Von Daft Punk bis Tocotronic: Die 10 besten Alben 2013

10. Mogwai: Les Revenants (Rock Action Records)

9. Tim Hecker: Virgins (Kranky, Paper Bag Records)

Zwischen syrischem Hochzeitsmusiker und Hamburger Diskursdiagnostikern: Im ersten Teil des profil-unerhört-Rückblicks bespricht Sebastian Hofer die für ihn wichtigsten CDs des Jahres 2013.

1. Omar Souleyman: Wenu Wenu (Domino Records)
Syrischer Hochzeitsmusiker singt auf Brooklynbesuch das Album des Jahres ein: Mittlerer Osten, höchstes Tempo, niedrigste Schwelle zum Popglück.

2. Daft Punk: Get Lucky (Single) (Sony Music)
Unwiderstehlich. Mehr muss Pop nicht sein, auch, wenn uns das alles irgendwie bekannt vorkommt. Egal: Ein Sommerhit für die Ewigkeit. Auf Albumlänge allerdings doch eher schmierig.

3. Danny Brown: Old (Warner)
Detroits größte Zahnlücke bringt Rap 2013 auf den Punkt: Gelassenheit, wo es geht, Wut, wo sie sein muss, Schönheit, wenn man sie findet. Aber keine Angst: Hier findet man sie.

4. Arcade Fire: Reflektor (Universal)
Kanadische Melancholiker entdecken karibisches Gefühl und die Sounds von James Murphy – und machen das Beste daraus. Genauer: das Allerbeste.

5. Atoms for Peace: AMOK (XL Recordings)
Jenseits von Radiohead: Discobirne. Thom Yorkes Supergroup (featuring Flea und Nigel Godrich) zerballert Bassmusik in ihre Moleküle und setzt sie schön schief wieder zusammen. Dass man dazu trotzdem sehr gut tanzen kann, ist irgendwie kein Wunder.

6. Die Goldenen Zitronen: Who’s bad? (Buback)
Klüger die Texte nie waren. Hamburger Diskursdiagnostiker, seit ewigen Zeiten ihrer Zeit voraus – aber eben nur so weit, dass man mit ein bisschen Nachdenken doch gut hinterherkommt. Und am Ziel eigentlich nur einverstanden sein kann.

7. My Bloody Valentine: mbv (mbv Records)
Comeback des Jahres. Die Legende bebt.

8. Darkside: Psychic (Matador Records)
Supergroup, die zweite: Nicolas Jaar und Dave Harrington, Computer und Gitarre, Track und Song, schön und gut.

9. Tocotronic: Wie wir leben wollen (Universal)
Hamburg, die zweite: Die ewige Boyband des denkenden Mannes beweist mal wieder, dass es alle möglichen Brücken gibt zwischen Manifesten und Liedern und Geist und Gefühl (und zwischen Mann und Frau sowieso).

10. Kanye West: Yeezus (Universal)
Wenn sich Kanye West auf den Kopf stellt, ist er in dieser Liste der erste. Es wäre ihm zuzutrauen. Dieser Mann steht für das „Groߓ in „Größenwahn“. Dieses Album ist kaum kleiner.

In eigener Sache: profil unerhört macht Weihnachtspause und meldet sich am 3. Jänner wieder zurück.