Erneut Aufregung um Briefbomben: Opfer Maria Loley zweifelt an Einzeltätertheorie

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat die jetzt 85 Jahre alte, ehemalige Flüchtlingsbetreuerin Maria Loley bei der Grazer Staatsanwaltschaft einen Antrag zur Fortsetzung von Ermittlungen in der Causa Briefbomben eingebracht. Loley erklärte im "profil"-Gespräch, es stehe für sie außer Frage, dass der vom Gericht als Einzeltäter bezeichnete Bombenbauer Franz Fuchs Mittäter gehabt habe.

Loley: "Ich mache das nicht, weil ich es irgendwie interessant finde, sondern weil ich die ganze Zeit unter der Unwahrheit gelitten habe, dass Fuchs ein Einzeltäter gewesen sein soll." Bei der so genannten "Einzeltäter-Theorie" handle es sich um "Geschichtsfälschung".

"Scheinermittlungen"
Ursache für neuerliche Ermittlungen im Vorjahr waren die Recherchen des Polizisten Rudolf Huber, selbst Mitglied der Sonderkommission Briefbomben, der zur Überzeugung gelangt war, das "wahre Bombenhirn" ausgeforscht zu haben. Sein Anwalt beschuldigt nun die Grazer Justiz, "Scheinermittlungen" geführt und sich "rechtswidrig verhalten" zu haben, nur um die Ermittlungen wieder einschlafen lassen zu können. Anstatt den Verdächtigten zu überprüfen, habe man gegen seinen Mandanten ermittelt. Weiters habe man die Bomben-Opfer und deren Rechtsvertreter nicht über die Einstellung des Verfahrens informiert, um die Frist verstreichen zu lassen, innerhalb der Einsprüche zulässig sind.

Maria Loley habe über Umwege zufällig davon erfahren und gerade noch rechtzeitig die Weiterführung beantragt, so Loley zu "profil".

Lesen Sie mehr zur Briefbomben-Fall im "profil" 36/09!