Asyl im Servitenkloster: Flüchtlinge werden noch heute abgeschoben

Acht jener Asylwerber, die zuletzt im Wiener Servitenkloster gemeldet waren, sollen noch heute abgeschoben werden. Sie sind im Zuge der täglichen Meldung bei der Polizei festgenommen worden. Nicht nur die Caritas und die Grünen übten daran Kritik, auch Kardinal Christoph Schönborn griff zu ungewöhnlich deutlichen Worten und stellte sich die Frage nach einem Zusammenhang mit dem Wahlkampf.

Die ersten der sogenannten Votivkirchen-Flüchtlinge werden heute abgeschoben. Die acht Pakistani wurden bereits aus dem Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände in Richtung Flughafen gebracht und müssen im Laufe des Tages das Land verlassen. Das wurde seitens der Polizei bestätigt. Eine Protest-Kundgebung vor dem Anhaltezentrum, an der zwischen 80 und 100 Personen teilnahmen, war gegen 8.30 Uhr von einem massiven Polizeiaufgebot aufgelöst worden.

Anschließend wurden die Männer in Richtung Schwechater Flughafen gebracht. Wann die Abschiebung genau stattfindet, wollte die Polizei nicht kundtun. Sie dürfte aber in Kürze vollzogen werden.

Asyl im Servitenkloster
Die acht Männer gehören zur Gruppe jener Flüchtlinge, die im vergangenen Winter wochenlang die Votivkirche besetzt hatte und später im Servitenkloster Unterschlupf gefunden hatte. Dort halten sich jetzt noch knapp 40 Flüchtlinge, fast alle aus Pakistan auf. Bei etlichen von ihnen ist das Asylverfahren noch immer nicht abgeschlossen, was der Wiener Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner nochmals kritisierte.

Die Befürchtungen der Pakistanis gehen in die Richtung, dass ihnen bei der Heimkehr Repressalien drohen, da sie im Rahmen ihres Protests öffentlich die Regierung in Islamabad kritisiert hätten und auch auf das Vorgehen der Taliban aufmerksam gemacht hätten. Das Innenministerium verweist dagegen auf das Ergebnis einer Factfinding-Mission des Bundesasylamts in diesem Jahr, auf deren Basis dem BMI Abschiebungen möglich erscheinen.

An sich sind Abschiebungen nach Pakistan auf Basis eines EU-Rückführungsabkommens möglich. Voraussetzung ist, dass Pakistan auch entsprechende Rücknahmezertifikate ausstellt. Dies sei bei den acht Pakistani der Fall, wie das Innenministerium auf Anfrage betonte.

(APA/Red)