in Krankenhäuser und Pflegeheime werden fortgeführt.

2. In der Gastronomie soll beim Betreten und Verlassen und am Weg zum Tisch die Maske wieder verpflichtend sein. "Wir brauchen die Maske an der Bar, sie wird uns keinen Spaß machen, aber ermöglichen, wieder an der Bar zu stehen", sagte Hacker: "Das was an der Bar gilt, gilt auch in der Budel am Sportplatz, im Theater und in der Halle."

3. Handel: Es soll angeregt werden, dass im gesamten Handelsbereich Maskenpflicht gilt.

4. Am Arbeitsplatz seien vor allem Gemeinschaftsräume ein Problem. Dafür sollen "Spielregeln" erstellt werden.

5. Geschlossene Veranstaltungen: Bürgermeister Ludwig sieht darin häufig Grund für zahlreiche Ansteckungen. Hier soll es Regelungen geben.

Märkte soll es ebenfalls Regelen geben. In den Amtsgebäuden wird die Pflicht zur Maske ausgeweitet. Auch in den Gängen soll sie verpflichtend sein.

 

10.9.2020: 664 Neuinfektionen in Österreich innerhalb 24 Stunden

Der Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Österreich ist weiterhin besorgniserregend. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 664 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. In den vergangenen Tagen waren die Zahlen ebenfalls hoch mit 502 bzw. 520. Am Freitag wird die Regierung bei einer Pressekonferenz erneut die Risikogebiete mittels Ampelsystem präsentieren.

Laut den Zahlen aus dem Innenministerium (Stand 9.30 Uhr) sind aktuell 4.456 Menschen in Österreich mit SARS-CoV-2 infiziert. 748 Personen sind mit oder an den Folgen des Coronavirus verstorben und 26.043 sind wieder genesen. Auch die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist von 197 auf 205 angestiegen. Davon müssen 39 Menschen auf der Intensivstation behandelt werden. Das sind um drei mehr als am Vortag. Bisher gab es in Österreich 31.247 positive Testergebnisse.

Die meisten Neuinfektionen gab es erneut in Wien mit 387 Fällen, gefolgt von Niederösterreich mit 94, Tirol mit 64 und Oberösterreich mit 50 Fällen. In der Steiermark fielen 31, im Burgenland 13, in Vorarlberg elf, in Salzburg neun und in Kärnten fünf Corona-Tests positiv aus.

8.9.2020: "Es wäre falsch, wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren"

Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnt vor dem Corona-Herbst und gibt zugleich Entwarnung. Wie passt das zusammen? Ein profil-Gespräch über politische Inszenierung, den Kollateralschaden der Virusbekämpfung und das Dilemma bei der Rettung von Menschenleben.

7.9.2020: Wie ansteckend sind Kinder?

Covid-19 wird bei Kindern selten erkannt. Trotzdem können sie das Coronavirus verbreiten. Was bedeutet das für den Schulanfang in Pandemiezeiten?

4.9.2020: Corona-Ampel - Vier Regionen in Österreich auf "gelb"

Mit dem Start der Corona-Ampel am Freitag sind bereits vier Regionen in Österreich auf gelb geschaltet. Betroffen von "gelb" - das bedeutet mittleres Risiko - sind der Bezirk Kufstein sowie die Städte Wien, Linz und Graz. Alle anderen Bezirke blieben auf grün, wie bei einer Pressekonferenz der Regierung in Wien bekannt gegeben wurde.

Das System operiert mit den Farben Grün (niedriges Risiko), Gelb (mittleres), Orange (hohes) und Rot (sehr hohes Risiko). Das sei ein guter Überblick für die Bevölkerung über die regionale Entwicklung, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Bei "gelb" - so wie es jetzt in vier Regionen der Fall ist - gebe es eine Verschärfung der Maskenpflicht im Handel, in der Gastronomie sowie bei Veranstaltungen, sagte Kurz. Bei "orange" und "rot" seien die Maßnahmen von ausgeprägterer Form. Alle Informationen werden über https://corona-ampel.gv.at/ veröffentlicht.

