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Gesellschaft
09/18/2020

profil-Morgenpost: Früher war alles besser?

Guten Morgen!

Bereits zum 44. Jubiläum des profil versuchte Christian Rainer in seinem Leitartikel mit diesem Mythos aufzuräumen. Wenn man den September 2020 mit dem gleichen Monat letztes Jahr vergleicht, haben die ewigen Raunzer vielleicht ausnahmsweise recht. Ein Blick auf meine Google Maps Timeline vom September 2019 weckt Erinnerungen an eine fast vergessene Realität: Ausgehend von meiner Wahlheimat Berlin ein Abstecher zum Oktoberfest in München, ein Wochenende bei Freunden in Zürich und dann noch ein Besuch bei den Eltern in Vorarlberg. In diesem Jahr machen die Entwicklungen rund um das Corona-Virus, vor allem auch die politisch-gefärbten Entscheidungen um die Corona-Ampel – und sich ständig ändernde Reisewarnungen einen Strich durch solche Pläne.

Wenn wir jetzt aber – weg vom zum Teil absurd anmutenden Selbstmitleid des Millennials über diese erste erlebte Einschränkung der persönlichen Freiheit – 50 Jahre zurückschauen, zum Entstehungsjahr des profil, dann hat sich doch so einiges verbessert. In unserer Jubiläumsausgabe resümiert Sebastian Hofer die vergangenen Jahrzehnte und zeigt auf, wie überraschend schnell sich die Welt ändern kann, ohne dass man es merkt. Ein Blick auf ausgewählte Statistiken – ein Vergleich zwischen 1970 und heute, nach dem Vorbild des schwedischen Statistikers Hans Rosling – zeigt, dass er recht hat:

  • Wir leben heute knapp zwölf Jahre länger als noch 1970 (Männer haben 13 Lebensjahre mehr, Frauen elf)
  • Wir arbeiten im Schnitt ganze acht Stunden weniger pro Woche (von 46 auf 38 Stunden), also ein gesamter Arbeitstag
  • Wir sind gleichberechtigter – 1971 waren im Nationalrat noch nur 6% Frauen vertreten, heute sind es 39%
  • Wir genießen den Luxus der Bildung: 1971 hatte der Großteil der Österreicher (58%) nur den Pflichtschulabschluss, heute ist dieser Anteil mit 14% umgedreht (20% haben sogar einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss)

Ganz im Sinne eines früh-morgendlichen Impuls für eine positivere Zukunftsvision gehe ich hier nicht weiter auf die Scheidungsrate oder die Auswirkung unseres Lebensstils auf das Klima ein, und wünsche Ihnen jetzt lieber ein erholsames Wochenende mit den möglicherweise letzten Sonnenstrahlen des Sommers und der Lektüre der aktuellen (und neuen) profil-Ausgabe.

Isabel Russ

PS: Gibt es etwas, das wir an der „Morgenpost“ verbessern können? Das Sie ärgert? Erfreut? Wenn ja, lassen Sie es uns unter der Adresse [email protected] wissen.

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