The Art of Pin-up: Sahneschnittchen für Soldaten 

The Art of Pin-up: Sahneschnittchen für Soldaten 

Ein Fest für Voyeure, Soziologen, Bibliophile, Gender-Forscherinnen und Kunst-Freaks: Diane Hansons „The Art of Pin-up“ ist den Picassos der Spind-Kunst gewidmet.

Alberto Vargas, George Petty und Rolf Armstrong, der mit seinen zwischen Wurzelbier und Kondomen alles Mögliche anpreisenden „Flapper-Girls“ in den 1920er-Jahren ein lasziv-frivoles Frauengenre mitprägte. Amstrongs verruchte Kalender-Mädchen hoben sich deutlich von den properen „Sahneschnittchen“ der frühen Pin-up-Jahre ab, deren Zeitrechnung 1887 einsetzte. Hanson, die sich auf ihrer Visitenkarten als „Sexy Books Editor“ bezeichnet und auch diverse Pornomagazine herausgab, liefert mit diesem 4,5 Kilogramm schweren Wälzer ihr Meisterwerk ab. Die Zeitreise durch die erotisierenden Frauenbilder, die vor allem Soldaten Trost und Freude spenden sollten, erzählt auch viel über die Metamorphosen der Weiblichkeit und ist mit Abstand das ausführlichste und aufwendigste Kompendium, das je über die Kunstform Pin-up gestaltet wurde. Besondere Leckerbissen am Anfang jedes Kapitels: eingeklebte Reproduktionen von Original-Kalenderblättern oder Zeitschriftentiteln, mit denen man den persönlichen Spind bestücken kann.

The Art of of Pin-up
Von Diane Hanson, mit Texten von Sarahjane Blum und Louis Meisel. 546 Seiten. Ausgabe in Deutsch, Englisch und Französisch. TASCHEN-Verlag. 150 Euro