In Zukunft werde es wöchentlich einen Überblick über die regionale Entwicklung gebe, sagte Kurz, "auch häufiger, wenn Gefahr im Verzug" ist. Die umfassende rechtliche Verankerung der Ampel wird erst Ende September erfolgen, dazu ist die Novellierung des Epidemiegesetzes und des Covid-19-Maßnahmengesetzes notwendig.

26.8.2020: Ab Freitag gilt in OÖ Bundesregelung für Maskenpflicht

Am 9. Juli hat das Land Oberösterreich die Verpflichtung, einen Mund-Nasen-Schutz in allen öffentlich zugänglichen Räumen, Geschäften und Lokalen zu tragen, wieder eingeführt. Grund waren damals steigende Infektionszahlen. Am Mittwoch kündigte LH Thomas Stelzer (ÖVP) an, diese strengere Regelung ab Freitag an die weniger weitreichenden Bundesvorgaben anzugleichen.

Damit soll vor der Einführung des Corona-Ampelsystems kommende Woche eine einheitliche Ausgangslage geschaffen werden. "Damit das Ampelsystem, die damit verbundene Risiko-Einstufung und dementsprechende Maßnahmen funktionieren, ist es sinnvoll, eine bundesweit gleiche Ausgangslage zu schaffen", betonten Stelzer und LHStv. Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) in einer Pressemitteilung.

Eine österreichweite Ausdehnung der Maskenpflicht war laut Regierungskreisen zumindest vorerst noch kein Thema. Die Lage werde natürlich ständig evaluiert. Am kommenden Mittwoch findet jedoch der erste Ministerrat nach der Sommerpause statt, dort könnten dann je nach Entwicklung der Zahlen durchaus weitere Maßnahmen verkündet werden.

25.8.2020: Kroatien-Reisewarnung "überzogener Aktionismus"

In 34 Hotels und 15 Camping Resorts kann Valamar täglich etwa 58.000 Gäste beherbergen. Das macht das Unternehmen, das fest in österreichischer Hand ist, zur größten Touristikgruppe in Kroatien. Gustav Wurmböck, Valamar-Aufsichtsratschef und Miteigentümer, hat für die Reisewarnung der österreichischen Regierung aufgrund der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen nur wenig Verständnis.

22.8.2020: Umfrage: 62% bewerten die Pläne für den Schulstart als sinnvoll

Eine deutliche Mehrheit der Österreicher sieht die Pläne des Unterrichtsministeriums für den Schulstart positiv.

21.8.2020: Aktuelle Zahlen

Bisher gab es in Österreich 24.762 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand (21. August 2020, 09:30 Uhr) sind österreichweit 730 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 21.260 sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 112 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 22 der Erkrankten auf Intensivstationen.  

Die Neuinfektionen seit der letzten Meldung teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf:  

Burgenland: 4

Kärnten: 6

Niederösterreich: 27

Oberösterreich: 59

Salzburg: 10

Steiermark: 14

Tirol: 34

Vorarlberg: 5

Wien: 172

19.8.2020: Ist ein zweiter Corona-Lockdown möglich? [Podcast]

Chefredakteur Sven Gächter und Innenpolitik-Chefin Eva Linsinger über die Lage in Kroatien, die vielen Fragezeichen vor dem Schulstart und warum Heinz-Christian Strache nervt.

17.8.2020: Corona-Pandemie: Menschen, die auf Dashboards starren

Vor sechs Monaten wurden die ersten positiven Corona-Tests in Österreich gemeldet. Seither bestimmt die Epidemie unseren Alltag, und der permanente Alarmzustand schlägt aufs Gemüt. Etwas weniger Aufregung würde auch reichen, meint ROSEMARIE SCHWAIGER.

7.8.2020: Covid-19 im Flugzeug: Düse auf oder Düse zu?

Wie hoch ist die Coronavirus-Ansteckungsgefahr im Flugzeug?

29.7.2020: Maskenparty in Velden

In Velden am Wörthersee herrscht abends auch im Freien Maskenpflicht. Thomas Hoisl war vor Ort.

