Wir Öko-Verbrecher? Der gute Konsument und seine Feinde

Wir Öko-Verbrecher? Der gute Konsument und seine Feinde

Konsum ist zu einer Frage der Moral geworden: Ist Fleischessen ein Verbrechen? Wie billig darf ein T-Shirt sein? Wie lassen sich Ökonomie, Tierschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit politisch korrekt vereinbaren? Sebastian Hofer und Wolfgang Paterno über die Unmöglichkeit, als vorbildliche Verbraucher die Welt zu retten.

Die Bio-Gurke ist in Plastik geschweißt. Das mit Zutaten aus nachhaltiger Landwirtschaft zubereitete Mittagsmenü wird für den Gassenverkauf in Kunststoffboxen gefüllt. In der Fairtrade-Jeans stecken mutmaßlich Pestizide aus dem Baumwollanbau. Wer Gutes kaufen will, muss Böses in Kauf nehmen: Zwischen Haupt- und Nebenwidersprüchen blüht der Zweifel, wenn nicht Verzweiflung. Allein das Brathuhn um 2,60 Euro ist eindeutig klassifizierbar, nämlich eindeutig: böse. Ein Tier wurde dafür eingesperrt, verstümmelt, mit Antibiotika vollgepumpt, industriell getötet und von schlecht bezahlten Arbeitskräften in Handel und Gastronomie weiterverarbeitet. Das sollte nicht sein. Darauf kann man sich einigen. Immerhin.

Beim Konsum mit ethischem Anspruch steckt der Teufel im Detail. Zudem spielt sich die Krise des moralisch untadeligen Konsumierens vor einem durch und durch globalisierten Hintergrund ab.

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Foto: Philipp Horak für profil