Viele junge Frauen wollen wieder den traditionellen Weg beschreiten

Viele junge Frauen wollen wieder den traditionellen Weg beschreiten

Heim an den Herd, raus aus dem Arbeitsmarkt: Warum der Feminismus versagt und das Retroweibchen hervorgebracht hat.

profil präsentiert sich in seiner Montag erscheinenden Ausgabe erstmals in Rosa. Grund der ironischen Aufmachung ist eine Titelgeschichte, die sich mit dem Scheitern des Feminismus und den damit verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen auseinandersetzt. Eine Lohnschere, die im EU-Vergleich nur in Estland noch weiter auseinanderklafft, überdurchschnittliche lange Karenzzeiten, die sich fatal auf die berufliche Zukunft auswirken, ein eklatanter Mangel an Kinderbetreuungsplätzen und wenige Karenz-Väter, die auch im 21. Jahrhundert noch immer etwas von einem gesellschaftlichen Exotikum haben, sind nur einige Indizien für den genderpolitischen Stillstand in Österreich.

Neues Buch „Schneewittchenfieber“
profil-Autorin Angelika Hager untersucht in der aktuellen Titelgeschichte und ihrem kommenden Montag erscheinenden Buch „Schneewittchenfieber“ Ursachen und Konsequenzen dieser neuen Retro-Welle, die junge Frauen scharenweise aus dem Arbeitsmarkt in häusliche Idyllen und die Vollzeit-Mutterschaft treibt. Männern scheint diese gesellschaftliche Entwicklung durchaus in den Kram zu passen. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS wünschten sich die befragten Männer von Frauen an erster Stelle, „dass sie viel von Haushaltsführung verstehen“.

Die Hauptgründe für die Retroweibchen-Welle sind laut Hager „die abschreckende Wirkung, die die dauererschöpften emanzipierten Mütter auf ihre Töchter ausübten“, und ein immer kompetitiverer Arbeitsmarkt, der es fast unmöglich macht, Kinder und Karriere zu vereinen. „Nach der Lektüre unserer neuen Covergeschichte“, so profil-Herausgeber und Chefredakteur Christian Rainer, „wünschte Alice Schwarzer wahrscheinlich, das Steuerthema wäre ihr größtes Problem gewesen.“

(Red.)