"Bei der Kampusch-Ermittlung behindert":
Herwig Haidinger erhebt schwere Vorwürfe

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, erhebt Herwig Haidinger, der frühere Direktor des Bundeskriminalamtes (BKA), erneut Vorwürfe gegen das Kabinett des Innenministeriums, obwohl gegen Haidinger derzeit ein Disziplinarverfahren wegen unerlaubter Stellungnahmen in der Öffentlichkeit läuft. Haidinger wirft der ÖVP vor, die Polizei mit der Reform "Team 04" kaputt gespart zu haben und so für die überbordende Einbruchskriminalität in Österreich kausal verantwortlich zu sein.

Die "SOKO OST", bei der hunderte Polizisten aus den Bundesländern gegen den Einbrecher-Boom im Großraum Wien vorgehen sollen, bezeichnet Haidinger als eine auf öffentlichen Druck zu Stande gekommene "Veranstaltung einer Event-Polizei", die von hochklassiger Kriminalitätsbekämpfung nichts verstehe. Hätte man - wie in anderen Ländern - im Vorfeld entsprechende Strukturermittlungen durchgeführt, anstatt fast ein Drittel der Kriminalbeamten einzusparen, hätte man die Einbrecher-Schwemme kommen gesehen und zum Teil verhindern können.

Der Kabinetts-Chef von Maria Fekter, Franz Lang, stelle "parteitaktisches Kalkül vor den öffentlichen Auftrag". Er, Haidinger, sei schon als BKA-Chef bei den Ermittlungen im Entführungsfall Natascha Kampusch vom Kabinett behindert worden. Haidinger zu "profil": "Man hat mich in meiner Fachaufsicht so weit beschränkt, dass ich Wesentliches nicht mehr durchführen konnte." Als Begründung habe das Kabinett der damaligen Innenministerin Liese Prokop erklärt, "die Sache (Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen, Anm) ohne Eklat zu Ende bringen" zu wollen.

Das Innenministerium weist die Vorwürfe zurück, schreibt "profil".

Haidingers Vorwürfe lesen Sie im aktuellen profil 28/09!