Der seltsam unerwachsene Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz

Der Mund-Nasen-Schutz befeuert grimmige Proteste gegen die Obrigkeit, Unverwundbarkeitsfantasien, Autoritätsgläubigkeit und neurotische Überängstlichkeit. EDITH MEINHART fragt sich, ob es nicht auch ein bisschen erwachsener ginge.

 

18.7.2020: EU-Sondergipfel zu Aufbaufonds und EU-Budget gestartet

Der EU-Sondergipfel über das Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise hat begonnen. Das Treffen startete am Freitagvormittag in Brüssel. Konkret geht es bei den Verhandlungen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und den anderen 26 Staats- und Regierungschefs zum einen um den Corona-Aufbauplan und zum anderen um das EU-Budget. Es ist offen, ob ein Durchbruch gelingt. Kurz zeigte sich "sehr optimistisch". Es gebe noch Differenzen, diese seien jedoch "nicht unüberwindbar", sagte er.

17.7.2020: Anschober: "Risikobewusstsein steigt wieder"

Knapp 1400 Personen sind am Freitag in Österreich aktiv mit Covid-19 infiziert gewesen. "Das Risikobewusstsein steigt wieder", konstatierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz. Das sei unter anderem auf regionale Cluster in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zurückzuführen. Anschober kündigte in Vorbereitung für den Herbst einen 17-Punkte-Aktionsplan an.

Ein Teil soll bereits im Sommerministerrat Ende Juli verankert werden. Der Plan sieht unter anderem das bereits angekündigte Ampel-System vor. Außerdem will Anschober die Hotline 1450 evaluieren. Diese habe "in Grundzügen hervorragend funktioniert". Nunmehr solle geprüft werden, "wie viel zusätzliches Personal braucht es". "Wir wollen den Zugang über 1450 zu den Testungen deutlich erleichtern und niederschwelliger ansetzten", sagte der Gesundheitsminister.

Er plant außerdem die bereits mehrfach angekündigte Beschleunigung der Testungen. Der Bescheid mit dem Ergebnis soll binnen 48 Stunden nach der Information an die Hotline vorliegen. Geregelt werden soll dies per Erlass, sagte Anschober.

Bei den Testungen liege man derzeit "in einer Größenordnung, wie wir sie noch nicht hatten". So wurden in den vergangenen Tagen immer "knapp über knapp unter 10.000 Tests durchgeführt". Ende März hatte der Gesundheitsminister 15.000 bis 17.000 Tests täglich als Ziel vorgegeben, davon ist Österreich weiterhin deutlich entfernt.

Für Österreich konstatierte Anschober aktuell eine Zweiteilung. In Wien, Niederösterreich und Oberösterreich gebe es mit den regionalen Clustern weiterhin einen deutlichen Anstieg an Infektionen. In Oberösterreich waren das am Freitag binnen 24 Stunden 60 Neuinfektionen, in Wien 57 und in Niederösterreich 38. Abgesehen von Tirol liegen die restlichen Bundesländer bei null oder einem neuen Fall, sagte Anschober.

Derzeit könnten die regionalen Ausbrüche mit regionalen Maßnahmen eingegrenzt werden. Sobald es einen bundesweiten Ansatz gebe, dass die Zahlen flächendeckend steigen, "werden wir von regionalen zu bundesweiten Maßnahmen übergehen", kündigte Anschober an. "Da könnte auch der Mund-Nasen-Schutz bundesweit ein Thema sein und kurzfristig umgesetzt werden, manche könnten überrascht sein, wie schnell das gehen könnte wenn es bundesweit erforderlich ist", sagte der Gesundheitsminister.

15.7.2020: Wien bei Neuinfektionen an erster Stelle

Mit 133 Neuinfektionen ist am Mittwoch wieder ein Zuwachs von mehr als hundert Fällen in Österreich vermeldet worden, nachdem am Montag 51 und am Dienstag 73 publiziert wurden. Mit heutigem Stand (9.30 Uhr) sind österreichweit 710 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben. Derzeit befinden sich 96 Personen im Spital und davon zehn der Erkrankten auf Intensivstationen.

