Neue Alben: Tom Petty & The Heartbreakers, King Creosote und Drcarlsonalbion

Der Fischermann als Goldgräber: King Creosote und Drcarlsonalbion ziehen gemeinsam mit Tom Petty & The Heartbreakers durch Wirbelstürme, blühende Rocklandschaften und karge Waldwege. Es lebe der Rock’n’Roll! profil unerhört präsentiert die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle und Stephan Wabl

Tom Petty & The Heartbreakers: Hypnotic Eye (Reprise/Warner)

Wer letzten Mittwoch Neil Young und seine alten Kumpels von Crazy Horse in Wien erleben durfte, wird auch verstehen, warum Tom Petty & The Heartbreakers auch 2014 noch nicht müde sind und nun mit „Hypnotic Eye“ ihr 13. Studioalbum veröffentlichen. Zum Glück – denn, alte Indianerweisheit: Erst wenn das letzte Gitarrensoli gespielt, der letzte Plattenladen geschlossen hat, der letzte Song digitalisiert ist, werdet ihr feststellen, dass man Rock’n’Roll nicht ersetzen kann. (7.1/10) Ph. D.

King Creosote: From Scotland With Love (Domino Records)

Als der Folksänger King Creosote sein aus über vierzig eigenen Alben, EPs, Split-Singles und Kassetten bestehendes Songrepertoire sortierte, dachte sich Kenny Anderson, wie der Schotte mit bürgerlichem Namen heißt, dass sich aus der Sammlung ein durchaus stimmiger Soundtrack über das nach Unabhängigkeit strebende Schottland machen ließe. So hat der Songwriter nicht nur den gleichnamigen Film der Regisseurin Virginia Heath vertont, sondern auch eine kleine Geschichte des Landes kreiert: Lieder über Land und Leute, Fischer und Wirbelstürme. Nah am Leben, am Wasser gebaut. (7.9/10) Ph. D.

Drcarlsonalbion: Gold (Seld-released)

„Earth“-Mastermind Dylan Carlson hat sich zum dritten Mal auf Solopfade begeben und 24 kleine Schätze zutage gefördert. Sein Soundtrack zum Film „Gold“ begleitet eine Gruppe deutscher Einwanderer, die ihr Glück im nordamerikanischen Goldrausch des späten 19. Jahrhunderts suchen. Reduziert, aber öffnend. Gemächlich, aber fokussiert. Anschmiegsam, aber mit Verdacht auf Hinterhalt. Carlson überträgt seine Kompetenz in Sachen Drone Doom mühelos 100 Jahre in die Vergangenheit und gibt den Suchenden aus sicherer Distanz eine ordentliche Portion Hoffnung und Unbehagen mit auf den Weg. (7.8/10) S. W.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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