<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
iPhone-Killer?



Warum das Samsung S4 besser ist als das iPhone und doch nicht gut genug.

Schon das S3 war sehr, sehr gut. Das S4 ist noch besser. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Das neue Samsung Galaxy S4 ist das derzeit beste Smartphone der Welt. Ist das also nun der lange erwartete iPhone-Killer? Das kommt darauf an, wie man die Frage stellt. In technischer Hinsicht bestimmt. Das S4 hat vielleicht das beste Display auf dem Smartphone-Markt, einen sauschnellen Quad­core-Prozessor nebst jeder Menge Speicher (max. 64 Gigabyte), eine 13-Megapixel-Kamera – und vor allem einen Haufen ziemlich coole Software, vom Übersetzungsprogramm über eine Navi-App bis zu innovativen Kamera-Anwendungen wie Eraser, mit der man unliebsame Personen aus einem Foto „ausradieren“ kann. Oder „Drama Shot“ zum Knipsen von Bildsequenzen. Und das Ganze läuft natürlich unter Android Jelly Bean, dem Google-Betriebssystem, das mit iOS 6 durchaus mithalten kann. Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass das S4 technisch mit dem iPhone auf Augenhöhe ist.

Das heißt aber noch nicht, dass es unterm Strich das bessere Produkt ist. Zunächst mal besteht das S4 wie schon das Vorgängermodell im Wesentlichen aus Plastik. Kein cooler Alu-Rahmen wie beim iPhone. Zweitens hat Samsung nicht den Markenappeal von Apple. Drittens, und das ist das Wesentliche, fehlt Samsung das Ökosystem, mit dem Apple seine Kunden unter Kontrolle hält. Die komplette Produktpalette vom iMac über iPad bis zum iPhone. Den Appstore mit über einer Million iOS-Apps. Den Musik- und Videodienst iTunes. Trotzdem hat Samsung Chancen, Apple zu überflügeln. Das iPhone ist in der Entwicklung irgendwie stecken geblieben. Samsungs Chance ist die technische Innovation. Der koreanische Hersteller wird aber nicht darum herumkommen, weiter am Marken­image und am Ökosystem zu arbeiten. Die Kombination aus allen drei Faktoren macht den Erfolg auf dem Smartphone-Markt aus. Man kann es den Koreanern mittelfristig zutrauen, dass sie das hinkriegen – wenn Apple weiterhin Schwäche zeigt.

thomas.vasek@profil.at