Bisher gab es in Österreich 19.154 positive Testergebnisse, gab das Innenministerium am Mittwoch bekannt. 710 Personen sind verstorben, eine mehr als am Dienstag, und 17.175 genesen. Bei den Neuinfektionen seit der letzten Meldung nach Bundesländern ist Wien mit 46 an erster Stelle, 30 Fälle werden aus Oberösterreich vermeldet, 25 aus Niederösterreich und 20 aus der Steiermark. Die restlichen zwölf Fälle wurden im Burgenland (fünf), Tirol (vier), Salzburg (zwei) und Kärnten (einer) verzeichnet. Keine weitere Infektion gab es in Vorarlberg.

11.7.2020: 61% bewerten das Verhalten im Corona-Alltag als zu sorglos

61% der Österreicher sind der Ansicht, dass sich die Bürger im Corona-Alltag zu sorglos verhalten. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique research für die aktuelle profil-Ausgabe hervor. Nicht ganz ein Drittel, nämlich 31%, bezeichnen das Verhalten als angemessen, 6% halten es für zu vorsichtig. Keine Angabe machten 2% der Befragten.

10.7.2020: Ampelsystem soll Risiko auf Bezirksebene einstufen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstag erste Details für das bis September geplante Corona-Ampelsystem genannt. Insgesamt soll die Ampel vier Kriterien berücksichtigen. Und je nach Ampelstufe - von grün bis rot - sollen dann in den betreffenden Bezirken Maßnahmen verhängt werden, sagte der Gesundheitsminister nach einer Videokonferenz mit den Landeshauptleuten.

Ziel der Ampel ist es - wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ergänzte - bei lokalen Ausbrüchen möglichst kleinräumige Eingriffe auf Bezirks- oder sogar Gemeindeebene zu ermöglichen: "Wir wollen uns österreichweite Maßnahmen so lange wie möglich ersparen."

Anders als die deutsche Corona-Ampel wird das österreichische System, das über den Sommer erstellt werden soll, nicht nur die Infektionszahlen im jeweiligen Bezirk erfassen. Zusätzlich sollen auch die Spitalskapazitäten, das Verhältnis der positiven zu allen Coronatests sowie die Frage berücksichtigt werden, ob alle Infektionscluster zurückverfolgt werden konnten. Je nach Ergebnis soll die Ampel dann auf grün, gelb, orange oder rot schalten.

Für die Bundesländer und Bezirkshauptmannschaften wird es laut Anschober einen Leitfaden geben, welche Maßnahmen bei welcher Ampelstufe gesetzt werden sollen. Erarbeitet wird der Maßnahmenkatalog bis zum Sommerministerrat von einer "Coronakommission". Als Vorbild nannte Anschober die Lawinenwarnstufen.

9.7.2020: Kindergärten und Krabbelstuben in Oberösterreich wieder offen

Ab Montag sind die Kindergärten und anderen Betreuungseinrichtungen in Linz und Wels sowie den Bezirken Linz-Land, Urfahr-Umgebung und Wels-Land, deren Schließung das Land vergangene Woche angeordnet hatte, wieder geöffnet. Der Betrieb werde unter Hygieneauflagen stattfinden, hieß es in einer Presseaussendung des Landes am Donnerstag.

Die Schließungen von Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Horten seien eine notwendige Maßnahme gewesen, um eine unkontrollierbare Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Ein von einer Freikirche ausgehender Cluster habe die Kontaktverfolgung extrem erschwert, hieß es. Diesen Cluster hätten die Behörden nun gut abgrenzt, daher könnten die Einrichtungen in den betroffenen Bezirken ab Montag wieder zum Normalbetrieb übergehen.

LH Thomas Stelzer und LHStv. Christine Haberlander (beide ÖVP) betonten, dass Kinderbetreuung wichtig sei und garantiert war, wo sie notwendig gewesen sei. "Dennoch waren diese Maßnahmen unumgänglich, um Infektionsketten rasch zu unterbrechen, den Freikirchen-Cluster einzugrenzen und eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern."

