Toni Innauer: "Ungeniertes Festhalten und Ausbauen von Macht"

Toni Innauer

Toni Innauer

Ehemaliger nordischer Skirennsport-Direktor kritisiert "starke Männer" im Sportbereich, die "steinzeitlichen Zustand" feiern – anerkennt aber effiziente Führung des ÖSV seit Ära Schröcksnadel.

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe (08/18) des Nachrichtenmagazins "profil" bewertet Toni Innauer, der langjährige Rennsportdirektor für den nordischen Skisport im ÖSV, die Reaktion des Skiverbands auf die jüngsten Missbrauchsverdachtsfälle: "Die ÖSV-Spitze hat anlässlich der Vorwürfe zu Sailer und Kahr gezeigt, dass sie aus ihrem unpassenden Vorpreschen zur ersten #MeToo-Causa und den kritischen Reaktionen darauf gelernt hat. Von Anfang an wäre sachliche Zurückhaltung, Empathie für die Opfer statt Einschüchterungstaktik am Platz gewesen."

Die starre Hierarchie in manchen Sportverbänden kommentiert der Skisprung-Olympiasieger von 1980 so: "Es überrascht nicht, dass gerade die Sportszene (…) vom ungenierten Festhalten und Ausbauen von Macht, Kontrolle und öffentlicher Aufmerksamkeit geprägt und belastet ist. ‚,Starke Männer‘ in Führungspositionen feiern diesen steinzeitlichen Zustand (…) als Errungenschaft und stehen damit sachlichen Lösungen und personellen Veränderungen im Weg." Andererseits müsse man anerkennen, dass "der ÖSV als Verband und als Unternehmen seit der Ära Schröcksnadel professionell, effizient und erfolgreich geführt" werde.