Ingrid Brodnig
Ingrid Brodnig

© Alexandra Unger

Gesellschaft
02/10/2021

#brodnig: Sagen, was Sache ist

Wie kann man mit Menschen reden, die die Corona-Impfung fürchten?

von Ingrid Brodnig

Bevor es eine Masernimpfung gab, starben bei schlimmen Ausbrüchen pro Jahr 2,6 Millionen Menschen an dieser Krankheit. Und ohne eine Pockenimpfung müsste man davon ausgehen, dass alle sechs Sekunden jemand dieser Krankheit zum Opfer fällt. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig Impfungen sind.


Die Daten stammen aus dem "COVID-19 Vaccine Communication Handbook", das die Bedeutung der Corona-Impfung vermittelt und auch darauf eingeht, wie man mit Menschen kommunizieren kann, die verunsichert sind. Das Dokument ist einerseits praktisch für medizinische Fachleute, die in ihrem Beruf mit besorgten Personen sprechen müssen. Und es ist andererseits interessant für all jene, die auf die Sinnhaftigkeit von Impfungen hinweisen wollen. Eine deutschsprachige Kurzfassung gibt es bereits, man findet die Unterlagen unter bit.ly/Corona-Impfung-Handbuch.

Zum Beispiel ist es so, dass manchmal medizinisches Fachpersonal die eigene Bedeutung unterschätzt: Eine klare ärztliche Empfehlung, sich impfen zu lassen, ist einer der wichtigsten Faktoren, ob Leute dafür Bereitschaft zeigen. Wenn nach der klaren Impfempfehlung aber deutlich wird, dass jemand dem skeptisch gegenübersteht, kann man Folgendes tun: Signalisieren, dass man der Person zuhört. Einfühlsam auf die Fakten hinlenken - gut ist auch, wenn man konkrete Zahlen nennt. Zum Beispiel nahmen an der BioNTech/Pfizer-Studie mehr als 40.000 Menschen teil. Der Impfstoff wurde also an enorm vielen Personen getestet.

Das Handbuch wurde vom Psychologen Stephan Lewandowsky und vielen anderen Forschenden auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation erstellt. Es liefert auch Tipps, wie man auf Falschmeldungen reagieren kann:

  1. Zuerst mit einer wahren Tatsache einsteigen (zum Beispiel, wie viele Leben Impfungen gerettet haben).
  2. Dann erst die falsche Behauptung aufgreifen, direkt bevor man diese korrigiert.
  3. Hier ist auch wichtig, zu erklären, warum man weiß, dass dies falsch ist.
  4. Zum Schluss wieder mit den Fakten aussteigen und diese betonen. Das Problem ist nämlich: Falsche Gerüchte über Impfungen kursieren online und offline permanent, sie werden vielfach wiederholt. Damit die Fakten - also wissenschaftlich untermauerte Information - einsickern können, ist es notwendig, das Richtige eben auch zu wiederholen.

Was denken Sie darüber? Schreiben Sie mir unter ingrid.brodnig@profil.at

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