Warum Hipster die neuen Spießer sind

Warum Hipster die neuen Spießer sind

Wann gilt man eigentlich als Spießer? Ein Buch versucht, diese Frage ironisch zu klären.

Es ist nicht leicht zu sagen, was einen modernen Biedermann ausmacht. Längst wird auf Facebook schamlos Selbstoptimierung betrieben: Menschen, die im wirklichen Leben Koriander nicht von Petersilie unterscheiden können, inszenieren sich als Gourmets. Modernes Spießertum kann ziemlich hip aussehen. Ein Buch möchte diesem Thema nun genauer auf den Grund gehen.

Moderner Biedermann
Charlotte Förster und Justus Loring sind Journalisten und leben im "Epizentrum des modernen Spießertums“, wie sie selbst schreiben, nämlich am Berliner Prenzlauer Berg. Eine These ihrer ironischen Betrachtung: An ihren Phrasen werdet ihr die Spießer erkennen. Sie kommentieren jedes Madonna-Album mit den Worten: "Toll, wie sie sich immer wieder neu erfindet“. Sie sagen Sätze wie "Das Hinterland Mallorcas hat wirklich schöne Ecken“. Und sie kaufen natürlich bei Manufactum ein, wo es jene Gegenstände des täglichen Gebrauchs gibt, die "schon unseren Großmüttern das Leben schwermachten“.

Eines ist nach der Lektüre dieses nur in Ansätzen überzeugenden, aber sehr liebevoll gestalteten Buchs, klar: Spießer sind nicht die anderen, man ist es selbst. Denn wer trifft sich gerne in Programmkinos? Genau: "Das Bildungsbürgertum, um sich für zwei Stunden am Elend der Welt zu ergötzen.“

K. C.