Poolinale: Roadmovie über "Sweet Sweet Moon" feiert Weltpremiere

Poolinale: Roadmovie über "Sweet Sweet Moon" feiert Weltpremiere

Heimkehr eines Forschungsreisenden: Von der Rahlstiege im 6. Bezirk über den atlantischen Ozean nach Südamerika und zurück in die Wiener Innenstadt. "Fuck The Atlantic Ocean", das abenteuerlich-romantische Roadmovie über den Multiinstrumentalisten Matthias Frey alias "Sweet Sweet Moon", feiert am Donnerstag bei der "Poolinale" Premiere.

Von Stephan Wabl

Im Sommer 2011 stellten sich Matthias Frey alias „Sweet Sweet Moon" und Lukas Pöchhacker auf die Rahlstiege am unteren Ende der Wiener Mariahilferstraße und spielten ein Lied . Geige, Cello, entspannte Stimmung, vorbeispazierende Menschen, Sonne, kaum eine Handvoll Zuseher. So weit, so alltäglich. Festgehalten wurde der Straßenauftritt vom Videokollektiv „They Shoot Music Don't They" , das es daraufhin auf YouTube stellte. Ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Und wie das meistens so ist, mit wackeligen YouTube-Videos, plätscherten die Klickzahlen nach der Veröffentlichung zunächst gemächlich dahin. Doch nach ein paar Monaten nahmen die Zugriffszahlen plötzlich stetig zu, sodass sich das kleine Filmchen folglich recht rasch im Netz verbreitete und mittlerweile über 650.000 Mal gesehen wurde.

"Das Video wurde vor allem über Blogs in Südamerika gesehen und hatte nach einiger Zeit täglich konstant Klicks im vierstelligen Bereich", erzählte Michael Luger von „They Shoot Music Don't They" profil online . „Fuck the Atlantic ocean, making it near impossible to ever see you guys!", lautete ein Kommentar aus Übersee zum Video und war damit Namensgeber für das Projekt. Und im März 2013 wurde er dann tatsächlich überquert, der Ozean. Drei Wochen tourten die beiden Musiker samt vierköpfigem Filmanhang durch Argentinien und Chile und besuchten ihre treuen Fans in weiter Ferne - von Buenes Aires über Cordoba und die Anden bis nach Santiago de Chile. Die Zwischenstationen wurden dabei dem Zufall und den Zuhörern überlassen: Die Band trat bei Hauskonzerten auf, spielte spontane Performances in Kulturzentren und auf Hausdächern, oder intime Sessions in der ruralen Einsamkeit der südamerikanischen Steppen, Wüsten und Berglandschaften. Nun liegt das Ergebnis dieser Forschungsreise vor und feiert diese Woche beim Musikfilmfestival "Poolinale" als Eröffnungsfilm seine Weltpremiere.

Fuck the Atlantic Ocean
Regie: They Shoot Music Don't They | Musik: Sweet Sweet Moon
Spielzeit: 64 Minuten | AT, 2014

Donnerstag 27.03. 20:30 Uhr PORGY & BESS
Samstag 29.03. 23:00 Uhr Kleiner Saal | Top Kino

+++ Nachlese: "Sweet Sweet Moon" bloggte für profil online von seiner Reise durch Südamerika +++

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