Cash Cow: Wieviel verdient Hans Dichand?

Jene 170.000 Schilling, die Hans Dichand im Jahr 1959 für den Titel „Illustrierte Kronen Zeitung“ an die Erben des 1938 eingestellten Blattes zahlen musste, waren damals viel Geld. Aber selbst valorisiert nimmt sich diese Summe heute, 44 Jahre nach der Blattgründung, lächerlich aus: Die Zeitung für den „kleinen Mann“ ist ein Bombengeschäft.

Schon 1987, als Hans Dichand seinen Kompagnon Kurt Falk auskaufte, war der 50-Prozent-Anteil 2,2 Milliarden Schilling wert gewesen.
Der Bruttogewinn belief sich im Rekordgeschäftsjahr 1999/2000 auf 65 Millionen Euro, die sich Dichand und der nunmehrige Hälfteeigentümer WAZ teilten.
Zuletzt, 2002, betrug der „Krone“-Gewinn „nur“ noch 28 Millionen Euro.
Hans Dichand kassiert aber nicht nur die Hälfte des Gewinns, sondern als Herausgeber und Geschäftsführer (und bis vergangenen Februar für seine Arbeit als Chefredakteur) auch einen monatlichen Bezug. „Vorabgewinn“ wird dies offiziell genannt.
Dieser belief sich zuletzt auf brutto 713.346 Euro, zwölfmal jährlich. Da eine entsprechende Vertragsklausel eine Valorisierung vorsieht, verlangte Hans Dichand im Sommer eine Erhöhung um 26.044 Euro pro Monat.
Die WAZ will diese nicht zugestehen, weil Dichand – so ihre Argumentation – ja jetzt nicht mehr das Amt des Chefredakteurs ausübe, sein Gehalt also eher gekürzt als erhöht werden müsste.
Auch Christoph Dichand, gemeinsam mit Michael Kuhn nunmehriger Chefredakteur, stößt mit seinen Gehaltsforderung bei den WAZ-Männern auf taube Ohren: Er legte ihnen eine Vertrag vor, der ein Monatssalär von 26.000 Euro (15-mal im Jahr) sowie eine jährliche Mindesttantieme von 100.000 Euro vorsieht.
Bis ins neunte Lebensjahrzehnt wie der Papa will Christoph Dichand offenbar nicht Redaktionsdienst machen: Als Pension verlangt er laut Vertrag 60 Prozent des Letztbezugs – und das ab dem 60. Lebensjahr.