<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Drop out!


Warum uns simple Computergames am meisten fesseln.

Es gibt Computerspiele, die so simpel sind, dass selbst ein Büromensch über 40 sie auf Anhieb versteht. Wir reden also nicht von "World of Warcraft“, dafür ist der Durchschnittserwachsene heute zu blöd. Reden wir lieber über Spiele wie "Angry Birds“, "Minecraft“ und andere Games, mit denen man sich zwischendurch die Zeit vertreibt. Der Witz an diesen Spielen ist, dass sie einerseits irgendwie schwachsinnig sind - und andererseits doch den Ehrgeiz entfachen, möglichst weit darin zu kommen.

Bei "Angry Birds“ geht es bekanntlich darum, mit einer Art Steinschleuder Vögel auf grüne Schweine abzufeuern. Das klingt irgendwie, nun ja, primitiv. Auf höheren Stufen braucht es aber doch Geschicklichkeit, um nicht zu sagen, eine gewisse Intelligenz. Bei "Minecraft“, einem Spiel des schwedischen Entwicklers Markus Persson, muss man einfach Klötzchen aufschichten. Das ist im Grunde wie Lego. Wahre Könner bauen daraus allerdings ganze Fantasiewelten auf. Nach dem gleichen Grundprinzip funktioniert das neue Browserspiel "Drop“, ebenfalls von Persson entwickelt. Im Wesentlichen geht es darum, möglichst schnell einzelne bunte Buchstaben abzutippen, die auf dem Bildschirm herunterschweben.

In den Zeichenfolgen tauchen allerdings auch ganze Wörter auf. Wer das schnell erkennt, kann gleich das ganze Wort abschreiben. Das Ganze spielt sich ab in einer weißen, psychedelischen Landschaft. Wirklich jeder, der schreiben kann, kann auch "Drop“ spielen. Aber es ist schwierig, wirklich gut darin zu werden. Man muss deshalb immer wieder spielen. Das war schon das Erfolgsprinzip von Gameklassikern wie "Pacman“, "Tetris“ und "Snood“. Hyperkomplexe Rollenspiele wie "World of Warcraft“ sind was für 14-jährige Überflieger. Der Rest von uns spielt besser "Drop“. In dem Spiel kann man sich zwar keine Zauberschwerter holen, aber immerhin lernt man ziemlich schnell tippen.

thomas.vasek@profil.at