<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Der Masterplan von Google und Facebook

Das Politische der Technik: Was Internetunternehmen wie Google, Facebook & Co. wirklich vorhaben.

Technik-Nerds gelten gemeinhin als unpolitisch. So stellen sich auch Internetunternehmen gerne dar. Doch das ist nur ein Täuschungsmanöver. In Wahrheit verfolgen Google & Co eine hochpolitische Agenda. Ihr Ziel ist es, mit ihren Technologien die Welt zu verändern. Technik sehen sie als Mittel, um Probleme zu lösen. Und der technologische Fortschritt, so glauben sie, wird am Ende alle Probleme lösen, von Alltagsaufgaben über die Partnersuche bis zur Beseitigung autoritärer Regime. So denkt Google, so tickt Facebook und genauso Amazon. Was diese Unternehmen antreibt, das ist nicht bloß Profitgier. Diese Leute wollen eine neue Welt erschaffen. Und sie halten sich für intelligent genug, das auch hinzukriegen. Ganz falsch liegen sie damit nicht. Die digitale Revolution hat die Welt tatsächlich weitergebracht. Auch der schärfste Kritiker kann nicht ernsthaft bestreiten, dass die neuen Technologien die menschlichen Fähigkeiten erweitern. Doch Technik ist nicht einfach nur ein Mittel, um Probleme zu lösen. Technik ist nicht neu-tral. Sie erweitert nicht nur unsere Fähigkeiten, sondern beeinflusst auch unser Verhalten. Neue Technologien schaffen ihre eigenen Normen und Regeln. Sie bestimmen darüber, wie wir kommunizieren oder nach Informationen suchen. Die Technik ist selbst politisch. Genau darum ist es so schwierig, sie mit politischen Mitteln zu regulieren. Gegen den Code des Gesetzes steht der digitale Code. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Prism-Debatte. Der Code der Überwachung ist in den digitalen Technologien schon implementiert. Überwachung lässt sich daher nicht verhindern, indem man sie einfach nur untersagt. Man muss den technischen Code selbst verändern. Die Schwierigkeit ist allerdings, dass nur die Technologie-Nerds selber wissen, wie das geht. Die Nerds haben nicht nur eine politische Vision. Sie haben auch politische Macht. Wie denken Sie darüber? Bitte schreiben Sie mir unter thomas.vasek@profil.at .