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Gesellschaft
05/07/2016

Titelgeschichte: Wie man als Mutter richtig versagt

Mutterschaft kann krank, depressiv, einsam oder auch nur Angst machen. Noch nie waren Frauen dabei so verunsichert wie heute. Den größten Druck machen sie sich jedoch selbst. Angelika Hager über ein emotionales und ideologisches Tretminenfeld und wie man es überlebt. Auch in Österreich.

von Angelika Hager

So. Sie sind wahrscheinlich auch schon längst an einem Punkt angelangt, wo Sie die Phrase „Für die beste Mama der Welt“, die in den letzten Wochen sämtliche Drogerieketten- und Schokokonfekt-Spots krönte, nicht mehr hören können. Mich macht sie inzwischen richtig gehend aggressiv. Denn der sattsam strapazierte Werbeslogan „für die beste Mama der Welt“ impliziert auch, dass sich Mütter in einer ununterbrochenen Wettbewerbssituation und einem Superlativ-Terror befinden. Leider zu Recht. Das Erstaunliche daran ist, dass gar nicht die dazugehörigen Männer und Partner diesen Perfektionismus oder zumindest den Wunsch danach schüren. Nein, in diesen Konkurrenzkäfig begeben sich viele Frauen eigentlich ganz freiwillig und unaufgefordert.

Schließlich will jede von ihnen eine gute Mutter sein. Und je höher der Bildungsgrad der Eltern, desto qualitätsgetriebener muss der Nachwuchs für den zukünftigen Existenzkampf fit gemacht und hoch gerüstet werden. Die forcierenden Kräfte sind dabei noch immer vor allem die Mütter. Das macht sie auch dementsprechend nervös und ängstlich. Und krank.

Weltweit leidet eine von fünf Müttern während ihrer Schwangerschaft und im Jahr nach der Geburt „an Depressionen, Angst, Zwangsstörungen, bipolaren Psychosen und Wochenbettpsychosen“, heißt es in einer Aussendung anlässlich des Aktionstags Maternal Mental Health. Der Tag zugunsten der psychischen Gesundheit von Müttern fand erstmals am vergangenen Mittwoch statt. Die internationale psychiatrische Fachgesellschaft Mace, die die Aktion initiierte, beklagt, dass Mütter und Babys, vor allem im deutschsprachigen Raum, „von einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgung weit entfernt sind“. Christine Klier, Kinder- und Jugendpsychiaterin am Wiener AKH, attestiert Österreich auf dem Gebiet gar einen Entwicklungsrückstand „von zehn Jahren“.

Solche Defizite können dramatische Konsequenzen haben …

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