Die Befürchtung aus der Anfangszeit, dass viele unerkannte Fälle aufgrund des schwierigen Kontaktmanagements im Zuge des Clusters auftreten, habe sich nicht bestätigt. "Deswegen können wir guten Gewissens die Betreuungseinrichtungen wieder öffnen - auch im Hinblick darauf, dass die Zahlen der zu betreuenden Kinder in den Sommermonaten nicht so hoch sind wie zu anderen Jahreszeiten", so Stelzer und Haberlander. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sagte, dass in den Krabbelstuben der Stadt Linz 80 Prozent aller betreuten Kinder und in den Kindergärten 60 Prozent - 85 Prozent jener, die auch im Herbst im Kindergarten bleiben - über die Sommerferien angemeldet seien.

Im täglichen Betrieb der Einrichtungen sollen die Hygienebestimmungen aus der ersten Schließungsphase wieder gelten. Der wichtigste Punkt sei die Vorgabe, dass Gruppen nicht durchmischt werden dürfen. "Uns muss bewusst sein, dass wir großflächigere Schließungen nur dann vermeiden können, wenn wir die Infektionsketten und Kontaktpersonen lückenlos nachvollziehen können", hieß es. Man werde die Entwicklung täglich genau beobachten und jeden einzelnen Fall genau beurteilen. "So kann es zum Beispiel auch zu punktuellen Schließungen kommen, wie wir sie derzeit etwa in Neuhofen oder Mauthausen sehen", erklärten der Landeshauptmann und seine Stellvertreterin.

9.7.2020: Zahl der täglichen Neuinfektionen bei rund 100

Die Zahl der täglich neu bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen bleibt derzeit in Österreich an der Schwelle zum Dreistelligen. Exakt waren es laut Innenministerium mit dem Stand vom Donnerstag (9.30 Uhr) 102 SARS-CoV-2-positive Tests seit dem vorangegangenen Tag. Den höchsten Anteil hatte Oberösterreich mit 45 Fällen. An zweiter Stelle (31) liegt Wien.

Österreichweit sind bisher 706 Personen an den Folgen des Coronavirus verstorben, 16.758 sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 78 Personen aufgrund von Covid-19 im Krankenhaus, davon zwölf auf Intensivstationen.

In den restlichen Bundesländern wurden in Salzburg neun, in der Steiermark sieben, in Niederösterreich vier, in Tirol drei, im Burgenland zwei, in Kärnten eine und in Vorarlberg keine Neuinfektionen gezählt.

9.7.2020: Weltweit mehr als 12 Millionen Menschen infiziert

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind weltweit mehr als zwölf Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Seit dem Ausbruch vor sieben Monaten sind mehr als eine halbe Million Menschen an den Folgen der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Der erste Coronavirus-Fall wurde Anfang Jänner in Wuhan gemeldet und innerhalb von 149 Tagen stieg die Zahl auf offiziell 6 Millionen bestätigte Fälle. In weniger als einem Drittel dieser Zeit – in 39 Tagen – verdoppelte sich die Zahl der infizierten Personen auf 12 Millionen.

Die Reuters-Zählung, die auf Regierungsdaten basiert, zeigt, dass sich die Krankheit derzeit am schnellsten in Lateinamerika ausbreitet. Auf Amerika entfallen mehr als die Hälfte der weltweiten Infektionen und fast die Hälfte der Todesfälle. Brasilien und die Vereinigten Staaten zeichnen seit Anfang Juli für rund 45 Prozent aller neuauftretenden Fälle verantwortlich.

8.7.2020: Maskenpflicht in Kärntner Tourismusorten ab 21.00 Uhr

Die Kärntner Landesregierung hat am Mittwoch eine zeitlich und örtlich begrenzte Maskenpflicht für Tourismus-Hotspots angekündigt. Die Verordnung, die gerade ausgearbeitet wird, soll mit Freitag in Kraft treten. In Velden aber auch an anderen Orten am Wörthersee, Faaker See oder Klopeiner See - muss dann von 21. bis 2.00 Uhr im öffentlichen Raum ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Der Geltungsbereich soll rechtzeitig von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften in Absprache mit Touristikern festgelegt werden. Eindringliche Appelle hätten nicht ausgereicht, um Menschenansammlungen, in denen vieles passiere nur nicht auf Abstands- und Hygienemaßnahmen geachtet werde, zu verhindern, sagte Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) zur Erklärung in einer Videokonferenz mit Journalisten. Er betonte, dass es sich um eine Präventivmaßnahme handle. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden."

