„Don Jon”: Sex-Comedy zwischen Pornos und Lebensweisheit

Libido-Entertainment mit Hang zur Lebensweisheit: Joseph Gordon-Levitts Sexkomödie "Don Jon“.

Das im Gegenwartskino erstaunlich selten behandelte Thema der Heimmasturbation nimmt sich der junge US-Schauspieler Joseph Gordon-Levitt ("Inception“) in seinem Regiedebüt vor - und er konnte gleich zwei berühmte Kolleginnen, Scarlett Johansson und Julianne Moore, für sein Projekt gewinnen, das um einen pornosüchtigen Großstädter (gespielt vom Regisseur und Autor persönlich) kreist, der dem vielen Sex, den er hat, längst nicht so viel abgewinnen kann wie der solipsistischen Handarbeit vor dem Laptop.

"Don Jon“ ist die in knalligen Schnittfolgen gehaltene Comedy eines katholischen Aufreißers, der sich, von seiner Traumfrau (Johansson) enttäuscht, einer älteren, natürlich lebensklugen Studienkollegin (Moore) zuwendet. Am Ende macht sich Gordon-Levitt, bei aller Selbstironie, die Sache doch ein bisschen leicht, steuert in den sicheren Hafen der Heldenläuterung, nimmt Abschied vom tumben Sexismus und sagt Hallo zum großen Unternehmen des späten Erwachsenwerdens seines nicht allzu hellen Protagonisten.