© Getty Images/Carla da Cruz/Eyeem

Titelgeschichte
05/08/2021

Was ist los mit Österreichs Männern?

Wöchentlich Femizide, steigende Gewalt, sexuelle Übergriffe: NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger über persönliche Angriffe. Sebastian Hofer über seine Gedanken als Feminist. Mari Lang über schwindende Gleichberechtigung. [E-Paper]

von Angelika Hager, Sebastian Hofer, Ines Holzmüller, Eva Linsinger

Die Attacken trafen sie in ungeahnter Wucht: Als Beate Meinl-Reisinger 2019 nach fünf Wochen Babypause und der Geburt ihrer dritten Tochter wieder als Parteivorsitzende der NEOS zurückkehrte, hatte sie nicht mit so vielen Hass-kommentaren (durchaus auch von Frauen) gerechnet. Mit den Angriffen auf ihre Privatsphäre fiel „eine Schutzhülle“: Bis dorthin wollte sie sich eigentlich nicht zu Frauen- und Familienthemen äußern: ,,Das war ein Irrglaube  – es ist leider notwendig.“ In einem ausführlichen Interview spricht die Juristin, die 2018 die Nachfolge von Matthias Strolz antrat, über verbale Gewalt, die „schändliche Rolle der sozialen Medien“, die aktuelle Gewaltschutzdebatte und darüber, in welchen chauvinistisch-patriarchalen Gesellschaftsstrukturen sich unser Land noch immer befindet.

Zuletzt zu sehen am Fall des Prozesses Wolfgang Fellner gegen seine ehemalige Mitarbeiterin Raphaela Scharf, die  gegen ihre Entlassung bei dessen Fernsehsender oe24.tv geklagt hatte. Aufsehenerregend in der Puls 4-Show von Corinna Milborn vom vergangenen Mittwoch  gestaltete sich die Aussage der ehemaligen Moderatorin Katia Wagner, die im kommenden Fellner-Prozess als Zeugin geladen ist und schwere Vorwürfe gegen den Medienmacher erhob. Wagners Satz „Das haben eh alle gewusst, das sind keine News“ (so beschreibt sie diverse Reaktionen) ist ein Phänomen, das sich durch viele #MeToo-Affären zog. Der Drehbuchautor Scott Rosenberg postete, als die Harvey-Weinstein-Causa publizistischen Fahrtwind aufnahm, den selbstanklagenden  Hashtag #everybodyfuckingknew, um auch die weitverbreitete Kultur der mitwissenden Schweiger anzuprangern.

Im Zuge der #MeToo-Debatte wehrten sich auch zahlreiche Männer dagegen, im Genre der „predators“ (Raubtiere) vereinnahmt zu werden und mit einem Männerklischee über den Kamm geschoren zu werden, mit dem sie keinerlei Gemeinsamkeiten hatten. profil-Redakteur Sebastian Hofer, verheiratet, zwei Töchter, thematisiert in seinem Text die Frage, welche Rollenbilder Männern heute offenstehen. Während Frauenministerin Susanne Raab mit einem Ja zum Begriff Feministin bekanntlich ihre Schwierigkeiten hatte, hat Hofer keinerlei Probleme mit diesem Etikett. Im Gegenteil – in seinem  Essay mit dem Titel „Ja, natürlich!“ schreibt er ganz klar, warum er Feminist ist, es auch gern bleiben würde und was Kurt Cobain im Blümchenkleid mit seiner ideologischen Erweckung zu tun hat. [...]

Lesen Sie die aktuelle Titelgeschichte in voller Länge in der Printausgabe oder als E-Paper!

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.