8.7.2020: Strengere Grenzkontrollen, weitere Reisewarnungen

Angesichts steigender Corona-Infektionen durch Auslandsrückkehrer verhängt die österreichische Regierung weitere Reisewarnungen und verschärft die Grenzkontrollen im Osten. Die Regierung rät von Reisen nach Rumänien, Bulgarien und in die Republik Moldau dringend ab, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Pressefoyer nach dem Ministerrat am Mittwoch.

Die Situation bezüglich Covid-19 habe sich am Balkan und im Baltikum leider verschlechtert und in Österreich gebe es immer mehr Fälle von aus dem Osten eingeschleppten Infektionen. "Wir erleben immer mehr Einschleppungen aus dem Ausland. Deswegen der dringende Appell, nicht in diese Länder zu reisen", so Kurz. Für Rückkehrer aus Ländern, für die es eine Reisewarnung gibt, gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht. Wer diese verletze, begehe kein Kavaliersdelikt, sondern einen ernsthaften Verstoß und riskiere eine Strafe von bis zu 1.450 Euro. Wer positiv getestet ist und die Quarantäne bricht, begehe ein Strafrechtsdelikt und müsse mit deutlich schärferen Strafen rechnen, warnte der Kanzler.

Es werde zudem strengere Kontrollen der verhängten Bestimmungen geben und die Grenzkontrollen im Osten werden verdoppelt, kündigte Kurz an. "Insbesondere Rückkehrer aus dem Balkan werden kontrolliert." 1.800 Polizisten werden im Einsatz sein.

7.7.2020: Maskenpflicht in öffentlichen Räumen in OÖ ab Donnerstag

In Oberösterreich gilt ab Donnerstag im öffentlichen Raum wieder Maskenpflicht. Das hat LH Thomas Stelzer (ÖVP) in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. In den Amtsgebäuden gilt das ohnehin bereits seit heute, Dienstag.

In Geschäften, Einkaufszentren und Dienstleistungsbetrieben ist von Kunden wie Beschäftigten Mund-Nasen-Schutz zu tragen und der Sicherheitsabstand zu wahren. In der Gastronomie müssen Gäste wieder am Weg vom und zum Tisch Maske tragen. Am Tisch, wo bis zu zehn Personen sitzen dürfen, ist das nicht obligatorisch. Das Personal muss ebenfalls Mund-Nasen-Schutz anlegen. Im Freien soll man den Sicherheitsabstand einhalten. Wo das nicht möglich ist, muss ebenfalls eine Maske verwendet werden.

Gesundheitsminister Rudi Anschober unterstützt den aktuellen Beschluss des Landes Oberösterreich.

    „Regionale Cluster und Hotspots brauchen starke regionale Antworten. Dort, wo sich lokale Ausbrüche manifestieren, sind zielgerichtete, auf die Erfordernisse vor Ort ausgerichtete Maßnahmen zu setzen. Ich unterstütze daher die vom Land Oberösterreich nun beschlossene Maßnahme, den Mund-Nasen-Schutz regional wieder einzuführen“, so Anschober. „Wir sind in der Lage lokale Cluster aufzuspüren und die Infektionsketten nachzuvollziehen und zu durchbrechen. Das ermöglicht uns gezielt, lokal gegen das Virus vorzugehen und die Ausbreitung auf größere Gebiete hintanzuhalten“, so der Gesundheitsminister.

6.7.2020: Wieder mehr als 1000 aktiv Erkrankte in Österreich

Erstmals seit dem 19. Mail gibt es wieder mehr als 1000 aktiv am Coronavirus erkrankte Menschen in Österreich. Nach den am Montag veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums waren am Montag 1012 Menschen aktiv an SARS-CoV-2 erkrankt. Insgesamt gab es in Österreich bisher 18.365 positive Testergebnisse, 706 sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben, 16.647 sind wieder genesen.

