Bush im O-Ton: „Ihre Frage …?“

Bei seiner vorwöchigen Pressekonferenz zum Stand der Dinge im Krieg gegen den Terror erwies sich George W. Bush nicht unbedingt als Mann der klaren Worte. Hier einige Auszüge der Bush-Ausführungen.

Über die Ereignisse im Vorfeld der amerikanischen Irak-Intervention:
„Ich ging zu den Vereinten Nationen, Sie erinnern sich, und sagte: Entweder ihr kümmert euch um ihn (Saddam Hussein, Anm.), oder wir tun es. Immer wenn ein amerikanischer Präsident sagt: Wenn ihr es nicht tut, tun wir es, dann sollten wir bereit sein, es zu tun. Und ich war bereit. (…) Wir wussten, dass sie (Saddams Regime, Anm.) Dinge versteckt haben. Ein Land, das etwas verbirgt, ist ein Land, das Angst davor hat, entdeckt zu werden. Und das war Teil unserer Überlegungen.“

Auf die Frage eines Journalisten, ob Bush eine persönliche Verantwortung für die Ereignisse des 11. September verspüre – wo er doch vor kurzem in einem Interview eingestanden habe, im Sommer 2001 „keine große Dringlichkeit“ empfunden zu haben, gegen die al-Qa’ida vorzugehen:
„Lassen Sie mich dieses Zitat in den Zusammenhang stellen. Er (der Journalist Bob Woodward, Anm.) hat mich gefragt, ob ich – irgendetwas darüber, Bin Laden zu töten (... ) Das war die Frage. Und ich habe gesagt, verglichen damit, wie ich mich nach den Anschlägen gefühlt habe, habe ich keine – und ich habe auch gesagt, dass mein Blut nicht kochte, ich glaube, so war das Zitat. Ich sah nicht, ich meine, ich hatte nicht dieses Gefühl der Wut, das ich am 11. September gefühlt habe (…) Ihre Frage – fühle ich …?“
Journalist: „Fühlen Sie eine persönliche Verantwortung für den 11. September?“
„Ich fühle mich unglaublich traurig, wenn ich Familienmitglieder treffe. (…) Ich trauere um, nun, den unglaublichen Verlust von Leben, den sie fühlen, die Leere, die sie fühlen. (…) Und die andere Sache, die mir im Rückblick klar wird, ist, dass wir auf keinem Kriegspfad waren. Das Land war nicht auf dem Kriegspfad, und trotzdem lag der Feind mit uns im Krieg. Und ich habe nicht lange gebraucht, um uns auf den Kriegspfad zu bringen. Und seitdem sind wir ständig im Krieg.“

Zum Einsatz der „Koalition der Willigen“ im Irak:
„Ich glaube nicht, dass man die Beiträge unserer Freunde für den Irak herunterspielen sollte. Menschen opfern ihr Leben im Irak – aus verschiedenen Ländern. Wir sollten das ehren, und wir sollten das begrüßen. Ich bin stolz auf die Koalition, die dort ist. Das ist, das sind Völker, die … die Führer haben beschlossen, Menschen in Gefahr … der Gefahr auszusetzen, zum Wohl der Welt. Und wir schätzen dieses Opfer für Amerika.“

Zum Vergleich Irak–Vietnam:
„Yeah, ich glaube, dass dieser Vergleich falsch ist. Ich glaube auch, dieser Vergleich ist – sendet die falsche Botschaft an unsere Truppen und sendet die falsche Botschaft an den Feind. Es ist schwierig. Freiheit ist nicht leicht zu erlangen. Ich meine, es ist – wir hatten in unserem Land einige Schwierigkeiten, die Freiheit zu erlangen. Und wir sind jetzt ein Jahr dort. Ich weiß, das sieht wie eine lange Zeit aus.“

Auf die Frage, was er als seinen größten Fehler erachtet:
„Hmmmm, ich wünschte, Sie hätten mir diese Frage schriftlich im Vorhinein gegeben, damit ich sie vorbereiten hätte können. Ich bin sicher, dass Historiker später zurückschauen werden und sagen: Wow, er hätte es so oder so besser machen können. Wissen Sie, ich habe bloß – ich bin sicher, irgendwas wird mir im Verlauf dieser Pressekonferenz einfallen, mit all dem Druck, eine Antwort zu finden, aber es ist noch nicht geschehen. (…) Wissen Sie, ich hoffe, ich will nicht so erscheinen, als hätte ich keine Fehler gemacht. Ich bin sicher, dass ich welche gemacht habe. Ich habe nur – Sie nageln mich hier fest, und vielleicht bin ich nicht schnell, so schnell, wie ich sein sollte, um einen Fehler angeben zu können.“