Superstar Neymar fällt wegen Wirbelbruchs für gesamte WM aus

Superstar Neymar fällt wegen Wirbelbruchs für gesamte WM aus

Brasiliens Fußball-Star Neymar hat im WM-Viertelfinale gegen Kolumbien einen Wirbelbruch erlitten und fällt für den Rest des Turniers aus. Das sagte der Teamarzt der Selecao, Rodrigo Lasmar, dem TV-Sender SporTV. Der 22-Jährige war wenige Minuten vor Spielende bei einer harten Knie-Attacke des Kolumbianers Juan Zuniga am Rücken verletzt worden.

Schock für WM-Gastgeber Brasilien: Stürmerstar Neymar hat sich beim 2:1-Viertelfinalsieg gegen Kolumbien einen Wirbel gebrochen und wird für den Rest des Turniers ausfallen. Damit fehlt der 22-Jährige auch im Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte gegen Deutschland. Der Angreifer erlitt die Verletzung am Freitagabend in Fortaleza nach einer heftigen Attacke des Kolumbianers Juan Zuniga.

Die Diagnose wurde nach Untersuchungen in einer Privatklinik gestellt. "Als ich da reingegangen bin, habe ich an nichts Böses gedacht. Ich hoffe, dass er mit Gottes Hilfe sich wieder erholt", sagte Zuniga zu seiner Attacke. Sie ereignete sich zum Abschluss des mit 54 Fouls härtesten Spiels bei der Fußball-WM bisher, bei dem die Innenverteidiger Thiago Silva (7. Minute) und David Luiz (69.) für den Gastgeber scorten.

Bruch des dritten Lendenwirbels
Bei Neymar sei ein Bruch des dritten Lendenwirbels festgestellt worden, sagte Rodrigo Lasmar, einer der Mannschaftsärzte der Selecao. Es sei keine ernsthafte Fraktur und auch keine schwierige Behandlung. Aber es werde einige Wochen dauern, bis Neymar seine volle Bewegungsfähigkeit wiedererlangt habe. "Er wird nicht binnen einer Woche genesen", sagte der Mediziner.

"Krimineller Vorgang"
Damit verliert der Rekord-Weltmeister seinen vierfachen Torschützen und bisher herausragenden WM-Spieler. Der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco hatte die Attacke in der 86. Minute nicht geahndet. Brasiliens bekanntester TV-Kommentator Galvao Bueno sprach von einer "Aggression" Zunigas und einem "kriminellen Vorgang". Neymar hatte vor Schmerzen geweint und war auf einer Trage aus dem Innenraum gebracht worden.

Nationalcoach Luiz Felipe Scolari hatte sich schon bei der Pressekonferenz nach dem Spiel skeptisch gezeigt, dass Neymar bei der Partie gegen die DFB-Elf in Belo Horizonte wieder einsatzbereit sein werde. "So wie ich es sehe, kann er nicht spielen", erklärte der 65-Jährige. "Er weinte vor Schmerzen. Ich garantiere, dass es nicht leicht für ihn wird sich zu erholen, basierend darauf, was der Arzt uns gesagt hat...."

Scolaris Befürchtungen wurden durch die Untersuchungen bestätigt. Selbst Staatschefin Dilma Rousseff hatte sich besorgt gezeigt über den Gesundheitszustand des beim FC Barcelona unter Vertrag stehenden Stürmers.

"Wir sind sehr von Neymar abhängig"
Die Sportzeitung "Lance!" schrieb nach der Nachricht über Neymars WM-Aus: "Eine traurige Nachricht für die gesamte brasilianische Nation. ... Wir werden für ihn den Hexa (sechsten WM-Titel, Anm.) holen!" Auf dem Weg zum erhofften sechsten WM-Titel ist das Aus von Neymar aber ein bitterer Rückschlag für Brasilien. Zumal gegen Deutschland auch Kapitän Thiago Silva wegen seiner zweiten Gelben Karte fehlt.

"Zuniga ist kein schlechter Kerl, ich kenne ihn aus der italienischen Meisterschaft. Was ich aber glaube ist, dass es leichtfertig war", sagte Silva und räumte ein: "Wir sind sehr von Neymar abhängig, Neymar macht den Unterschied bei uns aus." Der verletzte Stürmer soll nach Angaben des Mannschaftsarztes nach dem Spiel mit dem Team nach Rio de Janeiro zurückfliegen und dabei ein Stützkorsett bekommen.

(APA/Red.)