Derzeit befinden sich 78 Menschen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung, davon zehn auf Intensivstationen. Gegenüber Sonntag sind 85 Infektionen hinzugekommen, die weitaus meisten erneut in Oberösterreich mit 57. Wien folgte an zweiter Stelle mit 21. Fünf gab es in Niederösterreich, je einen in Salzburg und der Steiermark. In den anderen Bundesländern wurden keine weiteren Fälle registriert.

Auch bei den aktiv Erkrankten insgesamt liegt Oberösterreich mit 414 derzeit an erster Stelle, gefolgt von Wien mit 347. 99 betrafen Niederösterreich, 59 die Steiermark. 31 Erkrankte gibt es in Salzburg, 26 in Tirol, 16 in Kärnten, 14 im Burgenland und sechs aktiv Erkrankte in Vorarlberg.

6.7.2020: 48 Neuerkrankungen am Wochenende in Oberösterreich

48 Coronavirus-Fälle sind in Oberösterreich von Freitag- bis Sonntagnachmittag (Stand 17.00 Uhr) neu hinzugekommen. Damit lag die Gesamtzahl der Infizierten bei 393. Alleine 24 positiv getestete Fälle gehen auf den Cluster "Freikirche" zurück, der nun insgesamt 151 Infizierte umfasste. Im Zusammenhang mit Fällen aus Schlachthöfen gab es 23 positive Tests, teilte der Krisenstab des Landes mit.

Ein Großteil der neu hinzugekommenen Corona-Kranken aus dem Freikirchen-Cluster waren bereits als Kontaktpersonen abgesondert, wie betont wurde. Die Erhebungen im Zuge des Kontaktpersonenmanagements liefen weiter intensiv, hieß es.

6.7.2020: Slowenien schickte fast 800 Einreisende in Quarantäne

Fas 800 Einreisende aus den Westbalkan-Staaten haben am Wochenende bei der Einreise nach Slowenien Quarantänebescheide erhalten. Am Samstag seien 340 Bescheide ausgestellt worden, am Sonntag weitere 435, teilte das Gesundheitsministerium der Nachrichtenagentur STA mit. Bei einem Großteil handle es sich um Personen aus Bosnien-Herzegowina, hieß es.

Wegen des Corona-Ausbruchs in den Westbalkan-Staaten hatte die Regierung in Ljubljana am Freitag die Grenzkontrollen verschärft. Aus dem südlichen Nachbarland Kroatien einreisende Personen müssen nun nachweisen, dass sie sich dort aufgehalten haben - etwa mit einer Hotelbuchung. Wer aus einem anderen Westbalkan-Staat durchgereist ist, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Quarantänebescheide wurden auch am Flughafen Ljubljana (56) und Grenzübergängen zu Italien und Österreich (14) ausgestellt.

3.7.2020: Ist das schon die zweite Welle?

Das aktuelle Paradoxon sagt: Während in Österreich erstmals seit April wieder mehr als 100 Corona-Fälle in 24 Stunden registriert wurden, in Linz und Wels erneut Schulen und Kindergärten geschlossen werden, traten im ganzen Land weitere Lockerungen in Kraft. Seit 1. Juli sind wieder alle Kontakt- und Teamsportarten wie Fußball und Basketball, aber auch Judo erlaubt. Auch die Maskenpflicht für Kellner ist gefallen. Vom Abstandhalten in den Lokalen und den Schanigärten, das ergab die eigene Feldforschung, kann keine Rede mehr sein. 

02.07.2020: Lehrer fordern dringend Masterplan für den Herbst

Der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG) kritisiert die Planungen für das kommende Schuljahr unter den speziellen Bedingungen der Corona-Pandemie. Bildungsministerium und -direktionen müssten sich schon jetzt auf Szenarien von Voll- über Schichtbetrieb bis zu Fernunterricht vorbereiten. "Das geschieht nach meiner Beobachtung zumindest im Moment noch nicht im ausreichenden Maß."

