profil vor 25 Jahren: Drogen-Fahndung im Zwielicht

Als Drogenhändler verkleidete Beamte, Scheingeschäfte, Vertrauensleute innerhalb der Szene: In der Ausgabe vom 26. September 1988 spürte profil unter dem Titel "Fahndung im Zwielicht“ der "berühmt berüchtigten“ Einsatztruppe "Pumas“ nach, die sich auf die Bekämpfung der Suchtgiftkriminalität spezialisiert hatte. Für profil Anlass, nicht nur die heimische Drogenmisere zu beleuchten, sondern vor allem die Methoden der Beamten aufzuzeigen, die zunehmend im Graubereich agierten. Fazit: Jeder Fahndungserfolg würde "auch einen Rechtsbruch“ nach sich ziehen. Die geschilderte Übergabe eines Heroinpakets zeigte auch die Problematik der Fahnder auf: In bester Hollywood-Manier geriet der "verdeckte Ankauf“ zu einem kinoreifen Action-Plot; "verkleidete Ankäufer“ der Polizei nahmen die Ware entgegen, Scharfschützen zerlöcherten die Autoreifen eines Fluchtfahrzeuges. Die wahren Dealer konnten im Tumult entkommen. Richter nannten die Methoden "rechtsstaatlich bedenklich“ und mit Österreichs Gesetzen nicht vereinbar. Die Suchtgiftfahnder gaben sich indes pragmatisch und zufrieden: Provokationen oder sonstige Gesetzesbrüche, "könne man ausschließen“.

Philip Dulle