<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Kampf ums Smartphone

Warum Messaging-Apps Facebook bedrohen.

Sich mit Freunden vernetzen, Fotos und Videos teilen, Nachrichten verschicken: Das klingt eigentlich nach Facebook. Doch die Rede ist von "Mobile Messaging“, dem derzeit spannendsten Trend in der Mobile-Welt. Über Chat-Apps wie WhatsApp oder Viber werden weltweit bereits mehr Nachrichten verschickt als über die klassischen SMS-Dienste der Telekom-Provider. Vor allem die jüngeren Nutzer wechseln offenbar in Massen zu plattformübergreifenden Messaging-Apps. Das wird langfristig die SMS umbringen. Mittelfristig bedrohen WhatsApp & Co. aber vor allem Facebook. Die Apps verbinden nämlich traditionelles Textmessaging mit den Features sozialer Netzwerke - und sie sind perfekt auf das Smartphone zugeschnitten. Der Nutzer muss nur die Telefonnummer angeben, und schon hat die App Zugriff auf das Kontaktverzeichnis. Über das persönliche soziale Umfeld der Nutzer verbreiten sich die Apps rasend schnell.

Smartphone-Dominanz

Facebook hatte dem Aufstieg der Messaging-Apps bisher wenig entgegenzusetzen. Zwar gibt es "Facebook Messenger“ und "Facebook Home“, eine eigene Startebene für Android-Handys. Doch für die Echtzeitkommunikation per Smartphone eigenen sich die Messaging-Apps besser als das soziale Netzwerk. Das heißt zwar nicht, dass die Nutzer ihren FB-Account aufgeben. Aber es könnte bedeuten, dass Facebook den Kampf um die Smartphone-Dominanz verliert - und damit den Kampf ums mobile Internet. Die rasende Verbreitung der Messaging-Apps bei den Jungen zeigt auf alle Fälle eins: Die Killer-Anwendung im Netz heißt immer noch Kommunikation - und zwar so schnell und so mobil wie möglich. Wer das bieten kann, hat die Nase vorn. Es ist gut möglich, dass Facebook bereits den Anschluss verloren hat.

thomas.vasek@profil.at