Neue Alben: Braid und Marcus Smaller

Warum der Punkrock von 3 Feet Smaller auch mal ruhiger klingen darf, lesen Sie hier. Außerdem: Was ist eigentlich aus den Pionieren der ersten Emo-Welle geworden? Merke: „This Is Not A Revolution“. profil unerhört präsentiert die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle und Stephan Wabl

Braid: No Coast (Topshelf Records)

Nach 16 Jahren veröffentlichen die Pioniere der ersten Emo-Welle Mitte der 1990er-Jahre wieder ein Album: „Bang“ gibt die Band aus dem amerikanischen Midwest mit dem ersten Stück gleich einmal die Richtung vor. Braid ist aber auch klar: „This Is Not A Revolution“, wie das Ausgangsstück heißt. Dazwischen liegen zehn Lieder, die sich nicht auf alten Lorbeeren ausruhen und genug neuen Schwung mitbringen, dass es für die vier Enddreißiger auch locker noch bis zur fünften oder sechsten Emo-Welle reichen dürfte. Fazit: Respekt! (8.0/10) S. W.

Marcus Smaller: Finally Home (Arcadia Agency)

Das Leben im Achterbahntakt: hunderte Konzerte, mediale Dauerpräsenz, Musikpreise und ein Rockstardasein zwischen Boden- und Neusiedlersee; immer wieder Höhen, aber auch viele Tiefen. Marcus Smaller, Kopf der österreichischen Punkrock-Institution 3 Feet Smaller, veröffentlicht mit „Finally Home“ nicht nur sein erstes Soloalbum, sondern betreibt vor allem Seelentherapie und wagt dabei den Blick in den Rückspiegel. Herausgekommen ist ein Lebensabschnittsalbum, musikalisch zwischen langsamen Gitarren- und Folkklängen changierend, das die schwierigen Motive des Sich-selbst-Findens in den Mittelpunkt stellt und dorthin schaut, wo es schon mal weh tut – aber auch zuversichtlich stimmt. Heimkommen heißt eben auch durchatmen, reflektieren, die Beine hochlegen und Songs wieder wegen des Songschreibens zu machen. In der Ruhe liegt der Punkrock. (6.9/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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