"Es kann auch das Standesamt sein": Fischer spricht sich für Ehe von Homosexuellen aus

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt Bundespräsident Heinz Fischer unter anderem anlässlich seines bevorstehenden Staatsbesuchs in Katar und Kuwait Stellung zum Nahostkonflikt. Seit seinem Besuch in Israel im vergangenen Dezember habe es "schreckliche Militäraktionen in Gaza gegeben". Israel habe zwar das Recht, sich gegen die Raketenangriffe zu verteidigen, aber "die Tatsache, dass UNO-Einrichtungen zerstört wurden und dass schrecklich viele Frauen und Kinder unter den Opfern sind", habe ihn "geschockt und wurde auch in den Gremien der EU sehr kritisch beurteilt".

Dennoch gibt sich der Bundespräsident optimistisch: "Wir sind insofern schon ziemlich weit, als die schreckliche Leidensgeschichte des jüdischen Volkes im 20. Jahrhundert, die Shoa, unbestritten ist, die Existenz Israels in den Grenzen von 1967 für die arabischen Staaten akzeptabel ist und jetzt noch der dritte Schritt notwendig ist, nämlich für die Palästinenser auch Gerechtigkeit zu schaffen und einen lebensfähigen palästinensischen Staat zu ermöglichen."

Mit Religionsunterreicht zufrieden
Mit der derzeitigen Form des Religionsunterrichts in Österreich ist Fischer einverstanden: "Ich bekenne mich zu diesem System." "Betroffen" äußert er sich über den als Weihbischof vorgesehen gewesenen Pfarrer Gerhard Maria Wagner, weil dieser die Fristenlösung als "mörderisches Gesetz" bezeichnet habe.

Für Eheschließung von Homosexuellen
Im Zusammenhang mit der Kritik einzelner Kirchenrepräsentanten an homosexuellen Beziehungen fordert der Bundespräsident "in aller Deutlichkeit", dass die "Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen" auch in Österreich "definitiv beendet wird". Das betreffe auch die Eheschließung von Homosexuellen: "Es kann auch das Standesamt sein. Es gibt aus meiner Sicht kein gewichtiges Argument, diesen Wunsch nicht zu erfüllen."

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