Wut: Choleriker sind glücklicher, erfolgreicher, gesünder. Warum nur?

Wut: Choleriker sind glücklicher, erfolgreicher, gesünder. Warum nur?

Lassen Sie Ihren negativen Gefühlen freien Lauf! Denn die Unterdrückung von Wut macht Ihre Psyche kaputt. Warum Choleriker (statistisch belegbar) die glücklicheren, erfolgreicheren und gesünderen Menschen sind. Die Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner schrieb ein Buch-Plädoyer für ein in Verruf geratenes Gefühl – aber was denken Buddhisten, Pädagogen und Wut-Omas darüber?

Der 1991 verstorbene Klaus Kinski gilt noch immer als Ikone gestörter Impulskontrollen. Seine Ausraster mit seinem Regie- und Ego-Bändiger Werner Herzog und diversen Journalisten sind legendär. „Wenn mir wer doof kommt, gerate ich sehr leicht in Wut“, konstatierte der Genie-Darsteller genüsslich in Interviews und fand therapeutische Ansätze wie „anger-management“ „völlig bescheuert”. Schließlich gehörten die Eruptionen des Zorns ja auch zu seinem Geschäftsmodell.

Ausbrüche von Popstars, Politikern, Models und Schauspielern gehören auf YouTube zu den beliebtesten Klicks. Prominente beim stufenweisen Kontrollverlust, inklusive Fahr-zur-Hölle-Fluchsalven oder Handgreiflichkeiten gegen Fotografen und Kameraleute beobachten zu können, erzeugt ein wohliges Voyeurismusgefühl. Unvergessen die Entgleisungen des Welfen-Prinzen Ernst August, der Fotografen bis zum Bluterguss trat oder sie auch mit dem Regenschirm verdrosch. Im Jahr 2000 endete eine Begegnung mit dem Noch-Ehemann von Caroline von Monaco für einen Hotelier in Kenia im Krankenhaus. Möglicherweise lieben wir den Promi im emotionalen Ausnahmezustand so, weil das Abgleiten in die Niederungen des allzu Menschlichen die „Erhabenen“ von ihren Podesten zerrt ...

Lesen Sie die Titelgeschichte von Angelika Hager und Salomea Krobath in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper www.profil.at/epaper !