Beziehungen: Ware Freundschaft

Das enge Geflecht zwischen Karl-Heinz Grasser und dem Agenturchef Peter Hochegger.

Karl-Heinz Grasser und Peter Hochegger, 55, kennen einander seit 1999, als Grasser noch im Dienst von Frank Stronachs Magna-Konzern stand und den später abgesagten Kugelbau in Ebreichsdorf vermarkten musste. Hochegger sollte dafür die Öffentlichkeitsarbeit besorgen.

Als Grasser im Februar 2000 in die Politik zurückkehrte und mit FPÖ-Ticket Finanzminister in der Regierung Schüssel I wurde, vertiefte sich die Freundschaft mit Hochegger weiter. Noch im selben Jahr organisierte die Agentur Hochegger für Grasser jene denkwürdige Roadshow vor Klein- und Mittelbetrieblern, die sich mit 2,36 Millionen Euro Gesamtkosten zu Buche schlug.

Insgesamt 6200 Teilnehmer lauschten Grassers Ausführungen bei zehn Veranstaltungen, wurde im Schlussbericht der Aktion mitgeteilt. Jeder Kontakt des Ministers mit einem Wirtschaftstreibenden kostete die Steuerzahler folglich 380 Euro.

Am Ende jeder Veranstaltung ließ Showman Grasser mit einer Abstimmungsmaschine à la „Millionenshow“ votieren. Eine deutliche Mehrheit sprach sich dabei – Überraschung! – für eine Senkung der Steuern aus.

Ironie der Geschichte: Just die Klein- und Mittelbetriebler gingen bei der jüngsten Steuerreform praktisch leer aus.
Hochegger blieben aus der Aktion 313.000 Euro an Agenturhonorar, wozu noch 139.800 Euro für einen weiteren Auftrag kamen.

Seitenblicke. Der PR-Mann ist übrigens mit 9,5 Prozent an der Seitenblicke Events Veranstaltungs-Sponsoring GmbH beteiligt, die aus dem Treibstoffhandel des früheren FPÖ-Generalsekretärs und engen Grasser-Spezis Walter Meischberger hervorgegangen ist (Meischberger gibt heute das „Seitenblicke-Magazin“ heraus). Bei der Roadshow für die Klein- und Mittelbetriebler war die Seitenblicke GmbH als Subunternehmer beteiligt.

Hocheggers Agentur zählt zu den führenden ihrer Art in Österreich. In der Rangliste der größten PR-Agenturen lag Hochegger im Jahr 2002 mit 43 Mitarbeitern und 8,8 Millionen Euro Honorarumsatz hinter dem Konkurrenten Publico an zweiter Stelle.

Im Juni 2003, unmittelbar vor Platzen der Affäre Grasser, hatte die Agentur Hochegger eine weitere Ausschreibung des Finanzministeriums gewonnen.

Am 2. Juni langte die freudige Nachricht ein, dass sie eine „Informations- und Kommunikationskampagne finanz- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen“ durchführen darf. Auftragsumfang: 2,2 Millionen Euro.