<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
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Warum Hybridgeräte eine ganz schlechte Idee sind.

Wenn einem nichts Gutes mehr einfällt, kommt man oft auf ganz schlechte Ideen. Zum Beispiel auf die, dass eins und eins nicht zwei ergibt, sondern drei. Diese fragwürdige Rechnung stellen gerade einige Mobilhersteller an. Neuerdings verfolgt man nämlich die Strategie, verschiedene Gerätekategorien miteinander zu kreuzen. Der Ansatz ist nicht unplausibel. Tablets haben viele Vorteile, die Laptops nicht haben. Smartphones können einiges, was Tablets nicht können. Laptops wiederum haben einige Features, die Smartphones fehlen. Und dann gibt es natürlich auch noch den guten alten Desktop-Rechner, der alles Mögliche kann, was allen anderen Geräten fehlt, während die wiederum Dinge können, die … und so weiter. Das Ergebnis ist dann etwa ein Gerät wie das eben vorgestellte Asus ­Fonepad – ein 7-Zoll-Tablet zum Telefonieren. Oder das 8-Zoll-Tablet Note 8.0 von Samsung.

Telefonieren mit einem Siebenzöller am Ohr – das ist ­absurd. Von acht Zoll wollen wir gar nicht erst reden. Eine Telefonfunktion, für die man zwingend ein Headset benötigt, ist einfach sinnlos. Zumal ein 7-Zoll-Tablet auch nicht wirklich in der Jackentasche Platz hat. Vor allem Hersteller Asus hat sich geradezu spezialisiert auf die „Hybridisierung“ von Mobilgeräten. Schon seit Längerem auf dem Markt ist das Padfone, das gleich Laptop, Tablet und Smartphone miteinander kombiniert. Das Smartphone fungiert dann als Prozessor für die beiden anderen Geräte. Seit Kurzem gibt es auch einen All-in-one-PC mit Windows 8 und integriertem Android-Tablet, das man einfach abnehmen kann. Das Ding hat also zwei Betriebssysteme und zwei Prozessoren. Nur der Sinn leuchtet mir nicht ganz ein. Autohersteller entwickeln ja auch keine Limousinen mit integriertem Motorroller – und vielleicht noch einem Fahrrad zum Aufklappen. Die Technikgeschichte zeigt, dass Hybride nie wirklich funktionieren. Und manchmal ergibt eins und eins sogar nur eineinhalb.

thomas.vasek@profil.at