Im Gespräch mit der APA fordert Kimberger Masterpläne dafür, wie die Schulen ab Herbst unmittelbar von den Gesundheitsbehörden unterstützt und Verdachtsfälle an den Schulen so rasch wie möglich getestet werden können. Die Vorkommnisse in Oberösterreich, wo als Reaktion auf einen Corona-Cluster die Schulen und Kindergärten in fünf Bezirken geschlossen werden, hätten erneut gezeigt, wie dringend eine professionelle Vorbereitung sei.

02.07.2020: Zahl der in Österreich aktiv Erkrankten stieg über 700

Wie schon am Vortag ist am Donnerstag Oberösterreich Österreichs "Hotspot" an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gewesen. Die Zahl der Neuerkrankten ging aber immerhin von 61 auf 42 zurück, die für das gesamte Bundesgebiet von 107 auf 68. "Es hat sich wieder normalisiert. Aber es ist noch immer ein Wert, der mir persönlich zu hoch ist", sagte dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Da es im Tagesvergleich (Stand: 12.00 Uhr) nur 23 Genesene gegeben hat, stieg die Zahl der bundesweit aktuell Erkrankten um weitere 45 auf 722 an. Am Dienstag waren es noch 583 gewesen. Das deutliche Plus bei den Neuinfektionen sei eine Folgewirkung des "durchaus beachtlichen" Ansteckungsherds in Oberösterreich, wo u.a. mit Schul- und Kindergartenschließungen in mehreren Regionen Maßnahmen gesetzt wurden. Die oberösterreichischen Behörden hätten konsequent und rasch reagiert, sagte der Minister.

Seit Mittwoch beobachte Anschober eine "im regionalen Bereich von uns erwartete, aber durchaus mit Sorge zu sehende Entwicklung".

01.07.2020: Österreich verhängt Reisewarnung für Westbalkan

Das Außenministerium hat für Länder des Westbalkans angesichts der hohen Coronazahlen in der Region eine Reisewarnung mit sofortiger Wirkung verhängt. Das bestätigte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Mittwoch in Wien. Konkret gilt dies für Bosnien-Herzegowina, den Kosovo, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro und Serbien.

"Bei der Reisefreiheit sind wir noch meilenweit von einem Normalzustand entfernt", betonte Schallenberg. In Österreich gebe es bereits Corona-Fälle, die auf Reisende vom Westbalkan zurückzuführen seien, so der Außenminister. In Slowenien und Kroatien seien ebenfalls vermehrt Cluster von Neuerkrankungen durch Rückkehrer vom Westbalkan zu beobachten.

Schallenberg betonte, dass sich die Situation in den vergangenen Tagen und Wochen im Westbalkan "nicht so positiv entwickelt. Das Gegenteil ist leider der Fall".

Die Reisewarnung - Sicherheitsstufe 6 - empfiehlt Österreichern "dringend", das betroffene Land zu verlassen. Coronatests oder eine 14-tägige-Heimquarantäne sind bei einer Einreise aus den Westbalkanländern jetzt schon Pflicht.

 

01.07.2020: Mehr als 100 Neuinfektionen in Österreich

Nach längerer Zeit ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Österreich am Mittwoch auf über 100 gestiegen. Der Löwenanteil der 107 Erkrankungen (Stand 9.30 Uhr) entfiel laut Innenministerium mit 61 auf Oberösterreich.

In Oberösterreich werden ab Freitag für eine Woche in fünf Bezirken - Linz Stadt, Linz-Land, Wels Stadt, Wels-Land und Urfahr-Umgebung - alle Schulen, Kindergärten sowie Betreuungseinrichtungen geschlossen. Von Dienstag auf Mittwoch ist die Zahl der Infizierten um 61 auf 190 gestiegen. Zurückzuführen ist die Zunahme auf den Cluster der "Freien Christengemeinde" in Linz.

In der Religionsgemeinschaft befinden sich zahlreiche Großfamilien aus Oberösterreich, die das Virus in den vergangenen Tagen in besagten Bezirken verbreitet haben. Daher habe sich das Land in Absprache mit dem Gesundheitsministerium am Mittwoch zu der "drastischen Maßnahme" der neuerlicher Schließungen entschieden. "Ein massiver, aber sinnvoller Schritt", meinte Landehauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in einer Pressekonferenz.

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