<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
iPhone für alle?

Alles gut, aber nicht sehr aufregend: Warum Apples iPhone seine Magie verloren hat.

Seien wir ehrlich: Die neuen Apple-Produkte reißen einen nicht vom Hocker. Da ist ein quietschbuntes Plastik-iPhone, das ein bisschen günstiger ist als das Hauptmodell, aber auch nicht wirklich billig. Da ist das neue iPhone 5S mit Fingerabdrucksensor, schnellerem Prozessor und besserer Kamera. Auch keine wirkliche Überraschung. Die von vielen erwartete "iWatch“, also eine Uhr mit Internetanbindung, war auf dem Apple-Event vergangene Woche nicht zu sehen, ebenso wenig wie ein neues iPad. Von Apples berühmter "Magie“ keine Spur.

Natürlich wieder tolle Geräte, die in der Smartphone-Spitzenklasse ganz vorn mitspielen. Der Fingerabdrucksensor im 5S, der die lästige Codesperre ersetzt, ist eine echte Innovation. Mit der Kamera lassen sich sogar Zeitlupen-Aufnahmen in HD machen, das gab es vorher noch nicht. Und dass Apple mit dem iPhone c versucht, den Massenmarkt zu erschließen, ist sicher keine ganz verkehrte Strategie. Das Gerät mit Plastikgehäuse gibt es in fünf verschiedenen Farben, technisch ist es im Wesentlichen identisch mit dem iPhone 5. Alles wunderbar, aber nicht sehr aufregend.

Apples Problem ist, dass tolle Smartphones heute nichts Besonderes mehr sind. Früher brach das Publikum über jede Apple-Innovation in Begeisterungsstürme aus. Heute nickt man allenfalls anerkennend. Die anderen Hersteller haben mächtig aufgeholt, die besten Android-Geräte stehen dem iPhone heute um nichts nach.

Mit rund 50 Prozent Umsatzanteil ist das iPhone für Apple zwar immer noch das wichtigste Produkt, aber es hat in letzter Zeit Marktanteile verloren, vor allem an die deutlich billigere Android-Konkurrenz. Immer neue iPhone-Versionen werden auf die Dauer nicht genügen. Apple braucht einfach mal wieder ein revolutionäres Gadget, das eine ganze Gerätekategorie neu definiert. Warten wir also weiter auf die Apple-Uhr.

thomas.vasek@profil.at