<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Weg mit Kinderpornos!

Warum das Netz hier einen Filter braucht.

Google will verschärft gegen Kinderpornografie im Netz vorgehen. Der Suchmaschinenkonzern habe einen Algorithmus entwickelt, um über 100.000 einschlägige Suchanfragen zu blockieren, schrieb Google-Chef Eric Schmidt vorige Woche in der britischen Zeitung „Daily Mail“. Googles Initiative wirft eine Reihe von heiklen Fragen auf. Muss man eine solche „Säuberungsaktion“ vorbehaltslos begrüßen? Oder bedeutet das einen weiteren Schritt Richtung Internetzensur und Totalüberwachung? Tatsache ist: Die Ermittlungsbehörden führen seit Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen die Verbreitung der Kinderpornografie. Auch Google kann nicht verhindern, dass Pädophile solche Fotos ins Netz stellen, aber den Zugang dazu erschweren, indem man einschlägige Suchbegriffe blockiert. Zudem hat Google eine Technologie entwickelt, um kinderpornografisches Bildmaterial herauszufiltern. Illegale Bilder sollen mit einem „digitalen Fingerabdruck“ versehen werden, um ihre Weiterverbreitung zu verhindern.

Verteidiger der Netzfreiheit fürchten, dass solche Filtertechnologien zu einer weiter gehenden Zensur von Netzinhalten führen könnten. Solche „Dammbruch-Argumente“ sind immer fragwürdig. Wenn Google Kinderpornos blockiert, heißt das nicht, dass die Suchmaschine auch andere (legale) Inhalte unterdrückt. Google hat meiner Ansicht nach alles Recht, über seinen Suchindex den Zugang zu illegalen Inhalten zu verhindern. Dazu eine Analogie aus der analogen Sphäre: Keine Bibliothek der Welt würde ihren Nutzern Zugang zu Kinderpornos gewähren. Und niemand käme auf die Idee, zu behaupten, dass es sich dabei um eine Zensurmaßnahme handelte, die geradewegs in einen neuen Totalitarismus führte. Sicherlich schränkt ein Kinderpornofilter die „Informationsfreiheit“ der Nutzer ein. Aber daran gibt es nichts zu bedauern. Wie denken Sie darüber?

thomas.vasek@profil.at