Ägypten: Opposition setzt Mursi Ultimatum für Rücktritt

Bei den bisher größten Protesten in Ägypten seit dem Sturz des früheren Präsidenten Mubarak sind laut Sicherheitskreisen mindestens sieben Menschen getötet worden. Weitere 600 Personen seien bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften verletzt worden. Landesweit waren mehr als eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Präsident Mursi zu fordern.

Die ägyptische Opposition hat dem umstrittenen Präsidenten Mohammed Mursi ein Ultimatum zum Rücktritt bis Dienstag gesetzt. Mursi habe bis 17.00 Uhr "Zeit, die Macht abzugeben und es den Behörden zu ermöglichen, eine vorgezogene Präsidentschaftswahl zu organisieren", teilte das Bündnis Tamarod am Montag auf seiner Internetseite mit. Sollte der Staatschef der Aufforderung nicht nachkommen, werde es "eine Kampagne des vollständigen zivilen Ungehorsams" geben.

Interessen der Muslimbruderschaft
Ein Jahr nach Mursis Amtsantritt ist Ägypten zutiefst gespalten. Während seine Anhänger darauf verweisen, dass er der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens ist, werfen seine Gegner ihm vor, allein die Interessen der islamistischen Muslimbruderschaft zu vertreten, aus der er hervorging. Tamarod sammelte nach eigenen Angaben bereits rund 22 Millionen Unterschriften für Mursis Rücktritt. Bei der Präsidentschaftswahl hatten 13,2 Millionen Ägypter für ihn gestimmt.

Bei Protesten von Millionen Menschen gegen Mursi wurden in der Nacht auf Montag mindestens sieben Menschen getötet. Die Opposition rief ihre Anhänger auf, bis zum Rücktritt Mursis auf den Straßen zu bleiben.

(APA/Red)