<small><i>Revisited</i></small>
Harry Belafonte: "Matilda“ (1953)

Im tiefsten Mittelalter, 15 Jahre vor 1968 - Eisenhower war US-Präsident, Nixon sein Vize und Rosa Parks stand im Bus noch auf, wenn ein Weißer ihren Platz wollte -, nahm der schwarze Schauspieler und Teilzeitmusiker Harry Belafonte einen karibischen Song aus den dreißiger Jahren auf: "Matilda“ war komisch, berührend und läutete in herrlichem Patois ("she take me money and run Venezuela“) das Ende des Mittelalters ein, zumindest in der Hitparade. Außerdem legte der Song, in dem ein betrogener Liebhaber lernt, dass man sein Geld besser nicht unterm Kopfpolster versteckt, den Grundstein für Belafontes bemerkenswerte Karriere: Drei Jahre danach veröffentlichte er "Calypso“, das als erstes Album der Geschichte mehr als eine Million Exemplare verkaufte (nicht zuletzt dank "Day-O“ alias "Bananaboat Song“). Am 22.10. wird Harry Belafonte auf Einladung der Viennale in Wien zu Gast sein, also: Run Gartenbaukino

Sebastian Hofer