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Titelgeschichte
03/13/2021

Was auf den Tisch kommt: Gastronomie und Corona

Wie geht es den heimischen Gasthäusern und Restaurants nach einem Jahr Corona? Und wie geht es nun weiter? Was werden wir essen? Wohin geht die Spitzenküche, wie überlebt das Eckwirtshaus? Und was hat es mit Geisterküchen auf sich? Teil 1 einer profil-Serie über unser Leben nach Corona. [E-Paper]

von Sebastian Hofer

Die Wiener Innenstadt gleicht einem Experimentierfeld. Der Überlebenskampf der Gastronomie gebiert Unerhörtes. Es beginnt beim Gulaschautomaten (Café Diglas), führt über das Austern-Takeaway (Schwarzes Kameel) und den Kaiserschmarren to go (Demel), vorbei an verstaubten Schanigärten (diverse), vor denen grün oder orange uniformierte Lieferservicefahrradfahrer ihre Handys beackern (Mjam, Lieferando). Am Ende steht man im Untergeschoss des Künstlerhauses am Karlsplatz, in der neuen „Hausbar“ der Albertina Modern, und fühlt sich wie im falschen Jahr. Eingedeckte Tische, schlanke Weingläser, zeitgemäß elegante Drei-Hauben-Atmosphäre. Vorbereitung zum Speakeasy-Dinner? Fine Dining mit Prohibitionshintergrund?

Der Schein trügt. Es wird auch an diesem Abend kein Gast erwartet, keine Gästin vorbeischauen. Lukas Bereuter und Mathias Kappaurer, die Hausbar-Betreiber, bereiten bloß ein Foto-Shooting vor – für kommende, also bessere Zeiten. Die schlechteren haben die beiden Gastronomen inzwischen ganz gut kennengelernt, ihr Fall ist ein ziemlich typischer Fall, wenn auch einer mit besonders markantem Timing. Bereuter: „Unsere Geschichte ist schnell erzählt. Wir hatten hier dreieinhalb Jahre eine Riesenbaustelle, wir haben uns sehr auf das Projekt gefreut und ein ganzheitliches Konzept aus Restaurant, Café und Bar, inklusive Außenbereichen mit knapp 400 Sitzplätzen entwickelt. Schöner geht es eigentlich nicht. Gemeinsam mit der Albertina Modern hätten wir am 12. März 2020 eine große Eröffnungsfeier mit 3000 Gästen gehabt. Alles war bereit, unsere Kühlhäuser voll bis zum Anschlag, das Personal aufgestockt. Und dann kam alles anders. Lockdown. Danach sind wir – ein rabenschwarzes Wochenende lang – tatsächlich in eine Schockstarre verfallen.“

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