Das große Misstrauen

Die Sonntagsfrage: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Nationalratswahlen wären?

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zeigt Wirkung, und zwar signifikant: Nur noch acht von hundert Österreichern meinen, beim Kauf der Eurofighter sei alles korrekt abgelaufen. Wie die aktuelle profil-Umfrage belegt, schließen sich sogar zwei Drittel der ÖVP-Wähler dieser Meinung an. „Schmiergeld, Aktenschwärzungen, Rapid-Sponsoring und die generelle Skepsis gegenüber Waffengeschäften lassen das Misstrauen steigen“, sagt OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer. Trotzdem ist die Erwartungshaltung nicht allzu hoch: Nur ein knappes Viertel der Befragten glaubt an einen Verhandlungserfolg von Heeresminister Norbert Darabos mit dem Flugzeughersteller EADS – also etwa eine Verbilligung des Kaufpreises. „Der Österreicher hat gelernt: Am Ende passiert nicht viel. Das ist gut für Darabos“, glaubt Bachmayer. Je niedriger die Erwartungshaltung, desto leichter lassen sich auch kleine Vertragsverbesserungen als Erfolg verkaufen.

Gutgläubig zeigt sich die Bevölkerung in der Frage des Datenschutzes. 50 Prozent haben kein Problem mit dem Vorhaben, dass ihre Telefon- und E-Mail-Daten sechs Monate lang gespeichert und gegebenenfalls an die Behörden weitergeleitet werden sollen. Diese Haltung entspringt nicht etwa dem Glauben, Wirtschaft und Politik würden mit ihren Daten sorgsam umgehen (daran glaubt nur jeder Zweite), sondern einer „demokratiepolitisch bedenklichen Grundhaltung, die da lautet: Mir wird schon nix passieren, wenn ich anständig bin. Fürchten müssen sich die anderen“, analysiert Bachmayer.

Bei den Parteipräferenzen und der Kanzlerfrage gibt es wenig Neues: Die SPÖ bleibt knapp hinter der ÖVP, und Alfred Gusenbauers Werte sind mit 20 Prozent auffallend schwach.