2 Vitaminpillen

Der Pillen-Kick oder Wie viele Vitamine verträgt ein Mensch?

73,9 Millionen Euro investierte Österreich im Vorjahr laut dem Marktforschungsinstitut IMS Health in Vitaminpräparate – und das allein in Apotheken: Das Brausetablettenröhrl im Drogerie- oder Supermarkt wird in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Da Gesundheit en vogue ist, werden Unsummen in die handlichen Vitaminbomben gepulvert – in der Hoffnung, damit auch ohne den regelmäßigen Griff in den Obstkorb topfit zu bleiben. Ein gefährlicher Irrglaube. Denn all den gesundheitsfördernden Sprudelwässern, ACE-Fruchtsäften oder Vitaminzuckerln fehlt etwas Wesentliches: die Ausgewogenheit.

Während Obst und Gemüse hunderte von verschiedenen Substanzen enthalten, die erst im Zusammenspiel ihre volle Wirkung entfalten, bringen es auch die ambitioniertesten Multivitaminpräparate auf kaum mehr als 30 Inhaltsstoffe. Damit nicht genug: Werden einzelne Vitamine konzentriert und in hohen Dosen eingenommen, kann dies durchaus zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wenn der Stoffwechsel durch das ungewohnte Vitaminbombardement aus dem Gleichgewicht gerät. Dabei nimmt der durchschnittliche Österreicher Tag für Tag ausreichend Vitamine zu sich, selbst wenn er nicht rund um die Uhr an die gerade empfohlenen Vitamin-C-Tagesdosen denkt. Kurz: Von älteren Personen, Schwangeren und Kranken abgesehen, sind Vitaminpräparate in der Regel vor allem eines – ein ziemlich teures Placebo.