ATX: Elitärer Kreis

Warum Unternehmen um die Aufnahme in den ATX kämpfen.

Im Austrian Traded Index oder kurz ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, sind 20 Unternehmen vertreten. Der Wert des ATX ergibt sich aus den – je nach Aktienumsatz gewichteten – Kursbewegungen dieser Unternehmen. Die Plätze im ATX sind heiß umkämpft, nicht jeder kommt dafür infrage: Voraussetzung für die Aufnahme ist zunächst, dass das betreffende Unternehmen im Prime Market, dem höchsten Marktsegment der Wiener Börse, gelistet ist und dessen Teilnahmevorschrif-ten – wie etwa die pünktliche Veröffentlichung von englischsprachigen Quartalsberichten – erfüllt. Derzeit umfasst der Prime Market 37 Unternehmen. Zudem muss eine Aktie über ein Jahr zu den 25 meistgehandelten und höchstkapitalisierten Werten gehören, um für eine Aufnahme in den ATX infrage zu kommen.

Börseinsidern zufolge ist absehbar, dass es im März zu einer Verschiebung im ATX kommen wird: Der Kranhersteller Palfinger wird wahrscheinlich dem Sportwettenanbieter Betandwin.com weichen müssen. Ein Ausscheiden aus dem Leitindex hat negative Folgen: Das betroffene Unternehmen fällt unter die Wahrnehmungsschwelle institutioneller Anleger. In vielen Fällen investieren diese nur in Unternehmen, die im Leitindex geführt werden, und verkaufen bei Verschiebungen ihre Anteile. Kursverluste sind die Folge. Das Umgekehrte gilt für die glücklichen ATX-Neulinge.