<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Unter Feuer




Was kann Firefox OS gegen Apple und Google ausrichten?

Firefox ist wieder da. Der offene Webbrowser mischte schon vor einigen Jahren die Internet-Welt auf, damals als nichtkommerzielle Alternative zu Microsofts Internet Explorer. Heute ist Microsofts Browser-Dominanz gebrochen – und Firefox der dritt beliebteste Webbrowser der Welt. Nun will Betreiber Mozilla auch das mobile Netz erobern – und Firefox aufs Smartphone bringen. Wird Firefox OS tatsächlich „alles verändern“, wie etwa das deutsche Technologie-Magazin „Wired“ meint – und das mobile Netz aus den Fesseln von Apple und Google befreien? Was für den Erfolg von Firefox spricht, sind zunächst einmal die mächtigen Mitstreiter: Eine Reihe großer Netzbetreiber wittert in dem Projekt die Chance, im mobilen Netz doch noch die Fäden in die Hand zu bekommen. Sicher könnten viele Nutzer das Bedürfnis nach einer Alternative zu den geschlossenen Welten der Internet-Giganten verspüren.

Gegen den Erfolg von Firefox OS spricht allerdings: Apple, Google und selbst Microsoft haben erstens ausgereifte Betriebssysteme, die schwer zu schlagen sind, zweitens kontrollieren sie praktisch zu hundert Prozent das Geschäft mit den Apps. Vor allem aber wird es darauf ankommen, wie gut Firefox OS tatsächlich ist. Sicher, der Desktop-Browser ist superb. Aber die Anforderungen an ein Mobilbetriebssystem, vor allem hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Stabilität, sind einfach andere. Die bisherigen Open-Source-Projekte auf Smartphones waren jedenfalls nicht sehr erfolgreich. Hinzu kommt, dass auch Android gemeinhin als offenes Betriebssystem gilt, wenn auch nur in einem eingeschränkten Sinn. Dem Endkunden wird nicht leicht zu vermitteln sein, warum er von Android oder iOS6 (siehe Cyberama von vergangener Woche) auf ein zwangsläufig noch nicht so bewährtes Betriebssystem umsteigen soll. Obwohl es natürlich zu wünschen wäre, dass Apple und Google im mobilen Netz endlich Gegenwind bekommen. Doch es steht zu fürchten, dass der Feuerfuchs diesmal zu spät kommt.

thomas.vasek@profil.at